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Trotz Milliardenüberschuss: Commerzbank-Mitarbeiter gehen bei Gewinn-Bonus leer aus

Foyer der Commerzbank-Zentrale: Mitarbeiter sind enttäuscht Zur Großansicht
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Foyer der Commerzbank-Zentrale: Mitarbeiter sind enttäuscht

Die Aktionäre bekommen wieder Dividende, doch Mitarbeiter sollen nicht vom Milliardengewinn der Commerzbank profitieren. Der Personalchef argumentiert mit der unsicheren Lage.

Die Commerzbank Chart zeigen arbeitet sich stetig aus der Krise und konnte für 2015 einen Milliardengewinn verkünden. Doch auf einen gewinnabhängigen Bonus müssen die meisten Mitarbeiter auch dieses Mal verzichten. Ein solcher Konzernzuschlag könne nicht gezahlt werden, "da die dafür erforderliche Rentabilität noch nicht erreicht wurde", erklärte Personalvorstand Frank Annuscheit in einem im Intranet der Bank veröffentlichten Interview. Sprich: Das Ergebnis sei zu niedrig, um den Teil der Boni auszuzahlen, der sich nach dem Erfolg auf Konzernebene richtet.

Betroffen ist etwa die Hälfte der insgesamt 39.000 Beschäftigten im Inland. Sie werden außertariflich bezahlt, der Konzernzuschlag macht rund 40 Prozent der variablen Vergütung aus. Der Rest bemisst sich nach der persönlichen Leistung.

"Wir bewegen uns nach wie vor in einem Umfeld, das es uns schwer macht, Erträge zu erwirtschaften. Wir tun daher gut daran, uns stabil aufzustellen - nur so können wir nach vorne gerichtet ein Profitabilitätsniveau erreichen, das dauerhaft trägt", schrieb Annuscheit.

Der Personalvorstand reagierte mit dem Intranet-Beitrag auf eine Protest-E-Mail des Frankfurter Betriebsrats der Commerzbank an den Vorstand. Die Mitarbeitervertreter hatten sich über den erneuten Ausfall beschwert und von enttäuschten Mitarbeitern berichtet.

Der sogenannte Konzernzuschlag wird bei der Bank seit Jahren nicht bezahlt. Künftig gilt ohnehin ein neues Bonus-System, das den Konzernzuschlag nicht mehr kennt. Dann setzt sich der Bonus wie von den Aufsehern verlangt aus einer kurz- und einer langfristigen Komponente zusammen. Für die rund 2000 Investmentbanker gilt die neue Regelung schon seit Anfang 2015.

Immerhin die Aktionäre können sich freuen: Die Bank will erstmals seit acht Jahren wieder eine Dividende an die Aktionäre ausschütten. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp 1,06 Milliarden Euro erzielt. Die Bank musste in der Finanzkrise vom Staat gerettet werden. Der Bund ist derzeit noch mit rund 15 Prozent beteiligt.

mmq/Reuters/dpa

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