Londoner Gericht: Commerzbank muss Millionen-Boni zahlen

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Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main: Zu Millionen-Boni verurteilt

Lange wehrte sich die Commerzbank, jetzt verurteilte sie ein Gericht dazu, insgesamt rund 50 Millionen Euro Boni an frühere Investmentbanker der Dresdner Kleinwort zu zahlen. Die Commerzbank hatte das Institut 2008 übernommen, die Finanzkrise sorgte damals für einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro.

London - Die Commerzbank hat ihre Abwehrschlacht gegen die Zahlung hoher Boni an ehemalige Investmentbanker von Dresdner Kleinwort verloren. Ein Berufungsgericht am Londoner High Court bestätigte die Entscheidung aus erster Instanz, wonach die Commerzbank als Rechtsnachfolgerin von Dresdner Kleinwort Boni in Höhe von 50 Millionen Euro an mehr als 100 frühere Mitarbeiter ausschütten muss. Die Commerzbank will nach eigenen Angaben dennoch weitere rechtliche Schritte prüfen.

Der Rechtsstreit zieht sich bereits seit dreieinhalb Jahren hin. Mit Zinsen und Prozesskosten kommen auf die Bank nun rund 70 Millionen Euro zu. In der ersten Instanz am High Court hatte Richter Robert Owen der Commerzbank im Mai vorgeworfen, sie habe die Rechte der Mitarbeiter auf dem "Altar der öffentlichen Meinung" geopfert. Kläger-Anwälte sprachen damals von einem "Sieg von David gegen Goliath".

Im Jahr 2008 hatte Dresdner Kleinwort in London bei einer Zusammenkunft mündlich angekündigt, einen Bonuspool für ihre rund 3000 Investmentbanker von insgesamt 400 Millionen Euro aufzulegen. Dann kam die Finanzkrise und mit ihr Verluste in Höhe von 6,5 Milliarden Euro für das Jahr 2008 bei Dresdner Kleinwort. Nur ein kleiner Teil der Banker erhielt den avisierten Bonus, ein anderer Teil nur zehn Prozent davon. 108 Investmentbanker pochten erfolgreich auf die volle Zahlung des Geldes.

Das britische Gericht urteilte damit konträr zu Gerichten in Deutschland, Italien und Japan, wo ebenfalls Verfahren in der Sache anhängig waren. In Deutschland bekam die Commerzbank Chart zeigen letztinstanzlich im Oktober 2011 vom Bundesarbeitsgericht Recht.

"Das nur auf englisches Arbeitsrecht beschränkte Urteil ist bedauerlich", heißt es in einer Stellungnahme der Bank. Die Commerzbank sei weiterhin davon überzeugt, dass es wegen der herben Verluste bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort richtig und verantwortungsvoll gewesen sei, die Boni zu kürzen.

nck/dpa/Reuters

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