Sparprogramm: Commerzbank streicht in Filialen jede siebte Stelle

Die Commerzbank streicht im Privatkundengeschäft 1800 Stellen. Dabei verspricht Deutschlands zweitgrößte Bank, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Man wolle "einvernehmliche Regelungen" mit dem Betriebsrat finden.

Commerzbank-Filiale in Frankfurt: Bank will Privatkundengeschäft modernisieren Zur Großansicht
dapd

Commerzbank-Filiale in Frankfurt: Bank will Privatkundengeschäft modernisieren

Frankfurt am Main - Die Commerzbank hat einen Fahrplan für den Stellenabbau in den Filialen vorgelegt. Bis Ende 2015 sollen in den 1200 Geschäftsstellen 1800 Arbeitsplätze wegfallen, teilte die zweitgrößte deutsche Privatbank mit. Die Streichung weiterer Stellen im Filialgeschäft wollte das Institut nicht ausschließen: Ende 2014 werde sich das Management nochmals mit Arbeitnehmervertretern zusammensetzen, um auf Grundlage der Geschäftsentwicklung "über gegebenenfalls notwendige weitergehende Maßnahmen Gespräche aufzunehmen".

Der Stellenabbau in den Filialen solle ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, teilte die Commerzbank mit. Die Bank werde "alles tun", um Kündigungen "weitestgehend zu vermeiden". Vorausgesetzt, dass bereits bis Ende dieses Jahres 600 Vollzeitstellen in Deutschland abgebaut würden, werde die Bank bis Ende 2014 auf Kündigungen verzichten.

Für den Stellenabbau in den Filialen wolle die Commerzbank "einvernehmliche Regelungen" mit den Arbeitnehmervertretern treffen. Die Streichung der Stellen erfolge über "bewährte personalwirtschaftliche Instrumente".

Laut Ver.di könnten mehr als 6000 Mitarbeiter betroffen sein

Im Zuge des Stellenabbaus solle "zu jedem Zeitpunkt die tatsächliche Funktionsfähigkeit der einzelnen Filiale" gewährleistet werden, versicherte die Commerzbank. Dies bedeute die Sicherung von Arbeitsbedingungen, "die nicht zu einer Vereinzelung von Mitarbeitern führen" und dem Arbeitnehmerschutz entsprechen.

Die Commerzbank hatte Ende Januar angekündigt, bis 2016 zwischen 4000 und 6000 Vollzeitstellen abbauen zu wollen. Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di könnten dadurch in Deutschland 4600 Arbeitsplätze wegfallen. Nach ihren Berechnungen könnten im Extremfall sogar weit mehr als 6000 Menschen betroffen sein, da auch Teilzeitkräfte einbezogen werden. 2012 beschäftigte der Konzern insgesamt 56.000 Mitarbeiter und hatte 15 Millionen Privatkunden.

Die Commerzbank will vor allem ihr Privatkundengeschäft modernisieren. Ziel des Unternehmens ist es, eine sogenannte "Multikanalbank" zu werden: Dabei will die Commerzbank im Kontakt mit den Kunden die Vorteile einer herkömmlichen Filialbank mit den Vorteilen von Online-Banken kombinieren und neue Kunden gewinnen. Im Unternehmen wird jedoch zugleich auch davon ausgegangen, dass der Schwerpunkt des gesamten Stellenabbaus im Privatkundengeschäft liegt.

cte/AFP

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1. Hut ab!
Forumsbeitrag 22.02.2013
Herr Blessing, meine Gratulation. Gigantische Idee! Der Service wird noch etwas schlechter und Ihr Motto gemeinsam mehr erreichen, werden Sie besser und schneller umsetzen können. Sofern das Ende der Commerzbank ihr Motto ist ;->
2. Es wäre klüger
housemartino 22.02.2013
endlich mal den Herrn Blessing zu streichen. Da werden die (viel zu vielen) Filialen mit Steuergeldern auf Hochglanz renoviert teilweise abgerissen und wieder neu aufgebaut und jetzt fällt ihm ein dass er zu viele Leute drinsitzen hat. Aber dank Opa und sonstinger Verwandschaftskluengel hat er wohl Narrenrecht.
3.
mainzelmännchen 1 22.02.2013
...auf allen Commerzkanälen ? - meinethalben können die alle Filialen dichtmachen, Fernsehgucken kann ich auch zuhause, dazu brauche ich keinen Videochat in der Filiale mit einem "Berater".
4. Filialbesuch
minsk60 22.02.2013
Also wenn ich meine kontoführende Commerzbankfiliale besuche, fällt mir zur Zeit wirklich eine sehr hohe Mitarbeiterzahl im Verhältnis zu den anwesenden Kunden auf. Daher würde ich nicht unbedingt eine Verschlechterung der Beratungsqualität erwarten.
5. wie immer
eigene_meinung 22.02.2013
Wenn der Herr Vorsandsvorsitzende meint, er könne auf die Mitarbeiter verzichten, ohne dass dies zu einer Abwanderung von Kunden und ihrem Geld, also zu einer Verringerung von Umsatz und Gewinn führen würde, irrt er sich (wie auch seine diversen Vorstandsvorsitzendenkollegen in anderen Firmen). Die Spirale geht weiter ...
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