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Verdacht auf Geldwäsche: US-Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Commerzbank

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Immer Ärger aus New York Zur Großansicht
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Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Immer Ärger aus New York

Der Commerzbank droht neuer Ärger in den USA. Das Geldhaus ist dort bereits wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen im Visier der Behörden. Nun kommen laut einem Bericht auch noch Geldwäscheermittlungen hinzu.

New York - Die Commerzbank muss sich mit Geldwäschevorwürfen in den USA auseinandersetzen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben Staatsanwälte aus New York Untersuchungen eingeleitet. Deutschlands zweitgrößte Bank habe zu laxe Kontrollen gehabt, um Geldwäsche zu erkennen und zu verhindern, so der Vorwurf. Worum es genau gehe, sei unklar, so die Zeitung. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht zu dem Bericht äußern.

Laut "Wall Street Journal" könnten die Untersuchungen einen anderen Fall in den USA beeinflussen: Die Bank verhandelt seit Monaten mit US-Behörden über einen Vergleich zu mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen gegen Länder wie Iran und Sudan. Die Ermittlungen betreffen eine ganze Reihe europäischer Banken. Einige davon haben bereits hohe Summen gezahlt, um die Streitigkeiten beizulegen. Auch die Commerzbank stand laut Medienberichten kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen und war angeblich bereit, mehr als 600 Millionen Dollar zu zahlen.

Doch der Deal könnte nun platzen. Laut "Wall Street Journal" prüfen die US-Behörden, ob sie beide Fälle zusammenlegen. Die Verhandlungen würden dann länger dauern, und die Strafe könnte um einige Hundert Millionen Dollar höher ausfallen.

stk/Reuters

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1. Die sauberen deutschen Geldhäuser
schmusel 27.09.2014
Ich muss immer schmunzeln, wenn ich an den Forengeifer denke wenn es um schweizer Banken geht, die deutschen Steuerhinterziehern und Betrügern zur Hand gegangen sind. Da wurde auch immer gleich das ganze Volk der Schweiz gerichtet. Wenn es um die noch dreckigeren Machenschaften deutscher Geldhäuser, wie der Deutschen Bank in Asien wo armen Menschen für Grundstücksprkulationem das Land weggenommen wird oder wie hier die Commerzbank mit Sanktionsbruch und Geldwäsche, dann hört man die Grillen zirpen - es betrifft einen ja nicht selbst. Die Opfer sind woanders. Egal, oder?
2. Falscher Ansatz
anders_denker 27.09.2014
Zitat von schmuselIch muss immer schmunzeln, wenn ich an den Forengeifer denke wenn es um schweizer Banken geht, die deutschen Steuerhinterziehern und Betrügern zur Hand gegangen sind. Da wurde auch immer gleich das ganze Volk der Schweiz gerichtet. Wenn es um die noch dreckigeren Machenschaften deutscher Geldhäuser, wie der Deutschen Bank in Asien wo armen Menschen für Grundstücksprkulationem das Land weggenommen wird oder wie hier die Commerzbank mit Sanktionsbruch und Geldwäsche, dann hört man die Grillen zirpen - es betrifft einen ja nicht selbst. Die Opfer sind woanders. Egal, oder?
Die Bank verhällt sich nach der Rechtsprechung ihres Heimatlandes Korrekt. Hat ein Bürger eines anderen Landes gegen die Gesetze seines Heimatlandes verstoßen und ermitteln die Behörden gegen diese Person solte es selbverständlich sein das die Bank bei den Ermittlungen gegen den Kunden oder eine Verdachtsgruppe unterstützt. Hat die Bank an ihrem Sitz verstoßen darf auch erwartet werden das Bürger anderer Länder als Zeugen auftreten. Was aber nicht sein kann und darf, das eine Bank die nach lokalen Gesetzen ihres Heimatsitzes einfach unter fremde Gesetzgebung gestellt wird.
3.
Celestine 27.09.2014
Zitat von schmuselIch muss immer schmunzeln, wenn ich an den Forengeifer denke wenn es um schweizer Banken geht, die deutschen Steuerhinterziehern und Betrügern zur Hand gegangen sind. Da wurde auch immer gleich das ganze Volk der Schweiz gerichtet. Wenn es um die noch dreckigeren Machenschaften deutscher Geldhäuser, wie der Deutschen Bank in Asien wo armen Menschen für Grundstücksprkulationem das Land weggenommen wird oder wie hier die Commerzbank mit Sanktionsbruch und Geldwäsche, dann hört man die Grillen zirpen - es betrifft einen ja nicht selbst. Die Opfer sind woanders. Egal, oder?
Hinzu kommen die immer wieder aufgestellte Behauptung, dass die Amerikaner bewusst nur gegen ausländische Geldinstitute vorgehen würden, während sie ihre eigenen aussparen, eine Behauptung, welche jeder Grundlage entbehrt. Ja, die Deutschen scheinen eine Neigung zu haben, sich gerne als Opfer zu sehen, während sie gegen die eigenen Verfehlungen an einem Auge blind sind. Ich bewundere die Amerikaner dafür, dass ihre Staatsanwaltschaften in all diesen Fällen ermitteln und zum Teil hohe Strafzahlungen durchsetzen, unabhängig davon, wie mächtig und einflussreich die Gegner auch sein mögen.
4. US-Rechtsprechung
eule_neu 27.09.2014
Gegenüber den amerikanische Banken arbeiten die deutschen Banken noch einigermaßen ordentlich. Wer sich die Immobiliensicherungsverfahren für Kredit anschaut, ist nur noch geschockt. Die dortigen Banken zahlen relativ niedrige Strafen für ihren seinerzeitigen (vielleicht auch derzeitigen) hohen Anteil am Beitrag zur Finanzkrise. Was jetzt teilweise zu beobachten ist, dass man die Banken - insbesondere die europäischen - noch weiter abzocken will, um ihren Banken in den USA wieder einen Vorteil zu verschaffen. Wenn Goldmann & Sachs und Morgan Stanly usw. weiterhin die Kunden abzocken und Einfluß auf die Politik nehmen (sogar geschützt durch die Regierung), gibt es keine Signale von den europäischen Regierungen. Um hier die USA zu zügeln, kann man doch androhen, die TTIP-Verhandlungen abzubrechen. Noch haben wir nationale und europäische Bankengesetze und Bankenaufsichten, wo die Banken hinsichtlich der US-Vorwürfe nicht auffällig geworden sind. Wenn die USA meinen, das ihr Recht anderes Recht dominieren muss, so muss man ihnen rote Linien aufzeigen und neue Beziehungsstandards androhen. Die US-Weltfinanzpolizei hat ihre Grenzen überschritten. In ein TTIP müssen auch die Finanzgeschäfte unter rechtlichen Aspekten geregelt werden, auch wir in Europa haben gute und bewährte Finanzgesetze und Vorschriften. Übrigens tätigt auch die US-Wirtschaft Geschäfte straflos gegen die bestehenden Sanktionen (z. B. bei Ölgeschäften). Wir sollten die Tätigkeit der US-Gerichte gegenüber ausländischen Staaten und Firmen sehr kritisch sehen ...
5. q.e.d.
Celestine 27.09.2014
Zitat von eule_neuGegenüber den amerikanische Banken arbeiten die deutschen Banken noch einigermaßen ordentlich. Wer sich die Immobiliensicherungsverfahren für Kredit anschaut, ist nur noch geschockt. Die dortigen Banken zahlen relativ niedrige Strafen für ihren seinerzeitigen (vielleicht auch derzeitigen) hohen Anteil am Beitrag zur Finanzkrise. Was jetzt teilweise zu beobachten ist, dass man die Banken - insbesondere die europäischen - noch weiter abzocken will, um ihren Banken in den USA wieder einen Vorteil zu verschaffen. Wenn Goldmann & Sachs und Morgan Stanly usw. weiterhin die Kunden abzocken und Einfluß auf die Politik nehmen (sogar geschützt durch die Regierung), gibt es keine Signale von den europäischen Regierungen. Um hier die USA zu zügeln, kann man doch androhen, die TTIP-Verhandlungen abzubrechen. Noch haben wir nationale und europäische Bankengesetze und Bankenaufsichten, wo die Banken hinsichtlich der US-Vorwürfe nicht auffällig geworden sind. Wenn die USA meinen, das ihr Recht anderes Recht dominieren muss, so muss man ihnen rote Linien aufzeigen und neue Beziehungsstandards androhen. Die US-Weltfinanzpolizei hat ihre Grenzen überschritten. In ein TTIP müssen auch die Finanzgeschäfte unter rechtlichen Aspekten geregelt werden, auch wir in Europa haben gute und bewährte Finanzgesetze und Vorschriften. Übrigens tätigt auch die US-Wirtschaft Geschäfte straflos gegen die bestehenden Sanktionen (z. B. bei Ölgeschäften). Wir sollten die Tätigkeit der US-Gerichte gegenüber ausländischen Staaten und Firmen sehr kritisch sehen ...
... und zwar gleich im nächsten Post. Hier ein paar Links für Beispiele, es gibt jede Menge Urteile gegen US Banken. Bank of America wurde bzgl. Mortgage zu einer Strafzahlung von 16,5 Milliarden Dollar verurteilt. Die Strafe ist vermutlich immer noch zu niedrig, aber so was wäre in Deutschland unvorstellbar. Im Gegensatz dazu gibt es hier in Deutschland kaum Urteile gegen Banken oder wenn, so sind sie lächerlich niedrig. Es wird auch kaum ermittelt, die Beschädigten müssen Zivilklagen einreichen. http://www.insidecounsel.com/2014/01/24/goldman-sachs-will-go-to-court-over-investor-fraud http://www.reuters.com/article/2014/09/09/us-morganstanley-lawsuit-idUSKBN0H401Q20140909 http://dealbook.nytimes.com/2014/07/24/morgan-stanley-to-pay-275-million-in-mortgage-case/?_php=true&_type=blogs&_r=0 http://www.usatoday.com/story/money/business/2014/08/21/bank-of-america-settlement-announced/14379775/ „Übrigens tätigt auch die US-Wirtschaft Geschäfte straflos gegen die bestehenden Sanktionen (z. B. bei Ölgeschäften).“ behaupten Sie. Die Amerikaner kooperieren mit Russland in ein paar Projekten, ExxonMobil im Arktis und Golf von Mexico. Die Amerikaner waren clever genug, diese Kooperation rechtzeitig zu sichern. Die europäische Politik tanzt nach der Pfeife der Amerikaner. Da kann ich den Amerikanern keine Schuld geben, wenn sie nach dem eigenen Vorteil handeln und die Europäer sich gegen ihr Vorteil, also sich dumm verhalten. Ich bin durchaus kritisch gegenüber den USA, aber es gibt dort offenbar Staatsanwaltschaften, die mutiger und ambitionierter sind als in Deutschland, was das Bankgeschäft betrifft. Sie stellen hier also leere Behauptungen auf.
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