Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Rechtsstreit: Commerzbank zahlt Milliardenstrafe in den USA

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Der Gewinn schrumpft Zur Großansicht
DPA

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Der Gewinn schrumpft

Für die Beilegung diverser Rechtsstreitigkeiten mit den USA muss die Commerzbank knapp 1,5 Milliarden Dollar zahlen. Unter anderem soll das Institut Sanktionen gegen Iran umgangen haben. Die Strafe lässt den Gewinn der Bank schrumpfen.

Der Streit mit den US-Behörden kommt die Commerzbank teuer zu stehen. Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus muss 1,45 Milliarden Dollar zahlen, um Vorwürfe wegen Sanktionsverstößen und Geldwäsche loszuwerden. Das teilte die New Yorker Finanzaufsicht am Donnerstag mit.

Die USA werfen der Commerzbank mehrere Vergehen vor. Unter anderem ging es um einen zu laxen Umgang mit Geldwäscheregeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus-Konzern. Im Zentrum der Anklage stand allerdings der Vorwurf, gegen Wirtschaftssanktionen verstoßen zu haben, die die USA gegen Iran und andere Staaten verhängt haben.

Wegen dieser Sanktionsverstöße ermitteln die US-Behörden gegen mehrere Banken. Die Commerzbank war unter anderem wegen Geschäften mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren 2002 bis 2007 ins Visier der Behörden geraten. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht.

Mit zahlreichen ausländischen Banken haben die USA bereits zuvor Vergleiche ausgehandelt. Eine Einigung mit der Deutschen Bank steht noch aus.

Die Commerzbank hat für die Strafe bereits Geld zurückgelegt, es reicht jedoch nicht aus. Wie das Institut am Donnerstagabend mitteilte, wird für das vierte Quartal 2014 eine zusätzliche Einmalbelastung in Höhe von 338 Millionen Euro fällig. Damit sinkt der Gewinn für das Gesamtjahr 2014 von ursprünglich 602 auf nur noch 264 Millionen Euro.

Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Gleich vier Regulierungs- und Justizbehörden sind eingebunden - vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht als zuständigem Regulierer des Instituts. Die Commerzbank hofft auf diese Weise, die Streitigkeiten mit den US-Behörden endgültig auszuräumen.

stk/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. In den USA werden auch große Unternehmen für Rechtsbrüche hart bestraft.
Tolotos 12.03.2015
Deutschlands marktkonforme Politiker hingegen verhindern systematisch die Einführung eines brauchbaren Unternehmensstrafrechts!
2.
Stäffelesrutscher 12.03.2015
Herr Gabriel müsste sich jetzt eigentlich hinstellen und erklären: "Mit TTIP würde das nicht passieren, sondern da würde die Commerzbank die USA verklagen, weil deren Gesetze den Profiten mit dem Iran entgegenstehen, und das Schiedsgericht bestünde aus drei Firmenanwälten aus Deutschland!"
3. Man frage sich, wohin geht das Geld?
ihawk 12.03.2015
Es vergeht kein Monat, das wir nicht über umfangreiche Strafzahlungen in Milliardenhöhe hören ... Wohin geht dieses Geld eigentlich? In die US Haushaltssanierung? Vielleicht sollten die deutsche Regierung anfangen US Banken und Großkonzerne für ihre gesetzwidrigen Missetaten zu bestrafen - da käme einiges in die Kassen von Herrn Schäuble und er könnte den deutschen Steuerzahler etwas Luft zum Atmen geben.
4. Warum muss die Bank an die Amerikaner zahlen.
andreika123 12.03.2015
Das ist doch eine deutsche Bank, warum müssen die die Strafe an Amerika zahlen. Und wenn die Amerikaner Sanktionen verchengen und Deutschland nicht, darf die Bank doch machen was die wollen.
5. Wann sind eigentlich
genesys 12.03.2015
Wann sind endlich mal Strafzahlungen von Amerikanischen Banken in Europa fällig? Genug Schaden haben die ja nun wirklich angerichtet. Aber dieser Weg wäre ja unamerikanisch und damit böse.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: