Computerhandel Goldman Sachs schließt prominenten Hedgefonds

Goldman Sachs macht kurzen Prozess mit einem seiner bekanntesten Computerhandel-Hedgefonds: Die US-Bank hat den Fonds Global Alpha geschlossen - weil er zunehmend hohe Verluste einfuhr. Insider rechnen bereits mit einem Total-Aus der Sparte.

Händler in der Goldman-Kabine an der New Yorker Börse: Hoher Verlust im September
AFP

Händler in der Goldman-Kabine an der New Yorker Börse: Hoher Verlust im September


New York - Zuletzt hatte der einst so beliebte Global-Alpha-Fonds Goldman Sachs Chart zeigen nur noch Ärger bereitet - jetzt ist er Geschichte: Die US-Investmentbank hat einen ihrer bekanntesten Computerhandel-Hedgefonds dichtgemacht. Das Geldhaus informierte die Investoren des rund 1,6 Milliarden schweren Fonds am Donnerstag von der Schließung. Der auf automatischem Handel basierende Hedgefonds hatte zuvor einen deutlichen Verlust verzeichnet.

Global Alpha galt als Kronjuwel unter den Hedgefonds von Goldman Sachs. Doch Eingeweihten zufolge büßte er im September 13 Prozent ein - deutlich mehr als vergleichbare Fonds. Auch früher hatte Global Alpha schon mehrere Tiefschläge erlitten: Fast auf den Tag genau vor vier Jahren hatte der Fonds zu Beginn der Finanzkrise mehr als 20 Prozent verloren und damit Anleger verschreckt. Zu seinen besten Zeiten hatte er ein Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Computerhandel hat in den vergangenen Jahren an den Börsen rapide zugelegt. In den USA gehen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Aktiengeschäfte auf den Hochfrequenzhandel zurück - in Deutschland sind es Schätzungen zufolge rund 40 Prozent.

Mit Goldman Sachs vertraute Kenner vermuten, dass die Schließung von Global Alpha ein Vorbote für den Ausstieg der Bank aus diesem Geschäftsbereich signalisiert.

yes/Reuters



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hman2 16.09.2011
1. HFT gehört verboten und die Teilnahme unter Strafe gestellt!
Hochfrequenzhandel hat null komma null volkswirtschaftlichen Wert. Die so generierten Gewinne sind parasitär aus der Realwirtschaft abgesaugte Gelder, die dort natürlich fehlen. Es kann nicht sein, dass nur die Jungs mit den kürzesten Anbindungen an die Börsen-Großcomputer Gewinne machen. Die bauen gerade eine exklusive Glasfaserstrecke London-New York nur um 6 Millisekunden (!) Latenz einzusparen gegenüber dem bisherigen Kabel von Global Crossing, für stolze 300 Millionen Pfund! So groß sind die parasitären Gewinne, dass sich so ein wirtschaftlicher Irrsinn rechnet! Man muss kein Experte sein um sich auszumalen was wohl passiert, wenn die vollautomatisch (!) handelnden Programme mal alle gleichzeitig zu dem Schluss kommen sollten, jetzt in wenigen Millisekunden Dollars oder Euros zu verkaufen... Nie war ein Börsencrash schneller...
auri sacra fames 16.09.2011
2. -
Zitat von hman2Hochfrequenzhandel hat null komma null volkswirtschaftlichen Wert. Die so generierten Gewinne sind parasitär aus der Realwirtschaft abgesaugte Gelder, die dort natürlich fehlen. Es kann nicht sein, dass nur die Jungs mit den kürzesten Anbindungen an die Börsen-Großcomputer Gewinne machen. Die bauen gerade eine exklusive Glasfaserstrecke London-New York nur um 6 Millisekunden (!) Latenz einzusparen gegenüber dem bisherigen Kabel von Global Crossing, für stolze 300 Millionen Pfund! So groß sind die parasitären Gewinne, dass sich so ein wirtschaftlicher Irrsinn rechnet! Man muss kein Experte sein um sich auszumalen was wohl passiert, wenn die vollautomatisch (!) handelnden Programme mal alle gleichzeitig zu dem Schluss kommen sollten, jetzt in wenigen Millisekunden Dollars oder Euros zu verkaufen... Nie war ein Börsencrash schneller...
Und? :-) Die Deutsche Börse in F vermietet Räume in ihrem Gebäude an Hochfrequenzhändler. Je näher an den Rechnern der Börse, desto teurer. Villeicht beobachten uns wirklich feindliche Ausserirdische. Die lachen sich tot und sind sicher nicht unglücklich darüber, dass sie keine Feuerkraft für uns verschwenden müssen. Im Gegenteil: Ihre Wissenschaftler grübeln gerade darüber nach, wie man "Extremkapitalismus" ins bordeigene Waffenarsenal integrieren könnte. Ergebnis: funktioniert nur bei besonders desinterssierten und verblödeten Species - und nur in Zusammenhang mit gleichzeitiger Ausgabe von "iphones" und "Flachbildfernsehern" (was immer das auch sein möge)
Bernhard65 16.09.2011
3. Keiner, auch kein Computer, schlägt dauerhaft den Markt
Die Glaskugel ist für alle gleich trüb. Praktisch alle Studien belegen, dass keiner (kein Bankberater, kein Fondsmanager, kein guter Freund, kein Computer und sei der Algorithmus noch so fein) dauerhaft Prognosen erstellen kann, deren Wahrscheinlichkeit einzutreffen bei mehr als 50 Prozent liegt. Es gibt nämlich keine Muster, die sich dauerhaft wiederholen, höchstens welche die sich zufällig ähnlich sind. Die Betonung liegt hier auf zufällig. Und weil das so ist, sollte niemand Berater oder Manager für Prognosen bezahlen (in Form von Provisionen und Gebühren) und erwarten oder erhoffen das diese „eingekauften“ Tipps erfolgreich sind. Selber machen und provisionsfrei anlegen ist die einzig saubere Lösung. Wie das auch für Laien geht, findet sich unter www.fonds-etf.de
Meistersaenger 16.09.2011
4. Auftrag für die Realwirtschaft
Zitat von hman2Hochfrequenzhandel hat null komma null volkswirtschaftlichen Wert. Die so generierten Gewinne sind parasitär aus der Realwirtschaft abgesaugte Gelder, die dort natürlich fehlen. Es kann nicht sein, dass nur die Jungs mit den kürzesten Anbindungen an die Börsen-Großcomputer Gewinne machen. Die bauen gerade eine exklusive Glasfaserstrecke London-New York nur um 6 Millisekunden (!) Latenz einzusparen gegenüber dem bisherigen Kabel von Global Crossing, für stolze 300 Millionen Pfund! So groß sind die parasitären Gewinne, dass sich so ein wirtschaftlicher Irrsinn rechnet! Man muss kein Experte sein um sich auszumalen was wohl passiert, wenn die vollautomatisch (!) handelnden Programme mal alle gleichzeitig zu dem Schluss kommen sollten, jetzt in wenigen Millisekunden Dollars oder Euros zu verkaufen... Nie war ein Börsencrash schneller...
Zumindest wird mit dem parasitär abgesaugten Geld ein Auftrag an die Realwirtschaft vergeben. Mit einem Volumen von 300 Millionen Pfund.
hman2 16.09.2011
5. Geld
Zitat von MeistersaengerZumindest wird mit dem parasitär abgesaugten Geld ein Auftrag an die Realwirtschaft vergeben. Mit einem Volumen von 300 Millionen Pfund.
Was ja wohl nur ein Bruchteil des parasitär abgesaugten Geldes ist...
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