Computerkonzern Hewlett-Packard schwächelt auch mit neuer Chefin

Weniger Umsatz, fast 50 Prozent weniger Gewinn: Der US-Konzern Hewlett-Packard hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächere Zahlen vorgelegt. Die neue Chefin Meg Whitman gibt ihrem Vorgänger die Schuld.


Palo Alto - Auch mit Meg Whitman an der Spitze kommt der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard nicht aus der Krise. Der von Personalquerelen und Fehlentscheidungen im Management gebeutelte Konzern verkaufte im ersten Geschäftsquartal deutlich weniger Desktop-PC, Notebooks, Drucker, Server und Speichersysteme als noch vor einem Jahr.

Der Gewinn des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard Chart zeigen ist in den Monaten November bis Januar um 44 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar oder 73 Cent pro Aktie eingebrochen. Im Vorjahr waren es noch 2,6 Milliarden Dollar oder 1,17 Dollar pro Aktie.

Beim Umsatz wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein leichter Rückgang um sieben Prozent auf 30 Milliarden Dollar verbucht, wie das Unternehmen am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Damit lag HP leicht unter den Erwartungen von 30,7 Milliarden Dollar.

Wesentlicher Grund für den Rückgang waren den Angaben zufolge sinkende Nachfrage und ausbleibende Lieferungen wichtiger Teile aufgrund der Überschwemmungen in Thailand. Die drei Monate waren für Hewlett-Packard das erste volle Geschäftsquartal unter der Leitung von Meg Whitman, die im September den deutschen Manager Leó Apotheker an der Unternehmensspitze abgelöst hatte.

PC-Verkauf um 18 Prozent eingebrochen

Whitman bat nach Bekanntgabe der Zahlen am Donnerstag um Geduld und verwies auch auf interne Probleme wie etwa zu geringe Investitionen über Jahre hinweg, die zu dem Rückgang beigetragen hätten. Der Übergang sei "eine mehrjährige Reise", erklärte sie.

Apotheker hatte das PC-Geschäft abspalten wollen, weil es zu wenig Gewinn bringe. Daraufhin war der Aktienkurs eingebrochen und Apotheker musste gehen. Whitman entschloss sich, die PC-Sparte zu behalten.

Die jüngsten Geschäftszahlen geben Apotheker allerdings Recht. Er wollte HP als Software- und Servicefirma neu aufstellen. Diese Bereich sowie der Betrieb von Rechenzentren waren die einzigen Sparten, die zuletzt noch wuchsen. Die PC-Verkäufe gingen dagegen um 18 Prozent zurück.

cte/dapd/dpa



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