New Yorker Börse: Computer lösen Chaos an der Wall Street aus

An der New Yorker Börse haben Computerprogramme zeitweise ein Chaos ausgelöst. Von manchen Firmen wurden in 45 Minuten so viele Aktien gehandelt wie sonst an einem ganzen Tag. "Es ging drunter und drüber", sagte ein Händler. Der Handel von fünf Wertpapieren wurde ausgesetzt.

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Händler an der New Yorker Börse: "Es war bizarr"

New York - Außergewöhnlich hohe Handelsumsätze bei mehreren Aktien haben die Börsianer an der Wall Street aufgeschreckt. Der normale Handel war am Mittwoch zeitweise gestört, eine Handvoll Papiere wurden vom Handel an der New York Stock Exchange (NYSE) ausgesetzt. Die Börse will nun insgesamt 148 Werte überprüfen.

Ausgelöst wurde das Problem offenbar durch computergestützte Systeme. "Ich glaube, der Vorfall hat den gesamten normalen Handel in Mitleidenschaft gezogen", sagte Steve Massocca von der Handelsfirma Wedbush Morgan. "Überall gab es Handelsbewegungen, es war bizarr und ging drunter und drüber." Die im Handelsverlauf veröffentlichten positiven Arbeitsmarktdaten gingen in dem Trubel beinahe unter.

Mehrere Händler vermuteten, die Probleme seien auf computergestützte Systeme des Finanzdienstleisters Knight Capital zurückzuführen. Das Unternehmen bestätigte dies wenig später. Knight-Aktien verloren zeitweise 20 Prozent.

Börse prüft Aktienentwicklung von 148 Firmen

Als Reaktion auf den heftigen Handel wurden die Aktien Corelogic, China Cord Blood, Kronos Worlwide, Trinity Industries und Molycorp vom Handel ausgesetzt. Bei Molycorp etwa wechselten in den ersten 45 Handelsminuten mehr als 5,7 Millionen Aktien den Besitzer - üblich ist ein Umsatz am gesamten Tag von 2,65 Millionen. Ein Zusammenhang zwischen den ungewöhnlichen Aktivitäten bei den einzelnen Werten war zunächst nicht erkennbar.

Die Börsianer spekulierten, dass tatsächlich mehr als die fünf vom Handel ausgesetzten Aktien von dem Problem betroffen sind. "Es sieht so aus, als ob es bei Dutzenden, wenn nicht Hunderten Werten extrem hohe Umsätze und sehr schnelle Kursbewegungen gab", sagte Joe Saluzzi von der Handelsfirma Themis Trading. Die Nyse selbst erklärte, sie prüfe den Handel mit den Aktien von 148 gelisteten Firmen in den ersten 45 Handelsminuten.

Für die großen Indizes hatte die Aufregung zunächst keine Folgen. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen lag zeitweise 0,3 Prozent im Plus, der breiter gefasst S&P gewann 0,2 Prozent.

cte/Reuters

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insgesamt 133 Beiträge
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1. Und?
der_pirat 01.08.2012
Was hat das mit der realen Wirtschaft zu tun? Wieviel EUR hat denn eine AG zur Verfügung, wenn der Kurs um 20% steigt? Das ganze betrifft doch nur die Spekulanten. Diese sollten ihr Geld mal lieber in Unternehmen stecken als... Aber was rede ich? Geld verdient Geld und nicht Menschen verdienen Geld. Wie lange wird man das noch glauben?
2. Der gesamte Finanzkapitalismus...
gable 01.08.2012
ist nur noch surreal und nicht mehr behersrchbar. Getrieben von Computerprogrammen wird hier Glückspiel mit dem Wohl der gesamten Welt getrieben. Die Banken hätten aus der Krise gelernt? Niemals, das Glückspiel geht weiter! Diese Pest muss ausgerottet werden...
3. Es
pirx64 01.08.2012
Es lebe der (nicht mehr existente) Parketthandel ...
4. Wieviele Computerstörungen gab es seit 2007?
kabian 01.08.2012
Je schwerer eine Krise, desto größer sind die "Computerprobleme".
5.
Ameisenbauer 01.08.2012
Tja. Schön wäre in dieser Situation eine Finanztransaktionssteuer gewesen. Dann wären die Verantwortlichen wenigstens automatisch noch zusätzlich finanziell abgestraft worden. Ich hoffe nur, dass der große Zusammenbruch an der Börse aufgrund irgendwelcher wildgewordener Zombie-Rechner eher früher als später kommt. Wäre ich ein Hacker und würde mich mit komplexen Rechnerstrukturen auskennen, wäre genau das mein Ziel. Leichter als so kann man das marode Weltfinanzsystem gar nicht zum Einsturz bringen. Man muss nur den ersten großen Dominostein anschubsen. Der Rest geht dann ganz von allein.
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