"Costa Concordia": Weltgrößter Kreuzfahrtkonzern fürchtet Millionenschaden

Das Kreuzfahrtunglück vor der italienischen Küste kostet die Reederei mindestens 85 Millionen Dollar. Auf diese Summe beziffert der Mutterkonzern Carnival allein den Verlust durch den Ausfall des Luxusliners. Die Aktie brach zeitweise um 29 Prozent ein.

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Havarierte "Costa Concordia": Das Schiff kostete 450 Millionen Euro

Frankfurt/London - Der Mutterkonzern der Costa-Reederei ist an der Londoner Börse abgestraft worden. Die Aktien des weltgrößten Kreuzfahrtunternehmens Carnival fielen am Montag zeitweise um knapp 29 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahrestief. Dabei wechselten binnen der ersten Handelsstunde fast viermal so viele Aktien den Besitzer wie sonst an einem ganzen Tag. Später erholte sich die Carnival-Aktie und notierte noch knapp 18 Prozent im Minus.

Carnival ist die US-Muttergesellschaft der italienischen Gesellschaft Costa Cruises, die die "Costa Concordia" betreibt. Das Schiff wurde von 2004 bis 2005 gebaut und kostete 450 Millionen Euro.

Die "Costa Concordia" war Freitagnacht vor der toskanischen Küste auf Felsen gestoßen und gekentert. An Bord befanden sich rund 4.200 Menschen, darunter mehr als 500 Deutsche. Bislang wurden sechs Tote geborgen. 16 Menschen werden noch vermisst.

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Havarie: Die Horrorfahrt der "Costa Concordia"
Carnival hat die Kosten der Havarie am Montag auf 85 bis 95 Millionen Dollar beziffert. Diese Summe komme allein durch den Umsatzausfall im laufenden Jahr zustande. Der Konzern befürchtet weitere Verluste. Das Schiff sei versichert, Carnival müsse aber eine Selbstbeteiligung von 30 Millionen Dollar für Sachschäden zahlen.

Aktien von Versicherern im Minus

Das Schiffsunglück führt auch beim weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück Chart zeigen zu Kosten. Eine Sprecherin sagte am Montag, das Schiffsunglück bedeute einen Großschaden für die Hannover Rück. Als Großschaden definiert der Konzern Forderungen von mindestens zehn Millionen Euro.

Das Unglück betreffe die Kaskoversicherungen des Schiffs selbst sowie Haftpflichtversicherungen, die für Todesfälle, verletzte Passagiere und etwa für Bergungskosten aufkommen müssten. Hannover Rück trete als Rückversicherer der betroffenen Assekuranzen ein. Die Höhe des Großschadens könne man noch nicht beziffern, hieß es weiter. In der Regel seien Risiken teurer Schiffe breit über mehrere Erst- und Rückversicherer gestreut.

Die Aktien der Versicherer standen am Montagvormittag an der Börse unter Druck. Hannover Rück verloren zeitweise 1,3 Prozent auf 38,15 Euro. Papiere der Munich Re Chart zeigen gaben knapp ein Prozent auf 94,11 Euro nach. Allianz-Aktien Chart zeigen verbilligten sich um 1,41 Prozent auf 76,95 Euro.

cte/Reuters/dapd

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