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Kampf gegen Börsencrash: China stoppt den Kursverfall

Börsenwerte von drei Billionen Dollar wurden vernichtet, nun greift Chinas Regierung massiv in den Aktienmarkt ein. Offenbar mit Erfolg: Die Kurse erholen sich. Doch die Lage bleibt gefährlich.

Investor in Peking: Die drastischen Maßnahmen der Regierung zeigen Wirkung Zur Großansicht
AFP

Investor in Peking: Die drastischen Maßnahmen der Regierung zeigen Wirkung

Mit staatlichen Eingriffen ist es den chinesischen Behörden gelungen, den Kursverfall an den Aktienmärkten vorerst zu stoppen. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom Festland der Volksrepublik legte am Donnerstag um mehr als sieben Prozent auf 3926 Punkte zu. Auch der Shanghai Composite Index stieg um 6,8 Prozent.

In der Nacht auf Donnerstag hatten Chinas Aufsichtsbehörden neue drastische Maßnahmen verkündet. So dürfen Anteilseigner, die Beteiligungen von mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen halten, ihre Aktien in den nächsten sechs Monaten nicht veräußern, wie die Wertpapieraufsicht anordnete. Damit solle die "Stabilität an den Kapitalmärkten gewahrt" werden.

Regierung und Notenbank versuchen seit Wochen, den Kursverfall zu bremsen. Rund die Hälfte aller gelisteten Aktien ist mittlerweile vom Handel ausgenommen. Die Zahl der chinesischen Unternehmen, die angesichts der starken Kursrückgänge nicht mehr gehandelt werden wollen oder sollen, stieg zuletzt auf 1439, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Um den Markt weiter zu stabilisieren, kauften große Staatsunternehmen wie der Ölkonzern Sinopec oder der Kohlekonzern Shenhua im großen Stil eigene Aktien auf.

Seit Mitte Juni ist der Markt in Shanghai um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Aktienwerte von mehr als drei Billionen Dollar wurden vernichtet.

Im Jahr vor dem jetzigen Kursverfall war der Aktienmarkt meist durch spekulative Käufe auf Pump um weit mehr als hundert Prozent in die Höhe getrieben worden. Mitte Juni kündigte die Börsenaufsicht aber an, die Regeln für den Aktienkauf auf Pump zu verschärfen. Kleinanleger begannen, panikartig zu verkaufen.

Der Kurssturz in China hatte zuletzt auch Bedenken geweckt, die Verunsicherung könne sich auf andere Märkte ausweiten. So waren auch die Märkte in Hongkong und Tokio eingebrochen. Auch in Europa gibt es zunehmend Stimmen, die warnen, dass die Entwicklungen in China einschneidender sein könnten als die Entscheidung im Schuldenstreit mit Griechenland.

China galt jahrelang als letzte starke Konstante in einer insgesamt schwächelnden Weltwirtschaft. Währen die USA und Europa die Folgen der Finanzkrise verarbeiten mussten, wuchs die chinesische Wirtschaft immer noch kräftig. Zuletzt hatte die Regierung in Peking ihre Wachstumsprognosen allerdings immer wieder nach unten geschraubt.

stk/dpa-AFX

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insgesamt 114 Beiträge
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1. 3 Billionen Dollar
magakles 09.07.2015
Sind damit jetzt 3 Billionen also 3000 Milliarden oder 3 Milliarden Dollar gemeint?
2. Geld vernichtet?
Bueckstueck 09.07.2015
Man fühlt sich wie im Laientheater wenn man bei SPON immer und immer wieder was von "vernichtetem Geld" im Zusammenhang mit einem Kursrutsch an einer Börse liest... Merke: Geld wird nicht vernichtet, es wechselt den Besitzer. Es ist nicht weg! Jemand hat die Summe bezahlt und jemand hat demzufolge das Geld erhalten. Nur ist zur Zeit eben niemand mehr bereit für Aktie XY den gleichen oder einen annährenden Preis zu bezahlen. Wenn ihr unbedingt martialische Worte unterbringen wollt, dann bitte im Bezug auf Kurswerte.
3. Ich werde die Börse nie kapieren
siebenh 09.07.2015
Kaufen die Anleger spekulativ und treiben künstlich die Kurse nach oben, ohne das der Wert des Unternehmens noch eine Rolle spielt, steigen weltweit die Kurse. Reinigen sich die Märkte auf ein normales Niveau, bricht alles zusammen. Genau andersrum wäre es logisch. Diese "Reinigung" ist doch etwas Gutes. An diesem Beispiel sieht man wie irre das alles ist. Geld verdienen ohne Gegenleistung, außer einem RestRisiko, darf nicht ganze Wirtschaftssysteme beeinflussen. Das ist falsch
4. Seid ohne Sorge
der_neger 09.07.2015
1. Das Geld war nie existent und kann daher nicht vernichtet worden sein. 2. es ist immer noch genug Geld in der Welt. Alles wird gut!
5. @magakles
cthl92 09.07.2015
Ja, es sind wirklich drei Billionen gemeint. Bei Bloomberg und anderen ist von $3.2 trillion die Rede.
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