Crash-Test: Lohnt sich ein Investment in Goldminen-Aktien?

Von "Das Investment"-Autorin Svetlana Kerschner

Der Goldpreis hat in diesem Jahr deutlich zugelegt. Doch Fonds, die auf Goldminen-Aktien spezialisiert sind, konnten von dem Boom bislang nicht profitieren. Experten glauben, dass sich das bald ändern wird.

Crash-Test: Aktienfonds Goldminen Fotos
AP

"Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles" - gerade in einer turbulenten Börsenphase wie derzeit scheint dieses Zitat aus Goethes "Faust" aktueller denn je. Die Flucht in das Edelmetall, das als krisenfest gilt, treibt die Preise in immer neue Höhen. Im August überschritt Gold die 1900-Dollar-Marke und kostete genauso viel wie Platin; zeitweise sogar etwas mehr. Wer am Jahresanfang eine einzige Feinunze des Edelmetalls für rund 1400 US-Dollar kaufte und sie im August wieder verkaufte, machte rund 500 Dollar Gewinn. Zwar hat der Goldpreis seit dem Sommer nachgegeben, aber er notiert noch immer deutlich höher als zu Jahresbeginn.

Wer im gleichen Zeitraum indes auf Goldminen-Aktienfonds setzte, hatte das Nachsehen: Selbst gute Produkte rutschten seit Anfang des Jahres ins Minus. "In Krisenzeiten sinkt die Bereitschaft, Aktien zu kaufen - auch wenn es Goldaktien sind", erklärt Markus Bachmann, Manager des Fonds Craton Capital Precious Metal.

Georges Lequime, der mit Joachim Berlenbach den Earth Gold Fund UI berät, sieht das differenzierter. Die Börsenpanik sei nur eines der Probleme gewesen, sagt er. Zudem hätten einige Minenbetreiber die Investoren enttäuscht, indem sie ihre Produktionsziele verfehlt oder die Kosten nicht im Griff gehabt hätten. Diese Einzelfälle färbten auf die gesamte Branche ab. Einig sind sich beide Experten darin, dass Minenaktien derzeit stark überverkauft sind, kurz- oder mittelfristig aber zu ihrer fairen Bewertung zurückkehren werden. Der Rückgang des Ölpreises und der rasante Anstieg des Goldpreises werden die Margen erhöhen und den Unternehmen gute Gewinne bescheren, sagt Lequime.

Die beiden müssen es wissen. Im jüngsten Crashtest von "Der Fonds" landeten ihre beiden Fonds mit 235 beziehungsweise 223 von 300 möglichen Punkten auf den Plätzen 1 und 3.

Kanadische Firmen sind beliebt

Zweitplazierter wurde der Klassiker BGF World Gold von Blackrock. Fondsmanager Evy Hambro kauft vorwiegend Aktien von mittelgroßen Goldproduzenten. Dabei bevorzugt er Firmen mit einer geringen Fremdkapitalquote. Hambro darf Firmen beimischen, die andere Edelmetalle oder Diamanten abbauen. Von Zeit zu Zeit kauft er zudem Indexfonds.

Hambros größte geografische Position ist Kanada. Die dortigen Goldproduzenten Kinross Gold und Goldcorp zählen zu den Top-5-Positionen. Größte Verlustbringer waren indes Aktien aus Peru. Nach dem Wahlsieg des linken Politikers Ollanta Humala im Juni rechnen Marktteilnehmer mit einer verschärften Steuerpolitik. Das führte zu einem Kursrutsch, der unter anderem peruanische Goldminenbetreiber traf. Es handle sich nur um eine vorübergehende Kursschwäche, erklärt Hambro. Er habe diese dazu genutzt, um sich mit weiteren Papieren aus Peru einzudecken.

Noch mehr Vertrauen in Kanada hat Bachmann: 73 Prozent des Portfolios des Craton Capital Precious Metal waren Ende Juli in dem nordamerikanischen Land börsengelistet. "Dort sind die Auflagen viel strenger als in anderen Ländern", erklärt Bachmann. Firmen, die ihr Domizil in Kanada haben, haben "ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht". Bei der Titelauswahl sind Bachmann eine gesunde Bilanz, ein Domizil in einem stabilen politischen Land, gutes Management und eine Bewertung weit unter dem inneren Wert wichtig.

Die Bilanz steht auch für die Earth-Gold-Fund-Berater Berlenbach und Lequime an erster Stelle. Sie schätzen künftige Erlöse und Produktionskosten ein und setzen sie ins Verhältnis. Dafür fahren der Geologe und der Bergbauingenieur auch schon mal selbst zu den Minen - oder schicken einen der Analysten von Earth Resource Investment Group (ERIG) hin. Geografisch setzen sie ebenfalls auf Kanada, aber auch auf Mexiko und die USA, "weil sich dort die US-Dollar-Schwäche positiv auf die Bewertung der Aktien auswirkt".

Der Artikel stammt aus dem Magazin "Das Investment"

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Nein.
si_tacuisses 08.10.2011
Zitat von sysopDer Goldpreis hat in diesem Jahr deutlich zugelegt. Doch Fonds, die auf Goldminen-Aktien spezialisiert sind, konnten von dem Boom bislang nicht profitieren. Experten glauben, dass sich das bald ändern wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787873,00.html
Die sind genau wie das FIAT money nichts weiter als bedrucktes Papier.
2. Wer sind diese angeblichen Experten ?
pudel_ohne_mütze 08.10.2011
Zitat von sysopDer Goldpreis hat in diesem Jahr deutlich zugelegt. Doch Fonds, die auf Goldminen-Aktien spezialisiert sind, konnten von dem Boom bislang nicht profitieren. Experten glauben, dass sich das bald ändern wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787873,00.html
Wüssten sie mehr als ich, hätten sie längst investiert. So aber gehen sie mit ihren "klugen" Ansichten ( Glauben ) hausieren, um das Geld ihrer Gläubigen in entsprechenden Fonds zu verbrennen, ohne selbst auch nur einen Cent zu riskieren. Wenn man aus Geld immer mehr Geld machen will, ohne tatsächlich einen Mehrwert zu schaffen, dann braucht man eben eine Menge Deppen, die darauf reinfallen. Wird SPON für diesen Quark bezahlt ??
3. Wie wäre es statt mit Gold
karmamarga 08.10.2011
Zitat von sysopDer Goldpreis hat in diesem Jahr deutlich zugelegt. Doch Fonds, die auf Goldminen-Aktien spezialisiert sind, konnten von dem Boom bislang nicht profitieren. Experten glauben, dass sich das bald ändern wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787873,00.html
zur Abwechslung mit menschlicher Solidarität statt tödlicher Raffgier, mit der man sich den Abstand zum anderen schaffen muss, um von diesem nicht zerstört zu werden und die alle zwischenmenschlichen Beziehungen zerstört. Aber diesen Intelligenzschritt wird die Menschheit wohl nie verstehen.
4. Nö.
alcowe 08.10.2011
Wer sein Geld in Krisenzeiten in Papier bzw. in ein paar Zahlen in einem Computer anlegt dem ist nicht mehr zu helfen. Und wer glaubt denn noch an den Wert von Aktien? Da wird doch nur Geld hin und her geschoben. Bis zum nächsten Crash. Deshalb werden die Minenaktien niemals so steigen wie die Werte von Edelmetall, da glaubt schlicht keiner mehr daran das die soviel Wert sind. Und ohne den Glauben an einen Wert, existiert kein Wert.
5. einseitg
kamau 08.10.2011
wer in gold oder goldminen investiert, sollte sich über das verhalten der goldminen betreiber kundig machen, oder von autoren darüber über die goldmine betreiber informiert werden. viele von ihnen sind brutale landräuber, die die einheimische bebölkerung von ihrem lkand vertreiben, flüsse verschmutzen, die bergarbeiter ausbeuten, papua-neu-guinea, um nur ein beispeil zu nennen. es gibt aber auch unternehmen, die sich bei ihrer tätigkeit von den monstern unterscheiden. dass sich ein investment bericht nur auf anlagemöglichkeiten beschränkt und keinerlei interesse an menschlichen arbeits-und lebensbedingungen zeigt finde ich erschreckend niveaulos, einseitig, unsozial und so neunzehntesjahrhundert. wer in geld oder gold investiert, sollte immer dabei auch an die menschen denken in die man dabei indirekt investiert, zur derem wohl oder zu ihrem unglück! weshlab druckt der spiegel so einen hirnlosen MIST?
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Worauf es im Crash-Test ankommt
Performance-Vergleich
Hier geht es darum, über verschiedene Zeiträume besser abzuschneiden als der Gruppendurchschnitt.
Im Stresstest
punkten jene Fonds, die wenig schwanken und die Verluste auch in extremen Turbulenzen moderat halten.
Der Rating-Vergleich
bündelt die Noten der führenden Rating-Agenturen.
Ergebnis
Für alle drei Kategorien gilt: Je höher der dort erzielte Rang, desto höher die vergebene Punktzahl. Der jeweilige Spitzenreiter bekommt 100 Punkte, das Schlusslicht geht leer aus. In der Gesamtwertung kann ein Fondsmanager also maximal 300 Punkte erreichen.
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Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.