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Trotz Milliardenverlusts: Credit-Suisse-Chef gönnt sich Spitzengehalt

Angesichts eines Milliardenverlustes und Stellenabbau spart der Chef der Credit Suisse ein bisschen am eigenen Gehalt. Tidjane Thiam verdiente 18,9 Millionen Franken - fast doppelt so viel wie sein Vorgänger.

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DPA

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam

Für die Credit Suisse läuft es derzeit alles andere als gut. 2000 Jobs sollen wegfallen, für das erste Quartal kündigt die Schweizer Bank schon mal vorsorglich einen Verlust an. Im vergangenen Jahr rutschte das Institut mit 2,9 Milliarden Franken in die roten Zahlen - der höchste Verlust seit 2008. Beim Gehalt des neuen Credit-Suisse-Chefs Tidjane Thiam schlägt sich die Krise der Bank aber nicht bedeutend nieder. Er verdient sogar deutlich mehr als sein Vorgänger, verzichtete aber auf einen Teil seiner Bonuszahlung.

Die Schweizer Großbank zahlte Thiam für sein erstes halbes Jahr an der Spitze 2015 insgesamt 18,9 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Davon entfallen 14,3 Millionen Franken auf Ersatzzahlungen für verfallene Vergütungen seines früheren Arbeitgebers Prudential. Der ehemalige Credit-Suisse-Chef Brady Dougan, der Mitte 2015 durch Thiam abgelöst wurde, erhielt für 2014 insgesamt 9,7 Millionen Franken.

Thiam ist zur Zeit der bestverdienende Manager in der Schweiz. Er hat ein Fixsalär von 1,7 Millionen Franken und sollte einen Bonus von 2,9 Millionen Franken bekommen. Thiam habe angesichts der Ergebnisse des Konzerns angeboten, auf 40 Prozent seines Bonus zu verzichten. Trotz seiner ausgezeichneten Leistung habe der Verwaltungsrat diesem Vorschlag zugestimmt, hieß es. Thiam habe die Kapitalbasis gestärkt und die Geschäftsbereiche der Bank neu ausgerichtet, lobte das Aufsichtsgremium.

Der Aktienkurs der Bank hat sich seit dem Amtsantritt des neuen Chefs im Juli allerdings fast halbiert. Abschreibungen auf eine überteuerte Übernahme in den USA sowie schleppende Geschäfte im Investmentbanking hatten Credit Suisse Chart zeigen im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,94 Milliarden Franken eingebrockt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in der Konzernbilanz stiegen auf 1,61 Milliarden Franken von 1,02 Milliarden Ende 2014.

Credit Suisse will nun aus weiteren Bereichen des Investmentbanking aussteigen und bis 2018 mindestens 4,3 Milliarden Franken einsparen - eine Milliarde Franken mehr als bisher geplant.

mmq/Reuters/dpa

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