Nach Gewinneinbruch Credit Suisse plant milliardenschwere Kapitalerhöhung

Der Gewinn der Schweizer Großbank Credit Suisse ist im dritten Quartal um fast ein Viertel gesunken, vor allem durch einen Verlust im Investmentbanking. Mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung will sich das Institut jetzt für den anstehenden Konzernumbau rüsten.

Credit-Suisse-Filiale in Luzern: Sechs Milliarden frische Franken für die Großbank
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Credit-Suisse-Filiale in Luzern: Sechs Milliarden frische Franken für die Großbank


Der Gewinn der Schweizer Großbank Credit Suisse ist im dritten Quartal wegen eines schwachen Investmentbankings deutlich gesunken. Der Konzernüberschuss sackte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf umgerechnet rund 780 Millionen Schweizer Franken ab, wie das Institut am Mittwoch in Zürich mitteilte. Im Investmentbanking kam ein Verlust von 125 Millionen Franken vor Steuern zusammen.

Der seit Sommer amtierende Vorstandschef Tidjane Thiam will im Laufe des Tages seine Strategie für die Bank bekannt geben. Es wird erwartet, dass er besonders im Handelsgeschäft spart und stattdessen die Vermögensverwaltung ausbauen will.

Mit zwei Kapitalerhöhungen will die zweitgrößte Schweizer Bank gut sechs Milliarden Franken einnehmen. Mit der größten Kapitalaufnahme seit der Finanzkrise korrigiert Thiam die Versäumnisse seines Vorgängers Brady Dougan und verschärft zudem den Sparkurs. Credit Suisse peilt bis Ende 2018 Kosteneinsparungen von 3,5 Milliarden Franken an und will Teile des Investmentbankings zurückfahren.

"Die Stärkung unseres Kapitals erlaubt uns, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und eine Strategie voranzutreiben, die darauf abzielt, eine klare Führungsposition im Private Banking und der Vermögensverwaltung zu übernehmen", sagte Thiam. Wachsen will Credit Suisse vor allem im Geschäft mit reichen Unternehmern in Asien, dem Nahen Osten, Osteuropa und Afrika.

Die Bank will zudem das Schweizer Geschäft abspalten. Ein Anteil von 20 bis 30 Prozent soll bis 2017 an die Börse kommen, der Rest bleibt beim Konzern. Zudem baut Thiam die Führungsspitze des Geldhauses radikal um. Prominente Köpfe wie die langjährigen Chefs der Vermögensverwaltung, Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir, sowie der Investmentbanking Co-Chef Gael de Boissard scheiden aus.

Credit Suisse Chart zeigen ist eine von vier Großbanken in Europa, die mit einem neuen Mann an der Spitze den Neustart versuchen, weil der bisherige Umbau nicht gefruchtet hat und die Konkurrenz davonzieht. Auch die Deutschen Bank Chart zeigen gehört zu dem Quartett. Am 29. Oktober legt der neue Konzernchef John Cryan seinen detaillierten Marschplan für Deutschlands größtes Geldhaus vor.

nck/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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ernstch 21.10.2015
1. Stellenabbau
Was im Artikle nicht gesagt wird, dass in der Schweiz 1600 Stellen abgebaut werden sollen. Interessant übrigens, dass meldungen über Stellenabbau erst nach den Wahlen erfolgen. Nicht nur bei der Credit Swiss sondern z.B. auch bei Rieter. Zufall? Wohl kaum.
eckawol 21.10.2015
2. Kapitalerhöhung auch bei der Deutschen Bank ?
Es sieht so aus, dass die Entwicklungen des Ergebnisses bei CS im Investmentbanking ähnliche Notwendigkeiten erfordern wie bei der Deutsche Bank, die dann auch eine Kapitalerhöhung durchführen müßte.
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