Dacia-Konkurrenz: VW will im Januar über Billigmarke entscheiden

Angriff auf Dacia: Die Pläne für eine Billigmarke im Volkswagen-Konzern nehmen Formen an. Der Vorstand will einem Zeitungsbericht zufolge bereits im Januar entscheiden. Einer Stufenheck-Limousine solle eine ganze Modellfamilie folgen - keinesfalls werden die Autos Volkswagen heißen.

VW-Auslieferungsturm in Wolfsburg: Ausrangierte Werkzeuge für die Billigtochter Zur Großansicht
dapd

VW-Auslieferungsturm in Wolfsburg: Ausrangierte Werkzeuge für die Billigtochter

Hamburg - Die Pläne von Volkswagen für ein Billigauto unter 8000 Euro werden immer konkreter. Wie das Fachmagazin "auto motor und sport" berichtet, will der Vorstand bereits im Januar über ein abgespecktes Stufenheck-Modell entscheiden. Als Basis soll der in China verkaufte Jetta dienen. VW-Manager Hans Demant bereite mit einem 20-köpfigen Team ein entsprechendes Konzept vor.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem "großen Termin", der Anfang kommenden Jahres geplant sei. Zur Debatte steht einer weiteren Person zufolge ein eigens gegründetes Tochterunternehmen, das das Billigauto verkaufen soll. VW wollte sich nicht dazu äußern.

Dem Magazinbericht zufolge denken die Strategen über eine ganze Modellfamilie nach. Dazu gehören neben der Limousine ein Kombi und eine Schrägheckvariante. "In China brauchen wir eine große Stufenhecklimousine, in Indien eher ein kleineres Modell", zitiert das Blatt den früheren Opel-Chef Demant. Anschließend könnten ein Geländewagen und ein kleiner Familienwagen folgen.

Große Nachfrage erwartet

Eine solche Billigauto-Familie nach dem Beispiel der Marke Dacia von Renault rechnet sich erst ab einer halben Million Fahrzeugen pro Jahr. Für die Billigautos sucht Volkswagen noch einen eigenen Namen. Die Marke Volkswagen soll dadurch nicht verwässert werden.

Experten schätzen den Markt für Einfachautos aktuell auf acht Millionen Einheiten, ein Großteil davon wird in China verkauft. Bis 2018 soll der Weltmarkt auf über 10,5 Millionen solcher Budget Cars wachsen. Die Fahrzeuge sind vor allem in Schwellenländern gefragt, wo sich die Verbraucher mit steigenden Einkommen zunehmend einfache Autos kaufen, statt auf Mopeds zu fahren. Sie liegen aber auch in Europa im Trend, weil sich wegen der steigenden Arbeitslosigkeit in den Schuldenstaaten immer weniger Menschen aufwendig ausstaffierte Wagen leisten.

Einem VW-Insider zufolge erwägt der Wolfsburger Autobauer, die neue Billigmarke zusammen mit einem Partner in China aufzuziehen. VW arbeitet in der Volksrepublik bereits in zwei Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Autobauern zusammen.

Streit mit Suzuki schwelt weiter

Ursprünglich hatte Volkswagen zusammen mit dem japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki ein Billigauto auf den Markt bringen wollen. Die beiden Partner hatten sich jedoch überworfen, weil sich die Japaner von dem deutschen Konzern dominiert fühlten. Der Streit liegt seit Sommer vor dem Schiedsgericht der internationalen Handelskammer in London. Die Japaner wollen Europas größten Autobauer zwingen, die an Suzuki gehaltene Beteiligung von knapp 20 Prozent zurückzugeben. Mit einer Entscheidung wird frühestens im nächsten Jahr gerechnet.

mik/Reuters

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insgesamt 66 Beiträge
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1.
stenkerfritze 13.12.2012
Zitat von sysopdapdAngriff auf Dacia: Die Pläne für eine Billigmarke im Volkswagen-Konzern nehmen Formen an. Der Vorstand will einem Zeitungsbericht zufolge bereits im Januar entscheiden. Einer Stufenheck-Limousine solle eine ganze Modellfamilie folgen - keinesfalls werden die Autos Volkswagen heißen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dacia-konkurrenz-vw-will-im-januar-ueber-billigmarke-entscheiden-a-872833.html
Na fürs Volk bauen die ja schon lange nicht mehr, "Prekariatswagen" wäre dann wohl passender, ist aber vielleicht zu offensichtlich
2. Achso
deppendorfswoche 13.12.2012
Volkswagen baut also Volkswagen, welche nicht Volkswagen heißen werden. Mein letzter VW war ein 1200er Käfer.Er lief und lief und lief. Mal sehen womit die Marketingstrategen mich nun überzeugen wollen:) Marke verwässern? Das haben die Herrschaften bereits Jahrzehnte lang selbst gemacht. Kürzlich stand ich vor einem Schuhkarton names Up! Das Preisschild wies 16.000 € aus. Man nennt das glaube ich kognitive Dissonanz. Was nicht sein darf kann auch nicht sein.
3. Mittelstandsangepaßt
smartphone 13.12.2012
wäre vielleicht das richtige Wort. Denn schaut euch doch mal div neue Stadtteile an . Früher stand vor dem neuen Häusle ein BMW AUDI etc ggfs ein Gol für die Frau.... Und heute ein Auto , oder zwei kleine günstige ... Also der Verfall nimmt schon nachhaltige Züge an . Ein Verkauf dieser Häuser ist faktisch unmöglich udn Stadtmieten bekanntlich zu teuer. Ergo ist es notwendig ,daß ein Golf das kostet für was er produziert wurde...Also unter 10000 Euro ... Der GOLF wohlgemerkt. Ein kleineres E-Car eben auch nur für 6000 höchstens ... Die Leute haben das Geld nicht mehr. Solange weite Teile der Wirtschaft meinen , man bekommt einen Senior Projektleiter mit Führungserfahrung für 400-1200 Euro.... man lese bitte mal manch Stellenanzeige ...
4. ich dachte
ferenghi1969 13.12.2012
die heisst Skoda???
5. Senior-Projektleiter
trader_07 13.12.2012
Zitat von smartphonewäre vielleicht das richtige Wort. Denn schaut euch doch mal div neue Stadtteile an . Früher stand vor dem neuen Häusle ein BMW AUDI etc ggfs ein Gol für die Frau.... Und heute ein Auto , oder zwei kleine günstige ... Also der Verfall nimmt schon nachhaltige Züge an . Ein Verkauf dieser Häuser ist faktisch unmöglich udn Stadtmieten bekanntlich zu teuer. Ergo ist es notwendig ,daß ein Golf das kostet für was er produziert wurde...Also unter 10000 Euro ... Der GOLF wohlgemerkt. Ein kleineres E-Car eben auch nur für 6000 höchstens ... Die Leute haben das Geld nicht mehr. Solange weite Teile der Wirtschaft meinen , man bekommt einen Senior Projektleiter mit Führungserfahrung für 400-1200 Euro.... man lese bitte mal manch Stellenanzeige ...
Das finde ich als Tagessatz für einen Senior-Projektleiter ganz in Ordnung. Gut, 400 Euro sind schon ein bisschen grenzwertig....
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