"Viking Link" Weltlängstes Stromkabel soll Dänemark und Großbritannien verbinden

"Ökostrom kann der neue Bacon werden": Der dänische Energieminister Lilleholt hat den Bau der weltweit längsten Untersee-Stromleitung angekündigt. "Viking Link" soll ab 2022 Energie nach Großbritannien liefern.

Windkraftanlagen vor der dänischen Insel Samsø
REUTERS

Windkraftanlagen vor der dänischen Insel Samsø


Der Export von Frühstücksspeck nach Großbritannien war für Dänemark ein wichtiger Grund, 1973 mit dem Vereinigten Königreich der Europäischen Union (EU) beizutreten. 44 Jahre später wollen die Briten die EU wieder verlassen - doch die Agrarnation Dänemark hofft auf einen neuen Exportschlager: Ökostrom.

"Wir bauen das weltweit längste Stromkabel 'Viking Link' zwischen Dänemark und Großbritannien", teilte der rechtsliberale dänische Energieminister Lars Christian Lilleholt mit. "Ökologischer Strom kann der neue Bacon werden." Er könne bald einen großen Exportanteil ausmachen, zu Versorgungssicherheit und der Energiewende beitragen.

Die rund 750 Kilometer lange Stromtrasse soll laut Ministerium 2022 fertig sein und eine Kapazität von rund 1400 Megawatt haben. "Damit bekommen wir die Möglichkeit, unseren Strom auf einem größeren Markt zu verkaufen, wenn wir einen Überschuss an nachhaltiger Energie haben", sagte Lilleholt laut einer Mitteilung.

Die Verbindung durch die Nordsee soll demnach mit Zuleitungen im Hinterland etwa elf Milliarden Kronen (rund 1,5 Milliarden Euro) kosten und von Vejen in Südjütland unweit der deutschen Grenze bis zu einem Punkt rund 170 Kilometer nördlich von London führen. Zusätzlich zu dem Kabel soll bei dem Projekt auch das Hochspannungsnetz bis zur deutschen Grenze ausgebaut werden. Dänemark hat laut dem dänischen Energieministerium derzeit mit die niedrigsten Marktpreise für Strom in ganz Europa.

"Viking Link" soll der zentrale Baustein der exportorientierten Energiepolitik der dänischen Regierung sein. "Wir leben nicht mehr auf isolierten 'Energieinseln'", sagte Lilleholt zur Lage auf dem europäischen Strommarkt. Auch der Export nach Deutschland soll durch das Projekt gesteigert werden.

apr



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