Wechsel an Konzernspitze Daimler-Chef Zetsche soll Posten im Mai 2019 abgeben

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hört auf - er räumt seinen Posten im kommenden Jahr. Nachfolger soll der schwedische Entwicklungschef Ola Källenius werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Daimler-Chef Dieter Zetsche
imago/ IPON

Daimler-Chef Dieter Zetsche


"Daimler stellt Weichen für die Zukunft", so ist die Pressemitteilung überschrieben, die der Autokonzern am Mittwochmorgen verschickt hat. In dieser Zukunft wird der langjährige Vorstandschef Dieter Zetsche, 65, allerdings eine andere Rolle spielen als bisher.

Demnach wird Zetsche sein Amt als Vorstandschef des Auto- und Lastwagenbauers zur Hauptversammlung 2019 abgeben. Der schwedische Forschungs- und Entwicklungsvorstand Ola Källenius, 49, sei vom Aufsichtsrat in der Sitzung vom Mittwoch für die Nachfolge an der Konzernspitze und als Leiter der Autosparte Mercedes-Benz berufen worden, so Daimler.

Nach einer sogenannten "Abkühlungsphase" soll Zetsche dann 2021 in den Aufsichtsrat wechseln. Zetsche ist seit Anfang 2006 Daimler-Chef. Der promovierte Ingenieur arbeitet seit 1976 auf verschiedenen Posten für Daimler. Er zog als Konzernchef den Schlussstrich unter die verunglückte Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler, die Vorgänger Jürgen Schrempp 1998 durchgezogen hatte. 2007 gab Daimler die Mehrheit an der Chrysler Group ab, bevor das Unternehmen 2009 auch den restlichen Anteil von knapp einem Fünftel verkaufte.

Zu Zetsches Verdiensten wird gezählt, dass er den Konzern nach der Finanzkrise aus einer schweren Flaute geführt, die Designsprache der Stammmarke Mercedes-Benz modernisiert und damit jüngere Käuferschichten erobert hat. Nach vielen Jahren hinter dem Erzrivalen BMW konnte Mercedes-Benz 2016 die Weltspitze im Verkauf von Premium-Autos zurückerobern. Zuletzt war Zetsche allerdings in die Schlagzeilen geraten, weil ihn das Bundesverkehrsministerium wegen Abgasmanipulationen einbestellte.

Ola Källenius ist 49 Jahre alt und seit Anfang 2015 Vorstandsmitlied bei Daimler. Der Schwede ist Betriebswirt und arbeitet seit 1993 für den Konzern, zuletzt als Chef der Konzernforschung sowie der Entwicklung der Pkw-Sparte. Sein Vertrag läuft derzeit bis Dezember 2022. Er gilt seit längerem als hoffnungsvoller Anwärter auf den Chefposten.

Mehr Hintergrund zum Thema: Wie Zetsche der Zorn des Verkehrsministers traf.

beb/dpa



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