Gehaltseinbuße Daimler-Chef erhält zwei Millionen Euro weniger

Rechtsverfahren, Zuliefererprobleme, eine schwache Lkw-Sparte: 2016 wurde Daimlers bisheriger Wachstumsspurt jäh abgebremst. Konzernchef Dieter Zetsche erhält nun die Rechnung und verdient deutlich weniger.

Daimler-Chef Dieter Zetsche
Bongarts/Getty Images

Daimler-Chef Dieter Zetsche


Nicht nur Anleger und Mitarbeiter müssen dem schwierigen vergangenen Jahr für den Autokonzern Daimler Tribut zollen. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche hat 2016 weniger verdient. Der 63-Jährige erhielt einschließlich Bonuszahlungen 7,6 Millionen Euro nach 9,7 Millionen im Jahr 2015, wie aus dem Geschäftsbericht des Autokonzerns hervorgeht. Alle Konzernvorstände mussten im vergangenen Jahr Einschnitte hinnehmen.

Daimler hatte seine vom Management gesetzten Ziele 2016 zwar erreicht. Teile der variablen Vergütung bemessen sich aber am operativen Gewinn, der wegen Sonderkosten unter anderem im Zusammenhang mit Takata-Airbags und für Rechtsverfahren sowie aufgrund des Gewinneinbruchs im Lkw-Geschäft um zwei Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zurückgegangen war.

Auch die aktienbasierte Vergütung fiel etwas schmaler aus, weil die Daimler-Aktie 2016 weniger wert war als noch 2015. Durch fällig gewordene, längerfristige Aktienoptionen flossen Zetsche faktisch 13,8 Millionen Euro auf sein Konto nach 14,4 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Zetsche ist seit Langem einer der bestbezahlten Manager in Deutschland. 2015 verdiente er nach Berechnungen der Frankfurter Vergütungsberatung hkp fast doppelt so viel wie der zweitplatzierte Deutsche-Post-Chef Frank Appel. Der Daimler-Chef ist zugleich der Firmenlenker mit den höchsten Pensionsansprüchen: Der Stuttgarter Autobauer hat für Zetsches Rente dem Geschäftsbericht zufolge 43,5 Millionen Euro zur Seite gelegt.

Das gesamte Geld sehen die Manager ohnehin nicht sofort. Denn die Vergütung setzt sich aus fixen und variablen Teilen zusammen. Letztere bestehen auch aus langfristigen Komponenten, deren Wert sich etwa an der Entwicklung der Konkurrenz bemisst und sich über die Jahre noch verändern kann.

Auch die deutschen Daimler-Mitarbeiter bekommen eine geringere Prämie als im Vorjahr. Die 130.000 in Deutschland nach Tarifvertrag Beschäftigten erhalten in diesem Jahr 5400 Euro - im Vorjahr gab es 5650 Euro. Weltweit beschäftigte Daimler zum Jahresende 282.488 Mitarbeiter, nach 284.015 im Vorjahr.

kig/Reuters/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
eckawol 14.02.2017
1. Konsequent und vorbildlich
die Handhabung der Vergütungsfrage . Sollte andere Konzerne zur Nachahmung sofort veranlassen.
DiVega 14.02.2017
2. Was nun...
Was ist nun an Geld geflossen? Der 63-Jährige erhielt einschließlich Bonuszahlungen 7,6 Millionen Euro nach 9,7 Millionen im Jahr 2015, wie aus dem Geschäftsbericht des Autokonzerns hervorgeht. Also 7,6 Mio. €...ok weiterhin lese ich... Durch fällig gewordene, längerfristige Aktienoptionen flossen Zetsche faktisch 13,8 Millionen Euro auf sein Konto nach 14,4 Millionen Euro im Jahr zuvor. Also doch über 21 Mio. € verdient, oder? Rentenansprüche sind auch angestiegen, würde ich ja mit in die Summe seiner Verdienste mit aufnehmen, aber das ist wahrscheinlich kleinlich ;)
Georg_Alexander 14.02.2017
3. Ehrlich gesagt ist es mir egal
wieviel Einkommen jemand hat, wenn er dann auch gerecht besteuert wird. Das bedeutet zum Beispiel: Keine Deckelung der Progression! Leistung soll sich lohnen - immer, aber nach oben hin immer ein wenig weniger. Solange das nicht umgesetzt ist, handelt es sich bei dem bestehenden Steursystem um eine SYSTEMATISCHE Umverteilung nach oben - reine Mathematik.
zyprer 14.02.2017
4. Hartz-4-Empfänger?
Der arme Kerl! Bedeutet das, dass wir bald noch einen Hartz-4-Empfänger haben?!
birdie 14.02.2017
5. Der arme Kerl ...
nun kann er täglich nur noch 1 Teller warme Suppe essen. Aber ... mein Mitleid mit ihm hält sich in Grenzen. Wäre er bescheiden geblieben und hätte selbst sein Jahreseinkommen auf das 50-fache des niedrigsten Jahres-Einkommens in seinem Konzern freiwillig gedeckelt, dann hätte er weiss Gott noch immer genug gehabt und würde sich jetzt nicht mit seinem grossartigen "Verzicht" lächerlich machen.
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