Autobranche: Daimler feiert Absatzrekord - und warnt vor Gewinnrückgang 

Daimlers Absätze haben im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht. Doch das schwächelnde Geschäft in China und der Ausbau von Produktionsstätten verschlingen viel Geld. Für 2013 rechnet das Unternehmen mit sinkenden Gewinnen bei seiner Kernmarke Mercedes-Benz.

Daimler-Chef Zetsche: Gewinn leicht gesteigert Zur Großansicht
dapd

Daimler-Chef Zetsche: Gewinn leicht gesteigert

Hamburg - Daimler hat im vergangenen Jahr beim Gewinn zulegen können - aber nur durch den Verkauf seiner Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS.

Unterm Strich machte der Autokonzern 6,5 Milliarden Euro Gewinn, 2011 waren es sechs Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von acht Prozent. Allein der Verkauf der EADS-Anteile machte davon 709 Millionen Euro aus. Ohne diesen Deal wäre der Gewinn zurückgegangen.

Der operative Konzerngewinn aus dem laufenden Geschäft schrumpfte auf 8,1 Milliarden Euro von zuvor neun Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg von 106,5 auf 114,3 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von sieben Prozent. Der Absatz erreichte mit 2,2 Millionen Fahrzeugen einen neuen Rekordwert.

Der Daimler-Chef zog eine durchwachsene Bilanz: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial", sagte Dieter Zetsche. "Unseren Erfolgen und den zahlreichen zukunftsweisenden Investitionen im Jahr 2012 steht die Tatsache gegenüber, dass wir bei Ergebnis und Rentabilität unserem eigenen Anspruch noch nicht gerecht werden."

Sorgen in China

Der Konzern hatte im Herbst sein Jahresziel, das Ebit aus dem Vorjahr zu erreichen, zusammengestrichen. Das als "Übergangsjahr" angekündigte 2012 lief vor allem in der zweiten Jahreshälfte spürbar schlechter als erwartet. Mit einem insgesamt gut drei Milliarden Euro schweren Sparprogramm - zwei Milliarden Euro bei den Pkw und gut eine Milliarde in der Lkw-Sparte - will Daimler gegensteuern und bis Ende nächsten Jahres auf deutlich niedrigere Kosten kommen. D

Die größte Baustelle im Konzern ist das China-Geschäft. Auf dem größten Automarkt der Welt verliert Daimler gegenüber Audi und BMW an Boden. Auch die eigenen Ziele kann das Unternehmen nicht erreichen.

Im laufenden Jahr rechnet Daimler mit einem Gewinnrückgang bei seiner Kernmarke und Ertragsperle Mercedes-Benz Cars und mit einem weiteren Rückgang des operativen Sparten-Ergebnisses. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen werde 2013 in der Pkw-Sparte leicht unter dem des Jahres 2012 liegen, teilte Daimler mit.

Schon 2012 verbuchte Daimler bei Mercedes-Benz Cars wegen schwacher Geschäfte in China und hoher Ausgaben für neue Fahrzeugmodelle sowie aufgrund des Ausbaus der Produktionsstätten im In- und Ausland einen deutlichen Gewinnrückgang auf 4,4 Milliarden Euro von 5,2 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

ssu/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Steuerzahler0815 07.02.2013
dass euer gewinn leidet liegt daran dass ihr eurem personal in deutschland zu viel zahlt gibt wenig gründe warum ein bandarbeiter nur wegen berufserfahrung das doppelte verdient wie der kollege ohne berufserfahrung denn wertvoller wird seiner arbeit sicher nicht
2. Unglaublich,
adam68161 07.02.2013
wie kann man nur einem so unfähigen Vorstand eine Vertragsverlängerung zugestehen. Mercedes verliert täglich mehr und mehr Marktanteile. Die "neue" A-Klasse wird mit Sicherheit kein grosser Gewinnbringer.Die Konkurrenz hat eben "Vorsprung durch Technik"!
3. Hat sich Daimler nicht erst in China eingekauft?
Pandora0611 07.02.2013
Zitat von sysopDaimlers Absätze haben im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht. Doch das schwächelnde Geschäft in China und der Ausbau von Produktionsstätten verschlingen viel Geld.
Und jetzt gibt es plötzlich Verluste? Da müssen doch schnellstens 100.000 Stellen in BW abgebaut werden. *Kretschmann und Hermann sind dafür!* PS: Damler baut ab sofort *Fahrräder*; ökologisch korrekt natürlich!
4. Mmmh, was machen wir da?
mg56 07.02.2013
Schon mal mit Rücklagen probiert? dann wird es auch etwas leichter bei einem Gewinnrückgang, oder?
5. Leiharbeiter
Teile1977 07.02.2013
Zitat von Steuerzahler0815dass euer gewinn leidet liegt daran dass ihr eurem personal in deutschland zu viel zahlt gibt wenig gründe warum ein bandarbeiter nur wegen berufserfahrung das doppelte verdient wie der kollege ohne berufserfahrung denn wertvoller wird seiner arbeit sicher nicht
Das war einmal, Neueinstellungen erhalten seit ein paar Jahren deutlich geringere Gehälter als früher. Und auch Deimler hat die Vorteile der Leiharbeit erkannt (noch stärker sind die Werksverträge, gleiche Situation für den Mitarbeiter aber noch weniger Rechte) In manchen Abteilungen liegt die Fremdarbeiterquote bei über 40%!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Daimler AG
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare