Hamburg - Daimler hat im vergangenen Jahr beim Gewinn zulegen können - aber nur durch den Verkauf seiner Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS.
Unterm Strich machte der Autokonzern 6,5 Milliarden Euro Gewinn, 2011 waren es sechs Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von acht Prozent. Allein der Verkauf der EADS-Anteile machte davon 709 Millionen Euro aus. Ohne diesen Deal wäre der Gewinn zurückgegangen.
Der operative Konzerngewinn aus dem laufenden Geschäft schrumpfte auf 8,1 Milliarden Euro von zuvor neun Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg von 106,5 auf 114,3 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von sieben Prozent. Der Absatz erreichte mit 2,2 Millionen Fahrzeugen einen neuen Rekordwert.
Der Daimler-Chef zog eine durchwachsene Bilanz: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial", sagte Dieter Zetsche. "Unseren Erfolgen und den zahlreichen zukunftsweisenden Investitionen im Jahr 2012 steht die Tatsache gegenüber, dass wir bei Ergebnis und Rentabilität unserem eigenen Anspruch noch nicht gerecht werden."
Sorgen in China
Der Konzern hatte im Herbst sein Jahresziel, das Ebit aus dem Vorjahr zu erreichen, zusammengestrichen. Das als "Übergangsjahr" angekündigte 2012 lief vor allem in der zweiten Jahreshälfte spürbar schlechter als erwartet. Mit einem insgesamt gut drei Milliarden Euro schweren Sparprogramm - zwei Milliarden Euro bei den Pkw und gut eine Milliarde in der Lkw-Sparte - will Daimler gegensteuern und bis Ende nächsten Jahres auf deutlich niedrigere Kosten kommen. D
Die größte Baustelle im Konzern ist das China-Geschäft. Auf dem größten Automarkt der Welt verliert Daimler gegenüber Audi und BMW an Boden. Auch die eigenen Ziele kann das Unternehmen nicht erreichen.
Im laufenden Jahr rechnet Daimler mit einem Gewinnrückgang bei seiner Kernmarke und Ertragsperle Mercedes-Benz Cars und mit einem weiteren Rückgang des operativen Sparten-Ergebnisses. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen werde 2013 in der Pkw-Sparte leicht unter dem des Jahres 2012 liegen, teilte Daimler mit.
Schon 2012 verbuchte Daimler bei Mercedes-Benz Cars wegen schwacher Geschäfte in China und hoher Ausgaben für neue Fahrzeugmodelle sowie aufgrund des Ausbaus der Produktionsstätten im In- und Ausland einen deutlichen Gewinnrückgang auf 4,4 Milliarden Euro von 5,2 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
ssu/dpa/Reuters
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