Umbau bei Autokonzern Finanzvorstand Uebber will Daimler verlassen

Bei Daimler steht ein weiterer Abgang eines Topmanagers bevor. Finanzvorstand Bodo Uebber will den Konzern Ende 2019 verlassen. Ein Grund wurde zunächst nicht genannt.

Bodo Uebber (links) und Dieter Zetsche
DPA

Bodo Uebber (links) und Dieter Zetsche


Nach dem angekündigten Rücktritt von Daimler-Chef Dieter Zetsche will ein weiterer langgedienter Vorstand den Autobauer verlassen. Finanzvorstand Bodo Uebber hat seinen Abschied für Ende des nächsten Jahres angekündigt. Uebber habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff mitgeteilt, "dass er eine Verlängerung seiner bis Dezember 2019 laufenden Bestellung nicht anstrebt", teilte der Stuttgarter Konzern mit. Einen Grund nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Uebber soll aber im Ringen um die künftige Aufstellung von Daimler mit seinen Überlegungen gescheitert sein. Der Manager gehört dem Daimler-Vorstand seit 2003 an, seit 2004 ist er für die Finanzen verantwortlich.

Fotostrecke

18  Bilder
Dieter Zetsche: Ein Leben für Daimler

Erst im vergangenen Monat hatte Daimler beschlossen, dass der langjährige Vorstandschef Zetsche (65) seinen Posten im Mai 2019 an den bisherigen Forschungschef Ola Källenius übergibt. Der 49-jährige Schwede wird der erste ausländische Vorstandschef an der Spitze von Daimler und übernimmt von Zetsche auch die Leitung der Pkw-Sparte Mercedes-Benz. Zetsche will nach einer sogenannten Abkühlungsphase 2021 in den Aufsichtsrat wechseln

Der Konzern plant für 2019 einen radikalen Umbau: Es solle eine Muttergesellschaft mit den selbstständigen Pkw-, Lkw- und Dienstleistungstöchtern entstehen.

Fotostrecke

13  Bilder
Abgasskandal: Diese Modelle werden zurückgerufen

Mit dem Umbau entstehen unter dem Dach der Daimler AG drei unabhängige Einheiten. Ziel ist eine größere Flexibilität beim Wandel der Branche hin zu Elektromobilität, selbstfahrenden Autos und Mobilitätsdienstleistungen. Daimler will dadurch auch in der Lage sein, leichter Kooperationen und Partnerschaften in einzelnen Geschäftsfelder einzugehen.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
redwed11 08.10.2018
1. Nun auch Daimler
Wie schon bei Thyssen Krupp und Siemens haben sich nun auch bei Daimler die Heuschrecken durchgesetzt. Um kurzfristige Gewinnmaximierungen zu realisieren werden die Flagschiffe der deutschen Industrie gnadenlos, ohne Rücksicht auf den Weiterbestand der Unternehmen und der Arbeitsplätze, zerschlagen. Bei einem Aktienanteil von ca. 70% der institutionellen Anleger wie angeblichen Pesionsfonds und der bei Daimler investierten Heuschrecke ist die Koalition der Gierigen und Rücksichtslosen klar in der Mehrheit um auch dieses Unternehmen zu zerschlagen. Damit ist auch das Schicksal dieses Unternehmens als zum Schluss leere Hülle besiegelt. Der Name Daimler wird dann wie viele andere ehemals gute Namen der deutschen Industrie an Billigheimer verhökert (s. AEG usw.) Wann endlich greift die Politik ein um gegen die Vernichtung der Reste der deutschen Industrie durch von Gier getriebenen Heuschrecken vorzugehen. Es wird höchste Zeit.
zynischereuropäer 08.10.2018
2. @1
Was für ein Unsinn, den Sie da von sich geben. Zuallererst ist die Ausgangslage vollkommen unterschiedlich: auf der einen Seite ein Konzern, der maßgeblich unter dem Strukturwandel leidet und seit Jahren nur herum krebst, auf der anderen Seite ein kraftstrotzender Konzern, der vor Erfolg kaum laufen kann. Daimler wird nicht von ausgehöhlt und als Leere Hülle enden, wo haben Sie den Unfug denn her? Daimler ordnet sich ähnlich wie VW aus - eine Muttergesellschaft (VW) mit mehreren Töchtern, die dazu gehören, aber sonst eben eigenen Ermessensspielraum haben (Porsche, Audi, Skoda etc.). Sind das auch nur irgendwelche Hüllen? Warum wird das gemacht? Weil, wie Ihnen vielleicht entgangen ist, der Automobilbranche ein weitreichender Umbruch bevor steht und man sich ausrechnet, mit der neuen Struktur flexibler und agiler zu sein. Was für den einen passt (zB Partnerschaft der PKW-Sparte) muss ja nicht für den ganzen Konzern (zB LKW) passen. Wenn dann nur PKW in die Verhandlungen tritt, geht das sicherlich schneller und einfacher sich zu einigen. Den Konzern hat man ja nach wie vor im Rücken. Im übrigen ist die Teilung de facto heute schon da, Daimler Financial Services ist heute schon eigenständig. Ihre Tirade gegen "vermeintliche" Pensionsfonds (wie können die denn vermeintlich sein?) und Co ist eher aus Unwissenheit und Furcht gespeist, denn aus Wissen. Nur ein Beispiel ihrer verqueren Logik: gerade Pensionsfonds sind nicht an schnellen Gewinnen interessiert... die suchen langfristige Investments, weil - Trommelwirbel - Pensionszahlungen langfristige Verpflichtungen sind. Einfach mal mit der Materie beschäftigen, dann verliert die ihren Schrecken.
redwed11 08.10.2018
3.
Zitat von zynischereuropäerWas für ein Unsinn, den Sie da von sich geben. Zuallererst ist die Ausgangslage vollkommen unterschiedlich: auf der einen Seite ein Konzern, der maßgeblich unter dem Strukturwandel leidet und seit Jahren nur herum krebst, auf der anderen Seite ein kraftstrotzender Konzern, der vor Erfolg kaum laufen kann. Daimler wird nicht von ausgehöhlt und als Leere Hülle enden, wo haben Sie den Unfug denn her? Daimler ordnet sich ähnlich wie VW aus - eine Muttergesellschaft (VW) mit mehreren Töchtern, die dazu gehören, aber sonst eben eigenen Ermessensspielraum haben (Porsche, Audi, Skoda etc.). Sind das auch nur irgendwelche Hüllen? Warum wird das gemacht? Weil, wie Ihnen vielleicht entgangen ist, der Automobilbranche ein weitreichender Umbruch bevor steht und man sich ausrechnet, mit der neuen Struktur flexibler und agiler zu sein. Was für den einen passt (zB Partnerschaft der PKW-Sparte) muss ja nicht für den ganzen Konzern (zB LKW) passen. Wenn dann nur PKW in die Verhandlungen tritt, geht das sicherlich schneller und einfacher sich zu einigen. Den Konzern hat man ja nach wie vor im Rücken. Im übrigen ist die Teilung de facto heute schon da, Daimler Financial Services ist heute schon eigenständig. Ihre Tirade gegen "vermeintliche" Pensionsfonds (wie können die denn vermeintlich sein?) und Co ist eher aus Unwissenheit und Furcht gespeist, denn aus Wissen. Nur ein Beispiel ihrer verqueren Logik: gerade Pensionsfonds sind nicht an schnellen Gewinnen interessiert... die suchen langfristige Investments, weil - Trommelwirbel - Pensionszahlungen langfristige Verpflichtungen sind. Einfach mal mit der Materie beschäftigen, dann verliert die ihren Schrecken.
So ähnlich fing es auch bei Siemens und Thyssen Krupp an. Auch da wurden immer weitere Forderungen nach Aufspaltung des Unternehmen von Seiten der "Investoren" gekommen. Immer mehr Unternehmensteile werden als einzelne Unternehmen an die Börse gebracht oder wegen nicht ausreichender Gewinne geschlossen. Die miese Rolle der Investoren ist bei vielen Unternehmen erschreckend sichtbar, ob Hedgefonds oder Pesionsfonds oder wie sich diese Heuschrecken auch nennen mögen spielt keine Rolle. Diesen Investoren geht es nur um schnellen und höchsten Gewinn. Längerfristige Überlegungen sind von denen nicht zu erwarten. Mit dem Umbau von Daimler und den Entlassungen von Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstand scheint dort auch die Gefahr einer immer größeren Einflussnahme dieser Gierinvestoren und der späteren Zerschlagung des Unternehmens zu bestehen. Dann erwartet Daimler ein ähnliches Schicksal wie Siemens und Thyssen Krupp, nämlich der Zerschlagung zur kurzfristigen Höchstgewinnrealisierung.
zynischereuropäer 08.10.2018
4. @redwed
Nein, hat es nicht, da es immer noch Äpfel und Birnen sind, die sie hier so munter zusammen rühren. Selbst wenn es so wäre, ist es manchmal gut Teile zu trennen die nicht zusammen gehören bzw nicht miteinander harmonieren. Nichts ist für die Ewigkeit und bevor ein Teil den anderen herunter zieht, muss man sich mitunter von ihm trennen. In der Natur wie in der Partnerschaft und eben in der Wirtschaft. Dass es unter Investoren auch Heuschrecken gibt ist keine Frage. Diese müssen aucj bekämpft werden. Aber wenn Sie den Unterschied zwischen einem Hedgefonds und einem Pensionsfond nicht erkennen können, sollten Sie sich mit Kommentaren zu den Themen zurückhalten. Ich wiederhole mich, Äpfel und Birnen. Nun zu Daimler selber: die Strategie kommt von Daimler selbst, um auf die Umbrüche in Markt und Gesellschaft reagieren zu können - Autonomie, Mobility as a service, Elektrifizierung, etc pp. Es wird auch niemand entlassen - der Umbau geht auf Zetsche zurück, das war seine Idee! Der gibt jetzt an seinen Ziehsohn Källenius weiter, wartet 2 Jahre ab und wechselt dann in den Aufsichtsrat, also in die höchste Stufe der Karriereleiter. Was den Finanzvorstand letztendlich zu seiner freiwilligen Kündigung (!) bewegt hat kann ich Ihnen nicht verraten, ich vermute aber, dass es mit seiner Niederlage im Machtkampf um die Strategie zusammen hängt. Wieder, etwas völlig normales. Daimler zerschlägt sich auch nicht, sondern spaltet sich unter dem Dach einer Mutter in 3 eigenständige Töchter auf - was keine Zerschlagung in ihrem negativen Sinne ist! Tun Sie bitte sich und der Gesellschaft einen Gefallen und informieren Sie sich über die Hintergründe, bevor Sie sich eine Meinung bilden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.