Wirtschaft


Krise beim Autobauer: Daimler beneidet BMW um Mini-Geländewagen

Eine E-Mail-Panne, schrumpfende Gewinne und ein hartes Sparprogramm - bei Daimler läuft es nicht rund. Zu allem Überfluss zeigt ein Top-Manager nun auch noch Neid auf die Konkurrenz: Besonders einen Wagen von BMW hätte er gerne in der eigenen Produktpalette.

Mercedes-Stern: "Zum Teil fehlen uns die Produkte"Zur Großansicht
dapd

Mercedes-Stern: "Zum Teil fehlen uns die Produkte"

Stuttgart - Bei Autobauer Daimler geht gerade ziemlich viel schief. Eigentlich wollte der Konzern an diesem Donnerstag seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Wegen einer Panne gelangten die Ergebnisse allerdings schon am Mittwoch an die Öffentlichkeit - und zwar in den USA. Die Mitteilung war versehentlich in einem falschen E-Mail-Verteiler gelandet.

Zu allem Überfluss waren die Zahlen auch noch schlecht. In allen Geschäftsbereichen musste der Autobauer seine Ziele senken. Insgesamt rechnet Daimler für 2012 nun nur noch mit acht Milliarden Euro Bruttogewinn - das wäre ein Rückgang um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Richtig unangenehm wurde es dann am Donnerstag. Erst brach der Kurs der Daimler-Aktie Chart zeigen um zeitweise mehr als drei Prozent ein. Dann geriet Finanzvorstand Bodo Uebber bei der Präsentation der Ergebnisse ins Schwärmen - allerdings hatten es dem Top-Manager nicht die Autos des eigenen Hauses angetan, sondern die der Konkurrenz. "Zum Teil fehlen uns die Produkte", sagt Uebber. "Zum Beispiel den BMW X1 haben wir nicht im Portfolio."

Daimler hadert mit alter Modellpalette

Den bayerischen Rivalen wird das freuen. Mit dem X1 besetzt BMW das Segment der kleinen Nobelgeländewagen. Daimler will in diesem Bereich mit einem Modell auf Basis der A-Klasse punkten. Allerdings könnte es noch Jahre dauern, bis das Fahrzeug in die Autohäuser kommt.

Das Segment der SUV ist das zurzeit am stärksten wachsende im Automarkt - und die sogenannten Mini-SUV werden dabei immer beliebter. Sie verbinden die von Kunden geschätzten Attribute wie eine erhöhte Sitzposition und robustes Design mit deutlich geringerem Verbrauch als die größeren Fahrzeuge dieser Klasse. Deswegen bieten immer mehr Hersteller die hochgebockten Kleinen an - selbst Marken wie Opel und VW wollen mit Fahrzeugen wie Mokka oder Taigun punkten.

Tatsächlich hat Mercedes-Benz derzeit im Vergleich zu BMW und Audi insgesamt eine wesentlich ältere Modellpalette. Das wird sich erst in den kommenden Jahren ändern. 2013 kommt die neue S-Klasse auf den Markt, die E-Klasse wird runderneuert. 2014 folgt die neue C-Klasse.

Ablesbar ist die momentane Schwäche an den Absatzzahlen: Auf mehreren wichtigen Märkten musste Mercedes zuletzt Einbrüche hinnehmen. In China etwa brach der Absatz laut Quartalsbericht um 20 Prozent auf 47.127 Fahrzeuge ein. In Westeuropa sanken die Verkäufe um vier Prozent auf 143.183 Autos, in Deutschland sogar um sieben Prozent. Nur dem deutlichen Plus von 35 Prozent in den USA ist es zu verdanken, dass die Verkäufe insgesamt um zwei Prozent auf 345.418 Autos zulegten.

Angesichts der Probleme beim Absatz und sinkender Gewinne will Daimler nun kräftig sparen. Die Kosten sollen ab 2014 um mindestens drei Milliarden Euro gedrückt werden. Allein in der Pkw-Sparte sollen es mindestens zwei Milliarden Euro sein.

stk/dpa/dapd

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insgesamt 78 Beiträge
BiffBoffo 25.10.2012
Ist auf höchsten Niveau. Sobald auch nur das kleinste Anzeichen eines klitzekleinen Flaute ist wird gejammert. Ohh die Gewinne werden weniger etc. etc. Natürlich hängt da viel drann, das verstehen die Menschen auch in diesem Land. [...]
Ist auf höchsten Niveau. Sobald auch nur das kleinste Anzeichen eines klitzekleinen Flaute ist wird gejammert. Ohh die Gewinne werden weniger etc. etc. Natürlich hängt da viel drann, das verstehen die Menschen auch in diesem Land. Aber die Politik sollte sich hier nicht mehr einmischen. Der Markt wird sich regeln. Dazu haben die Deutschen jahrelang die neusten Innovationen in irgendwelchen Autosalons präsentiert. Nichts, ok fast nichts, ist auf der STraße zu sehen. Keine Infrastruktur. Kein wirklicher Autobauer der Voran geht und sagt hier, das ist jetzt unsere Alternative zu einem Fairen Preis bitte schön. Ich greife zu wenn sie ein Wasserstoff betriebenes Auto zu einen guten Preis Präsentieren.
truereader 25.10.2012
... dass andere Hersteller einen Markt besetzen können. Auch mal jenseits von BMW über den Tellerrand schauen - nein, Audi ist es nicht.
... dass andere Hersteller einen Markt besetzen können. Auch mal jenseits von BMW über den Tellerrand schauen - nein, Audi ist es nicht.
westerwäller 25.10.2012
...unseren Öko-Foristen gefallen wird. Ach ja: Ich erinnere mich noch an die Weitsicht der SPON-Redakteure, als sie die Autokrise in den USA damit erklärten, dass die US-Autobauer keine kleinen, spritsparenden Modelle im [...]
Zitat von sysopDas Segment der SUV ist das zur Zeit am stärksten wachsende im Automarkt - und die sogenannten Mini-SUV werden dabei immer beliebter.
...unseren Öko-Foristen gefallen wird. Ach ja: Ich erinnere mich noch an die Weitsicht der SPON-Redakteure, als sie die Autokrise in den USA damit erklärten, dass die US-Autobauer keine kleinen, spritsparenden Modelle im Programm hätten. Ehrlich: Wer fährt einen Käfer, wenn er für das gleiche Geld einen Chevrolet Camaro bekommen kann?
papayu 25.10.2012
Sollte sich als Verkehrsminister aufstellen lassen fuer die CDU. Da ist er auf einem sicheren Platz und hat keinen Schleudersitz mehr. Denn bald wird Daimler und andere verschwinden. Das Auto ist ein Auslaufmodell!! Vielleicht [...]
Sollte sich als Verkehrsminister aufstellen lassen fuer die CDU. Da ist er auf einem sicheren Platz und hat keinen Schleudersitz mehr. Denn bald wird Daimler und andere verschwinden. Das Auto ist ein Auslaufmodell!! Vielleicht wollen die SUV Kaeufer querfeldein verschwinden, wenns brenzlich wird. Wie waere es mit SCHWIMMWAGEN. VW hatte die frueher im Programm!! Einfach rueber nach England und dann weiter nach Irrland. " Fahr nicht auf mein HEILIGSBLECHLE" ist endgueltig vorbei.
braamsery 25.10.2012
dass in einem begrenzten Raum mit begrenzten Ressourcen und immer ungleicherer Verteilung der Vermögensverhältnisse, irgendwann weniger Autos gekauft werden, schon weil irgendwann die meisten eines haben und lieber mit einem [...]
dass in einem begrenzten Raum mit begrenzten Ressourcen und immer ungleicherer Verteilung der Vermögensverhältnisse, irgendwann weniger Autos gekauft werden, schon weil irgendwann die meisten eines haben und lieber mit einem älteren rumfahren statt stark zu sparen und sich ein neues zu holen. Davon abgesehen, dass viele sich kein neues leisten könnten. Wir müssen in Finanzwelt und Wirtschaft endlich komplett umdenken und von Zinseszins und Wachstum wegkommen. Dadurch ruinieren wir die Erde. Dadurch wiederum uns selbst bis die Menschheit wieder auf ein gesundes Maß zurückschrumpt oder wir schleunigst heftigst umdenken und das selbst in die hand nehmen.
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  • Donnerstag, 25.10.2012 – 11:49 Uhr
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