Neuer Daimler-Großaktionär Li Shufu besucht Daimler-Zentrale

Kaum im Geschäft, schon zu Besuch: Daimlers neuer Großaktionär, der chinesische Geschäftsmann Li Shufu, inspiziert schon heute die Konzernzentrale in Stuttgart.

Neuer Daimler-Großaktionär Li Shufu
picture alliance / Wiktor Dabkow

Neuer Daimler-Großaktionär Li Shufu


Der neue Daimler-Großaktionär Li Shufu ist nach Informationen der "Bild am Sonntag" am Sonntag und am Montag zu Besuch beim Autobauer in Stuttgart. In der Daimler-Zentrale werde Li mit mehreren führenden Managern sprechen, darunter Finanzchef Bodo Uebber, berichtete die Zeitung. Am Dienstag seien Gespräche im Kanzleramt in Berlin geplant.

Am Samstag war bekannt geworden, dass sich der Chef des chinesischen Autoherstellers Geely am freien Markt 9,69 Prozent der Daimler-Aktien durch gezielte Ankäufe beschafft hatte. Li war damit zum größtem Alleinaktionär des Konzerns geworden. Er hatte in einem Statement am Samstag betont,"Daimler auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Anbieter von Elektromobilität zu begleiten".

Charmeoffensive aus China

Der Besuch des chinesischen Milliardärs in Deutschland sei eine "Charmeoffensive", schrieb die "BamS", da die Vorbehalte gegen chinesische Investoren hierzulande groß seien. Im Kanzleramt werde Li sich mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrick Röller, treffen. Beim Besuch in Stuttgart sei am Montag ein Gespräch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche möglich.

Schon Anfang Februar war bekannt geworden, das es ein Gespräch zwischen Li und Zetsche über einen Einstieg gegeben habe. Angeblich bat Li darin um Sonderkonditionen in Form von Rabatten, Daimler habe abgelehnt. Daimler begrüßte den Einstieg am Samstag trotzdem: Li sei ein "langfristig orientierter Investor".



insgesamt 22 Beiträge
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Rüdiger IHLE, Dresden 25.02.2018
1. O je .. Ich kenn das noch von früher ...
.. wenngleich in etwas kleineren Dimensionen . Ist aber immer ein ganz schlechtes Zeichen, wenn der Chef eines Investors das Unternehmen besucht, bei dem er gerade eingestiegen ist ... Daimler, jetzt heisst es : Warm anziehen ...
oldman2016 25.02.2018
2. Knallharter Einflussnehmer
Wenn einer beharrlich soviele Aktien eines Unternehmens kauft, macht er das nicht alleine wegen des Profits. Er wird als großer Aktionäre vor allem auch Einfluss in die Geschäftspolitik des Autobauers nehmen wollen. Wenn Li Shufu wie berichtet die Abkehr der Automobilindustrie vom klassischen Verbrennungsmotor als alternativlos betrachtet, würde ich persönlich es sehr begrüßen, wenn sich Li Shufu die Manager von Daimler zur Markteinführung der Wasserstofftechnik in Fahrzeugen überzeugen könnte. Entweder als Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle oder als Fahrzeuge mit durch Wasserstoff angetrieben Verbrennungsmotoren. Die Mobilität der Zukunft wird nicht durch schwere Batterien und unnötigem Ballast zu lösen sein. Für den innerstädtlschen Kurzstreckenverkehr kann die Reichweite und damit das Gewicht der Batterien reduziert bleiben. Aber für Langstrecken und höher Geschwindigkeiten bräuchte es Anhäger für die Batterien. Dann kann gleich jedes heutige Auto, einen Tankanhänger mit Treibstoff für die gesamte Lebensdauer hinter sich herziehen. Für der Energiebilanz ist es unerheblich ob jemand für die Dauer eines Autolebens von ca. 150.000 km ständig hunderte Kilo schwere Batterien als Ballast zusätzlich zum Gewicht des eigentlichen Fahrzeuges mitschleppen. Das höhere Gewicht von Batterieautos erhöht den Verschleiß und Abrieb der Reifen, was zur Erhöhung der Feinstaubbelastung führt. Nur schreiben unsere sogenannten Qulitätsmedien bei Elektroautos wenig bis gar nichts über die unnötige Energieverschwendung, die die Beförderung von hunderttausenden Tonnen Batterie-Ballast in Millionen von Elektroautos mit sich bringt.
PolitBarometer 25.02.2018
3.
Tja, und in 2-3 Jahren werden dann auch in Stuttgart keine Autos mehr produziert. Das macht Geely dann auschliesslich in China. Mit Daimler verschwindet wieder einmal eine Marke in Richtung Fernost. Zu Jahresbeginn war es KuKa Robotics; jetzt nimmt der totale Ausverkauf erst richtig Fahrt auf. Ist BMW der nächste Kandidat?
Havel Pavel 25.02.2018
4.
Zitat von Rüdiger IHLE, Dresden.. wenngleich in etwas kleineren Dimensionen . Ist aber immer ein ganz schlechtes Zeichen, wenn der Chef eines Investors das Unternehmen besucht, bei dem er gerade eingestiegen ist ... Daimler, jetzt heisst es : Warm anziehen ...
Das Überleben von Daimler ist gesichert und die Wettbewerbsvorteile im wichtigsten Automarkt der Welt gibts gratis dazu! Warum sollte all dies ein schlechtes Zeichen sein? Daimler ist ausbaufähig und zukunftsträchtig, ansonsten hätte sich wohl kein chinesischer Investor zum grössten Einzelaktionär eingekauft. Übrigens bei Volvo hat der chinesische Einfluss bisher doch auch nur Positives bewirkt und warum sollte dies ausgerechnet bei Daimler anders verlaufen? Jeder Aktionäer ist schliesslich an Wachstum und guten Zukunftsaussichten ganz besonders interessiert. Und gerade im Automobilsektor wird sich in den kommenden Jahren so einiges stark verändern und da kann es doch nur von Vorteil sein wenn man finanziell gut gerüstet ist und dies dazu noch mit internationaler Vernetzung!
gesellschaft 25.02.2018
5. Wirtschaftsstärke=pol. Macht
China sichert sich über die wirtschaftliche die politische Einflussnahme. Welchen Einfluss das letztendlich auf die Bürger in D und der EU hat- noch mit vielen Unbekannten. Globalisierung lässt sich nicht mehr aufhalten.
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