Elektroautos Daimler investiert 20 Milliarden Euro in Batteriezellen

Daimler weitet seine "Elektro-Offensive" aus: Der Autobauer hat Lieferverträge für Batteriezellen bis 2030 geschlossen. Schon vorher soll ein großer Teil der Flotte mit Strom fahren.

Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt das E-Auto EQC vor (Archivbild)
DPA

Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt das E-Auto EQC vor (Archivbild)


Der Automobilkonzern Daimler hat angekündigt, in den kommenden Jahren mehr als 20 Milliarden Euro für Batteriezellen auszugeben. Es seien Verträge mit Lieferanten geschlossen worden, die bis ins Jahr 2030 die Versorgung der eigenen Produktion sicherstellten, teilte das Unternehmen mit.

Daimler baut die Batterien zwar selbst, kauft aber die Zellen - den wesentlichen Baustein - bei externen Lieferanten zu. Die Lieferanten produzieren Batteriezellen bereits in Asien und Europa und expandieren nach Angaben des Konzerns weiter in Europa und zusätzlich in den USA.

Bis 2025 sollten 15 bis 25 Prozent der verkauften Fahrzeuge batterieelektrisch fahren, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Der Autobauer will dafür zehn Milliarden Euro zusätzlich in Entwicklung und Produktion der Elektro-Flotte bei Mercedes-Benz stecken. Das erste rein elektrische Fahrzeug daraus soll 2019 auf den Markt kommen.

Daimler plant sieben neue Batteriewerke

Außerdem will Daimler ein Produktionsverbund für E-Auto-Batterien aufbauen: Ein Batteriewerk im sächsischen Kamenz ist bereits in Betrieb, sieben weitere sollen folgen. Das kostet den Konzern nach eigenen Angaben eine weitere Milliarde Euro. Daimler benötigt die Batteriezellen auch für E-Busse und -Lastwagen. Die Lieferverträge seien so ausgelegt, dass Daimler über die jeweils neueste Zellentechnologie verfügen könne, hieß es.

Volkswagen hatte bereits vergangenes Jahr angekündigt, in den kommenden Jahren insgesamt rund 50 Milliarden Euro für Batteriezellen ausgeben zu wollen. Zuletzt kündigte VW an, 2019 mit der Produktion eines E-Autos in Zwickau beginnen zu wollen. BMW kauft allein für vier Milliarden Euro Zellen bei dem chinesischen Hersteller CATL - ein Teil davon soll aus einer neuen Zellfabrik in Thüringen stammen.

Neben CATL sind auch die asiatischen Hersteller LG Chem, Samsung SDI, SK Innovation und Panasonic führend bei E-Auto-Batterien. Die EU-Kommission hat die Autobauer und Zulieferer wiederholt aufgefordert, in Europa große Fabriken für Elektroautobatterien zu bauen. Sonst könnten "führende Hersteller wie Mercedes nicht sicher sein, dass sie stets Zugriff auf die neueste Technologie haben", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig im Februar. Die Kommission will die Entwicklung leistungsfähiger Batteriezellen in den kommenden zwei Jahren mit fast 200 Millionen Euro fördern.

kko/dpa/Reuters/AFP



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