Autobauer Daimler macht mehr Gewinn - trotz Dieselkrise

Dieselkrise und Kartellvorwürfe konnten Daimler nichts anhaben: Der Stuttgarter Konzern hat 2017 mehr Autos verkauft und hohe Gewinne eingefahren. Die Beschäftigten können sich auf hohe Prämien freuen.

Daimler-Sitz in Sindelfingen
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Daimler-Sitz in Sindelfingen


Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat 2017 deutlich mehr Autos verkauft und Bestwerte bei Umsatz und Gewinn eingefahren. Der Stuttgarter Konzern verbuchte trotz Dieseldebatten und Kartellvorwürfen einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro - sieben Prozent mehr als im Jahr 2016. Damit erzielte Daimler einen Überschuss von 10,9 Milliarden Euro - 24 Prozent mehr als im Vorjahr. 2016 hatte der Dax-Konzern allerdings anders als 2017 einige Sonderbelastungen verbucht, sodass die Vergleichszahl niedrig war.

Den Mitarbeitern sei es "zum wiederholten Mal gelungen, den Rekord des Vorjahres zu brechen", erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Für das Plus waren vor allem die Erholung der Lastwagensparte sowie der gute Lauf der Pkw-Verkäufe maßgeblich; auch die Finanzdienstleistungen trugen erneut kräftig zum Anstieg bei. Allerdings verfehlte Daimler auch wegen des langsameren Wachstums bei Mercedes-Benz Cars im Schlussquartal die aufs Jahr geplante Umsatzsteigerung von mindestens 10 Prozent.

5700-Euro-Prämie für Beschäftigte

Die Beschäftigten des Stuttgarter Autobauers Daimler bekommen wegen der guten Zahlen in diesem Jahr eine deutlich höhere Prämie. 5700 Euro sollen die in Deutschland nach Tarifvertrag beschäftigten rund 130.000 Mitarbeiter im April zusätzlich erhalten, teilte der Konzern mit. Das sei die höchste Ergebnisbeteiligung in der Firmengeschichte. 2017 hatten die Mitarbeiter 5400 Euro Prämie bekommen, im Jahr davor 5650 Euro.

Die Prämie bemisst sich am operativen Gewinn des Konzerns im jeweiligen Vorjahr, der 2017 um einiges höher ausfiel als 2016. Weltweit hatte Daimler zuletzt gut 289.300 Mitarbeiter, etwa zwei Prozent mehr als vor einem Jahr.

Für das neue Jahr peilt Daimler bei Umsatz und Absatz eine "leichte" Steigerung an, was einem Plus von bis zu fünf Prozent entspricht. Kosten für neue Technologien und unter anderem auch der stärkere Euro sorgen aber dafür, dass Daimler sich auf Konzernebene und in der Pkw-Sparte diesmal nur ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau zutraut. Weil der Ausblick nicht überwältigend ausfiel, zeigten sich Anleger enttäuscht: Daimler-Aktien rutschten zeitweise um 2,6 Prozent ab.

hej/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Ezechiel 01.02.2018
1. Schön ....
dass die Mitarbeiter auch etwas davon haben. Ein Freund von mir ist bei Daimler in Stuttgart beschäftigt und bedauert, dass netto nur 44 % davon bleiben, weil der Rest für Sozialabgaben und Einkommensteuer draufgeht. Viele Foristen werden wieder wettern wenn ich jetzt behaupte, dass der Erfolg der deutschen Wirtschaft eng mit der Leistungsbereitschaft der Arbeiter und Angestellten verbunden ist. Und sie werden noch mehr wettern wenn ich behaupte, dass es in den EU-Staaten, die diesen Erfolg nicht haben, an dieser Leistungsbereitschaft fehlt,
Teile1977 01.02.2018
2. Noch schöner
Zitat von Ezechieldass die Mitarbeiter auch etwas davon haben. Ein Freund von mir ist bei Daimler in Stuttgart beschäftigt und bedauert, dass netto nur 44 % davon bleiben, weil der Rest für Sozialabgaben und Einkommensteuer draufgeht. Viele Foristen werden wieder wettern wenn ich jetzt behaupte, dass der Erfolg der deutschen Wirtschaft eng mit der Leistungsbereitschaft der Arbeiter und Angestellten verbunden ist. Und sie werden noch mehr wettern wenn ich behaupte, dass es in den EU-Staaten, die diesen Erfolg nicht haben, an dieser Leistungsbereitschaft fehlt,
Das die externen Mitarbeiter (Leiharbeiter, Werkverträgler) die fast 50% der Arbeiter stellen keinen Bonus bekommen. Die Arbeiten ja schließlich nix, so bleibt mehr für die verdienten Stammbelegschafter übrig. P.s. Wenn ihr Freund 56% Abgaben hat, verdient er Brutto aber verdammt gut.
Worldwatch 01.02.2018
3. Se bescht, or notting
Daran glauben halt noch viele Kunden, wenn sie Fahrzeuge dieser Marke erwerben. Die Realität ... Aber was spielt diese für eine Rolle? Desch Margeding un des Immidsch stimmed halt, gell.
Punktlandung 01.02.2018
4.
Sie bekommen eine Rekordprämie (waren es bei VW nicht sogar 10.000 € im letzten Jahr ?), haben hervorragende Arbeits- und Allroundbedingungen mit eigenem Pool, Sportraum und allem möglichen Drum und Dran und sind's immer noch nicht zufrieden sondern fordern jetzt sogar noch 6% mehr Lohn nebst 28 Std. Woche bei vollem Lohnausgleich, natürlich. Bezahlen tut das der deutsche Käufer mit völlig überzogenen Inlandspreisen, denn sofort über unsere Grenze hinweg wird's schon erheblich preiswerter und von den üblichen Marktpreisen in Übersee gar nicht zu sprechen, da würden die mit den deutschen Preisen international überhaupt nicht konkurrenzfähig sein. Aber der deutsche Autofahrer lässt sich wohl gerne über den Tisch ziehen, Hauptsache an seinem rollenden Untersatz prangt der Stern, die 4 Ringe oder das blau-weiße Markensymbol für das Auge des Nachbarn, damit der auch merkt, wie weit man es im Leben geschafft hat während man mit Raten den überhöhten Kaufpreis abstottert, damit die Werksangehörigen fett überversorgt sind, die Leiharbeiter und Zulieferer ausgequetscht wurden wie eine Zitrone. - Verkehrte Wirtschaftswelt.
jupp78 01.02.2018
5.
Zitat von Teile1977Das die externen Mitarbeiter (Leiharbeiter, Werkverträgler) die fast 50% der Arbeiter stellen keinen Bonus bekommen. Die Arbeiten ja schließlich nix, so bleibt mehr für die verdienten Stammbelegschafter übrig. P.s. Wenn ihr Freund 56% Abgaben hat, verdient er Brutto aber verdammt gut.
[QUOTE=Teile1977;62243574]Das die externen Mitarbeiter (Leiharbeiter, Werkverträgler) die fast 50% der Arbeiter stellen keinen Bonus bekommen. Die Arbeiten ja schließlich nix, so bleibt mehr für die.....OTE] Den Leiharbeitern steht es frei, mal bei ihrem eigenen Arbeitgeber anzuklopfen. Das wäre die richtige Adresse. P.S.: Nein, bei einem solchen Brutto ist man doch relativ schnell. Im Gegenteil, die Zahl deutet darauf hin, dass er gar nicht so viel verdient (würde er richtig gut verdienen, hätte er mehr vom Brutto).
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