Wahlen im Frühjahr Daimler-Chef Zetsche über Einfluss rechtsextremer Betriebsräte alarmiert

Arbeitnehmervertreter vom rechten Rand könnten bei den Betriebsratswahlen bald an Einfluss gewinnen. Bei Daimler haben sie bereits mehrere Posten erobert. "Das lässt uns nicht kalt", sagt Konzernchef Zetsche.

Daimler-Chef Dieter Zetsche
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Daimler-Chef Dieter Zetsche


Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich alarmiert über den wachsenden Einfluss rechtsextremer Arbeitnehmervertreter gezeigt. "Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") den Manager, "das lässt uns nicht kalt".

Im Frühjahr stehen in Deutschland Betriebsratswahlen an. Im Vorfeld hatte bereits der Deutsche Gewerkschaftsbund vor einer zuehmenden Mobilisierung durch die AfD und andere rechte Gruppen gewarnt. DGB-Chef Reiner Hoffmann prophezeite jedoch, die Initiativen würden "wie Seifenblasen zerplatzen - wegen Unfähigkeit".

Bei Daimler konnte die Gruppe "Zentrum Automobil" allerdings schon Erfolge verzeichnen. Im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim besetzt sie vier von 45 Betriebsratssitzen. Federführend bei dem Bündnis ist Oliver Hilburger, der früher die Christliche Gewerkschaft Metall vertrat und Gitarrist der rechtsextremen Band "Noie Werte" war. Hilburger sprach gegenüber der "SZ" von "großen Misständen" bei der IG Metall und kündigte an: "Wir sind angetreten, jetzt für Ordnung zu sorgen."

Ähnliche Initiativen gibt es auch bei anderen Autobauern wie BMW, Opel und Audi. Unterstützt werden die rechten Gewerkschafter vom ultrarechten Publizisten Jürgen Elsässer. Daimler-Chef Zetsche plädierte dafür, den Einfluss der Gruppierungen bei den Betriebsratswahlen kleinzuhalten. "Ich fordere die Mitarbeiter zu einer hohen Beteiligung an der Wahl auf."

dab



insgesamt 123 Beiträge
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Seite 1
bwk 12.02.2018
1. Zetsche
Was soll man von einem "Topmanager" halten, der den von Angela Merkel ausgelösten Flüchtlingszustrom als Chance für ein neues Wirtschaftswunder bezeichnet hat. Von der Dieselproblematik gar nicht zu reden. Das ist eine schwache Figur der wie ein Korken auf der Mainstreamwelle schwimmt.
Wolfgang Probstmeier 12.02.2018
2.
In meinem Grundgesetz steht nicht, dass ein guter Betriebsrat nur der IG Metall angehören darf.
Mach999 12.02.2018
3.
Zitat von bwkWas soll man von einem "Topmanager" halten, der den von Angela Merkel ausgelösten Flüchtlingszustrom als Chance für ein neues Wirtschaftswunder bezeichnet hat. Von der Dieselproblematik gar nicht zu reden. Das ist eine schwache Figur der wie ein Korken auf der Mainstreamwelle schwimmt.
Der "Flüchtlingszustrom" wurde nicht von Angela Merkel ausgelöst, sondern durch den Syrienkrieg. Wir haben lediglich den Ungarn ein Problem abgenommen, weil die ungarische Regierung völlig überfordert mit der Situation war. Selbstverständlich ergeben sich daraus auch Chancen. In jeder Situation ergeben sich Chancen. Wer sich verhärmt und ängstlich um sich beißend in die Ecke stellt, sieht sie natürlich nicht. Insofern verstehe ich Ihren Beitrg durchaus.
defy_you 12.02.2018
4. Zustimmung zu NR 1
Zetsche hat Merkels Grenzöffnung in den höchsten Tönen gelobt. Genau diese Migranten bräuchte die deutsche Wirtschaft. Daimler werde durch Flüchtlingsinterkünfte ziehen und Migranten einstellen. Schon damals musste ich jeder mit einem Funken Menschenverstand fragen: Was will die deutsche Wirtschaft mit Analphabeten und niedrig Gebildeten. Daimler hat übrigens fast nur Praktikumstellen für Migranten geschaffen. Was soll Mann Zetsche noch glauben? Von der Diesel Problematik mal ganz zu schweigen.
Velociped 12.02.2018
5. Sollte nicht den Betrieben sondern den Gewerkschaften zu denken geben
Ein Betrieb kann seine Betriebsräte nicht aussuchen. Jede Einflussnahme auf die Auswahl der Betriebsräte ist hochproblematisch. Demokratie muss auch akzpetiert werden, wenn sie weh tut. Die Gewerkschaften dagegen sollten das als Alarmsignal sehen und sich kritisch fragen, was sie falsch machen.
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