Großinvestor: Abu Dhabi will bei Daimler aussteigen

Daimler verliert seinen Großinvestor: Nach Informationen des manager magazin will Abu Dhabi seine Beteiligung am deutschen Autobauer beenden und sich auch von Daimlers Formel-1-Rennstall und dem Elektroautobauer Tesla verabschieden. Die Konzernaktie rutscht ins Minus.

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Verhandlungen über den Ausstieg laufen Zur Großansicht
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Daimler-Chef Dieter Zetsche: Verhandlungen über den Ausstieg laufen

Hamburg - Das Emirat Abu Dhabi will seine Beteiligung an Daimler beenden. Nach Informationen des manager magazin plant der Staatsfonds Aabar, sich aus der Daimler AG, dem Formel-1-Rennstall des Autokonzerns und auch dem gemeinsamen Investment beim Elektroautobauer Tesla zurückzuziehen. Derzeit liefen die Verhandlungen über die Modalitäten des Ausstiegs.

Ein Unternehmenssprecher wollte das weder bestätigen noch dementieren. Er sagte nur: "Uns ist nichts bekannt, dass Aabar seinen Anteil reduzieren will. Es hat auch keine Gespräche darüber gegeben." Der Chef des Fonds, Mohamed Al-Husseiny, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones: Marktspekulationen würden nicht kommentiert.

Die Araber hatten im März 2009 gut neun Prozent der Daimler-Anteile gekauft und waren damit größter Aktionär geworden. Diesen Anteil haben sie bereits auf drei Prozent reduziert, nun wollen sie den Rest verkaufen. Am Formel-1-Team von Mercedes ist Aabar mit 40 Prozent beteiligt.

Die gemeinsame Tesla-Beteiligung in Höhe von knapp acht Prozent teilen sich Daimler und Aabar im Verhältnis 60 zu 40. Vor wenigen Wochen hatte bereits der staatliche Energiekonzern Abu Dhabi National Energy seinen Sieben-Prozent-Anteil an Tesla verkauft. Daimler entwickelt mit Tesla unter anderem Fahrzeug-Batterien auf Lithium-Ionen-Basis und ist mit 7,8 Prozent am amerikanischen Elektroauto-Hersteller beteiligt.

Die Daimler Chart zeigen-Aktie drehte nach Veröffentlichung des Berichts ins Minus. Bis zum frühen Nachmittag verlor sie gut ein Prozent.

ssu/Reuters

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insgesamt 36 Beiträge
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1. Unglaublich,
adam68161 19.04.2012
dass die Daimler Pressestelle "nicht zu erreichen" ist! Das ist symptomatisch für diesen Konzern: Sonst grosse Sprüche, nichts dahinter!
2.
ekenkis 19.04.2012
Würde VW diese 3 % einkaufen, wäre das vielleicht ein weiterer Schritt für die "Deutsche Auto AG". Wir, die noch mit den Dinosauriern gespielt haben erinnern uns an 1964: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46175945.html Die Deutschen VW-Daimler-BMW gegen die Amerikaner Ford-Opel
3.
Ischi 19.04.2012
Innovation wird woanders gemacht, zB. bei TESLA Da hatte man ausnahmsweise mal was richtig gemacht aber das wars dann auch. Wird wohl auch so sein das Daimler versucht die Entwicklung des E-Autos auszubremsen. Die Oberliga wird nun neu gemischt, attraktive Kandiaten wie BMW mit i3 und i8 Model haben die Nase vorn.
4.
eduardschulz 19.04.2012
Zitat von sysopDaimler verliert seinen Großinvestor: Nach Informationen des manager magazin will Abu Dhabi seine Beteiligung am deutschen Autobauer beenden und sich auch von Daimlers Formel-1-Rennstall und dem Elektroautobauer Tesla verabschieden. Die Konzernaktie rutscht ins Minus. Großinvestor: Abu Dhabi steigt bei Daimler aus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828517,00.html)
Was ich noch nie verstanden habe: Was ändert sich für ein Unternehmen wie Daimler, wer dessen Aktien besitzt, so lange niemand so viele davon sein Eigen nennt, dass er unternehmerische Entscheidungen mitbeeinflussen kann. Die Aktien wurden einst ausgegeben, der Konzern erhielt DAMALS Geld dafür. Wenn ich heute Aktien von Daimler kaufe, haben die doch nichts davon, sondern nur der Verkäufer.
5.
stefansaa 19.04.2012
Zitat von eduardschulzWas ich noch nie verstanden habe: Was ändert sich für ein Unternehmen wie Daimler, wer dessen Aktien besitzt, so lange niemand so viele davon sein Eigen nennt, dass er unternehmerische Entscheidungen mitbeeinflussen kann. Die Aktien wurden einst ausgegeben, der Konzern erhielt DAMALS Geld dafür. Wenn ich heute Aktien von Daimler kaufe, haben die doch nichts davon, sondern nur der Verkäufer.
Es kommt immer darauf an welche Art von Aktien Sie dem Unternehmen abkaufen. Und ab einer bestimmten Anzahl erhalten Sie bestimmte Rechte. So einfach ist das.
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