Ex-Gesundheitsminister von der FDP Bahr wird Vorstand bei Allianz-Krankenversicherung

Er wechselt die Seiten: Bis Dezember war Daniel Bahr als Gesundheitsminister für Krankenversicherungen zuständig, nun wird der FDP-Politiker Vorstand bei einer Allianz-Tochter.

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München - Daniel Bahr hat einen neuen Job: Der ehemalige Bundesgesundheitsminister wird ab dem 1. November Generalbevollmächtigter bei der Krankenversicherungstochter der Allianz. Der FDP-Politiker soll später in den Vorstand aufrücken, teilte das Unternehmen mit. Voraussetzung dafür sei die Zustimmung der Finanzaufsichtsbehörde BaFin.

"Daniel Bahr wird die APKV als ausgewiesener Gesundheitsexperte unternehmerisch voranbringen", teilte Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß mit. Bei dem Konzern wird Bahr im Übrigen auf ein vertrautes Gesicht aus der Bundesregierung treffen: Seine Parteifreundin Birgit Grundmann, vormals beamtete Staatssekretärin im Justizministerium, fungiert seit September als Cheflobbyistin bei der Allianz.

Der 37-jährige Bahr ist studierter Volkswirt mit Schwerpunkt im Gesundheitsbereich. Seit seinem Einzug in den Bundestag im Jahr 2002 bearbeitete Bahr gesundheitspolitische Themen. In der schwarz-gelben Koalition wurde er erst Staatssekretär im Gesundheitsministerium und stieg 2011 zum Bundesminister auf.

Bahr wechselt damit in die Branche, für deren Regulierung er als Minister zuständig war. Auch hatte er sich für den Erhalt der privaten Krankenversicherung stark gemacht. Die Vereinigung Lobbycontrol kritisierte den Wechsel Bahrs zur Krankenversicherung und forderte die Bundesregierung auf, endlich per Gesetz Karenzzeiten für den Wechsel in die Wirtschaft einzuführen.

Bahr hält Karenzzeit für hinreichend

Bahr verteidigte den Schritt. Es sei für ihn logisch, dass er in diesem Bereich auch weiter tätig sei. "Es wäre ja eher verwunderlich gewesen, wenn ich jetzt für die Automobilindustrie arbeiten würde", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"). Einen Interessenkonflikt könne er nicht erkennen.

Der ehemalige Gesundheitsminister soll dem Unternehmen zufolge das Leistungsmanagement und die Zentrale Vertriebskoordination bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV) übernehmen. Damit ist Bahr offenbar nicht hauptsächlich für die Pflege der Kontakte zur Politik zuständig, sondern für das operative Geschäft.

In diese Richtung argumentiert auch Bahr. Im Gegensatz zu anderen Ex-Ministern werde er nicht als Lobbyist tätig sein, sagte Bahr der "SZ". Die Karenzzeit zwischen seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt und dem neuen Job sei hinreichend. Allerdings wäre im November seit seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung am 17. Dezember 2013 nicht einmal ein Jahr vergangen.

fdi/Reuters

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insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
boingdil 29.09.2014
1. Na für die Rente ist er zu jung
Und wenn er das operative Geschäft führen soll muss er ja auch leisten, ist also kein Versorgungsjob. Nur das Jahr Karenzzeit sollte eingehalten werden, sonst völlig OK.
Orthoklas 29.09.2014
2. Ach ja, die Politiker
Wer nix wird, wird aber oft Politiker - und um später nicht wegen der lauen Pensionen zu darben, geht's ab in die DAX-Vorstände. Kein Wunder, dass die dann nur die Aktionäre im Blick haben. Armes Deutschland!
rebel4life 29.09.2014
3. Warum nur bin ich nicht überrascht?
War ja klar, den Schritt habe ich angesichts der privilegienvergebenden Interessengruppenpolitik von Bahr schon Mitte der vergangenen Legislaturperiode vorhergesehen. Erstaunlich nur, dass er sich für diese Anschlussverwendung immerhin eine Feigenblatt-Karenzzeit von einem Jahr eingeräumt hat. Hätte mit maximal drei Monaten gerechnet ... .
Phaeneas 29.09.2014
4. Die Selbstauflösung der FDP geht weiter...
Erst Niebel in die Rüstungsindustrie, Rösler in einen internationalen Lobby-Verband, jetzt Bahr zur Allianz... Bitte nicht vergessen, er hat uns mit dem Pflege-Bahr ein wunderbares Instrument zur weiteren Vorsorge auf privater Ebene geschenkt... Natürlich hat es sich damit bei der Allianz empfohlen. Und auf die 12 Monate Karenzzeit pfeiffen die Juppies von der Partei des ungezügelten Kapitalismus sowieo... Es wird Zeit, dass diese verlogene Partei und ihre Spitzenpolitiker endlich in der Versenkung verschwinden. Das wäre zumindest ein sinnvoller Dienst an der Gesellschaft. Wie das so mit selbsternannten Politik-Superstars geht, hat man ja bei Hochtief-Koch gesehen. Erst hoch gelobt, dann tief gefallen...
muttisbester 29.09.2014
5. Sogar nach dem exitus noch unsympathischer als zuvor
Wow, die FDP hat es echt drauf! Ers put will Bahr die öffentliche Krankenversicherung abschaffen, dann bekommt er bei der Allianz nen Führungsjob. Will die Allianz jetzt genauso unsympathisch werden wie mövenpick? Ich werde schon mal kein neuer Allianzkunde, und die bestehenden Verträge werden mit neuen Anbietern verglichen. Die FDP wird nie wieder den Staat so sehr zu husten der Versicherungen und Banken schädigen. Wozu also den FDP Typen einstellen?? Weil er gut ist? Dann will ich wirklich nichts mit der Allianz mehr zu tun haben.
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