Nachfolgestreit in Kaffeedynastie Darboven-Sohn legt Einspruch gegen Jacobs-Adoption ein

Arthur Darboven, Sohn des Kaffeepatriarchen Albert Darboven, wehrt sich gegen die Adoptionspläne seines Vaters. Dieser will ein Mitglied der Jacobs-Dynastie per Adoption als Nachfolger installieren.

Arthur Darboven
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Arthur Darboven


Arthur Darboven, Sohn des Hamburger Kaffeeunternehmers Albert Darboven, hat eigenen Angaben zufolge Einspruch gegen die von seinem Vater geplante Adoption von Andreas Jacobs eingelegt. Jacobs ist Erbe der gleichnamigen Bremer Kaffeedynastie und soll nach seiner Adoption die Geschäfte bei Darboven führen - den eigenen Sohn will Darboven senior so offenbar übergehen.

"Es handelt sich um eine Adoption aus rein wirtschaftlichen Gründen, was unabhängig von den konkreten Personen für mich schon mehr als zweifelhaft ist", sagte Arthur Darboven dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Eine Adoption dürfe nach dem Gesetz dann nicht ausgesprochen werden, wenn diese "überwiegenden Interessen der Kinder" entgegenstehe.

Albert Darboven wolle sich nicht dazu äußern, sagte eine Unternehmenssprecherin. Der Senior hatte zuletzt betont, die geplante Adoption des Unternehmers Jacobs sei eine rein familiäre Angelegenheit. Bereits im Jahr 2013 hatte er dem Magazin "Bunte" allerdings gesagt: "Mein Wunsch ist, dass die Firma in Familienhand bleibt und von einem Familienmitglied weitergeführt wird. Wenn das mit meinem Sohn nicht funktioniert, adoptiere ich eben."

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Sohn Arthur Darboven sagte, er habe viele Jahre selbst in dem Unternehmen gearbeitet und eigene Akzente gesetzt. Doch statt diese Erfolge zu berücksichtigen, würde er nun übergangen. "In der Chronik auf unserer Homepage tauche ich nicht mehr auf. Vor ein paar Jahren war ich noch drin, jetzt gibt es mich dort nicht mehr. Dabei ist J.J. Darboven auch ein Teil meines Lebenswerks", sagte der 54-Jährige.

"Wenn Herr Jacobs Chef und Mehrheitsgesellschafter von Darboven würde, wäre das für uns mehr als ein Affront." Es tue weh, zuzusehen, wie jemand adoptiert werde, um den eigenen Sohn zu verhindern: "Wir machen völlig unnötig einen großen Wert kaputt."

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Kaffeedynastie Darboven: Streit über die Nachfolge

Zugleich betonte er seine Bereitschaft, mit dem 82 Jahre alten Vater eine gütliche Einigung zu finden. "Er ist der Chef der Firma, und wenn er weitermacht, bis er 100 Jahre alt ist, soll er das bitte tun. Wir wollen lediglich mit meinem Vater reden und die Zukunft gemeinsam gestalten", so Darboven, der sich zuvor schon gemeinsam mit seinen Cousins und seiner Tante in einem offenen Brief an seinen Vater gewandt hatte.

Es sei für sie überhaupt nicht nachvollziehbar, dass Albert Darboven, ihr Vater beziehungsweise Onkel, die Führung des Familienunternehmens an Andreas Jacobs übertragen wolle, hieß es in dem Schreiben. Es könne zu einem "Bruch mit den Werten des Unternehmens und der Familie" kommen.

Die Statuten des Familienunternehmens sehen vor, dass nur ein Mitglied der Familie die Firmenleitung übernehmen darf. Aktuell gehören 57,5 Prozent des Unternehmens Albert Darboven, 42,5 Prozent der Anteile halten eigenen Angaben zufolge Arthur Darboven, seine Cousins und eine Tante. Jacobs stammt aus der Bremer Kaffeedynastie Jacobs, die sich aber schon vor vielen Jahren aus dem Kaffeegeschäft zurückgezogen hat.

ire/dpa-AFXP



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