Dassault-Chef: Französischer Senator ätzt gegen Homo-Ehe
"In zehn Jahren gibt es keine Menschen mehr": Mit wilden Prognosen wie dieser kritisiert der französische Rüstungsmagnat Serge Dassault die Gesetzesinitiative der Regierung Hollande zur gleichgeschlechtlichen Ehe - deren Legalisierung habe gefährliche Folgen.
Paris/Hamburg - Serge Dassault wählt derbe Worte. Der französische Rüstungs- und Medienmagnat hat gegen die vom Parlament in Paris auf den Weg gebrachte Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe gewettert.
"Wir werden ein Land von Homos haben", sagte der 87 Jahre alte konservative Senator am Mittwoch dem Sender France Culture. "Und in zehn Jahren gibt es dann keine Menschen mehr. Das ist dumm." Neben Dassault hat sich auch der prominente Konservative und frühere Premierminister François Fillon gegen die Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen.
Der französische Präsident François Hollande und seine sozialistische Regierung haben am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das Schwulen und Lesben die Ehe und eine gemeinsame Adoption von Kindern erlauben soll. Die französische Nationalversammlung hat die Debatten über die Gesetzesinitiative aufgrund der aktuellen Entrüstung unter Frankreichs Konservativen auf Januar verschoben.
Dassault, Chef des gleichnamigen französischen Rüstungskonzerns und Besitzer der konservativen Tageszeitung "Le Figaro", sagte auf France Culture weiter, Homosexualität sei auch ein Grund für den Untergang des alten Griechenlands gewesen. "Das ist das Ende für die Familie, das Ende der Entwicklung der Kinder, das Ende der Erziehung. Das ist eine enorme Gefahr für die gesamte Nation."
Frankreichs konservative Opposition und die katholische Kirche haben massiven Widerstand gegen das Gesetz angekündigt. In den Vereinigten Statten haben sich die Wähler in den Bundesstaaten Maryland und Maine gerade für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen.
bos/AFP/AP
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