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Datenpanne bei Lidl Irland: Umsatz- und Mitarbeiterinformationen im Umlauf

Umsatzzahlen, Einkaufsplanungen, Schriftverkehr mit Mitarbeiterärzten und mehr: Bei der irischen Tochter von Lidl hat es nach SPIEGEL-Informationen ein großes Datenleck gegeben. Geheimste Informationen waren einsehbar und wurden einem Ex-Mitarbeiter zugespielt, der Konzern reagierte angeblich zu spät.

Dublin - Beim irischen Ableger der deutschen Discount-Kette Lidl ist es zu einer weitreichenden Datenpanne gekommen. Ein Zentral-Server von Lidl Irland war für Unbefugte innerhalb des Konzerns zeitweise ohne entsprechenden Schutz zugänglich - damit waren extrem sensible Daten komplett einsehbar.

Zu ihnen zählen Umsatzzahlen, Einkaufsplanungen, Schriftverkehr zwischen dem Unternehmen und Ärzten der Mitarbeiter sowie Krankmeldungen, Diagnosen oder Abmahnungen von Beschäftigten. Offenbar wurde von diesem Server auch eine Kopie erstellt, die einem ehemaligen deutschen Lidl-Beschäftigten für das Irland-Geschäft zugespielt wurde.

Die Festplatte enthält mehr als 200.000 verschiedene Dokumente. Der Mitarbeiter versuchte nach eigener Darstellung, die Festplatte Lidl zu übergeben, doch der Konzern zeigte angeblich kein Interesse und hielt die Daten nicht für brisant.

Inzwischen scheint es sich der Discount-Riese anders überlegt zu haben. Lidl forderte seinen ehemaligen Mitarbeiter mittlerweile auf, den Datenträger bei der Staatsanwaltschaft abzugeben. Um diesem Wunsch Nachdruck zu verleihen, will das Unternehmen möglicherweise auch rechtliche Schritte einleiten.

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