Datenschutz-Aktion Telekom prüft Änderung von Millionen Kundennummern

Großaktion für den Datenschutz: Die Telekom will nach SPIEGEL-Informationen womöglich Millionen neue Kundennummern vergeben. Wer alte Kundendateien illegal erworben hat, ließe sich damit leicht identifizieren - kriminellen Call-Center-Betreibern und Datenhändlern würde das Geschäft erschwert.

DSL-Anschluss: Neue Ident-Nummern sollen illegalen Adresshandel stoppen
dpa

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Bonn - Nach diversen Pannen und Diebstählen Zigtausender Kundendaten will die Deutsche Telekom Chart zeigen die im Umlauf befindlichen Daten nach Informationen des SPIEGEL mit einem Schlag wertlos machen. Dies hat der für Datenschutz zuständige Vorstand Manfred Balz den entsprechenden Gremien des Konzerns vorgeschlagen. Dazu sollen Millionen Kunden der Telekom in einer gewaltigen Aktion völlig neue Kundennummern zugeteilt werden.

Datensätze mit alten Kundennummern, so der Plan, ließen sich damit leicht identifizieren. Kriminellen Call-Center-Betreibern und Datenhändlern würde so das Geschäft mit dem Weiterverkauf der Daten erschwert.

Wann der Telekom-Vorstand den Startschuss für die mit dem Datenschutzbeirat abgestimmte Großaktion geben wird, ist noch offen. Zurzeit, heißt es im Konzern, würden gemeinsam eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten geprüft. Auf jeden Fall werde man entschlossen gegen die illegale Weitergabe und Verwendung der Telekom-Daten vorgehen.

Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte, das Unternehmen habe bereits viele Maßnahmen umgesetzt, um den Datenschutz zu verbessern. "Wir diskutieren auch weitere Schritte. Aber für Detailaussagen ist es noch zu früh."

In den vergangenen Monaten waren Kundendaten des Unternehmens bei mehreren dubiosen Vertriebsorganisationen im In- und Ausland aufgetaucht. Zuletzt gelangten Hunderttausende Datensätze, darunter Bankverbindungen, über Vertriebspartner des Unternehmens unter anderem in die Türkei. Deutschsprachige Mitarbeiter türkischer Call-Center sollen die Daten dazu benutzt haben, den Kunden angeblich im Auftrag der Telekom neue Verträge zu verkaufen.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte in diesem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, bei dem es Festnahmen und diverse Hausdurchsuchungen gegeben hatte. Das Unternehmen hatte danach angekündigt, mit verschärften Kontrollen und neuen Sicherheitsstandards das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen zu wollen.

mik

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insgesamt 79 Beiträge
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Galaxia, 08.05.2009
1.
Zitat von sysopAdresshandel nur noch mit Zustimmung der Betroffenen - eine Novelle des Datenschutzgesetzes soll Verbraucher vor nerviger Werbepost schützen. Eine gute Initiative oder eher schädlich für die Konjunktur?
Ueberfaellig.
Rainer Helmbrecht 08.05.2009
2.
Zitat von sysopAdresshandel nur noch mit Zustimmung der Betroffenen - eine Novelle des Datenschutzgesetzes soll Verbraucher vor nerviger Werbepost schützen. Eine gute Initiative oder eher schädlich für die Konjunktur?
Die Schwierigkeit liegt in zwei Feldern. Erstens in der Freizügigkeit der Betroffenen, die selber nicht wissen, dass sie Teil des Geschäfts sind. Zweitens wird man sich dieser Zustimmung nur schwer entziehen können, weil die kaum zu verifizieren ist, seit wann die existiert und dann noch die verklausulierten Verträge, bei denen die Zustimmung heraus "gelesen" werden. Außerdem können Zustimmungen auch abgefordert werden. Nach dem Motto, wenn Sie die Zustimmung verweigern, werden Leistungsbeschränkungen ausgesprochen. Wie weit gilt denn eine Zustimmung? Bei der Verflechtung der Firmen und dem Zusammenlegen von Geschäftsbereichen, ist der Urheber kaum noch auszumachen. Das ist Augenwischerei und Schaumschlägerei, weiter nichts. MfG. Rainer
mystyhax 08.05.2009
3.
Ich habe vor wenigen Wochen eine Sendung im ZDF zum Thema Datenschutz gesehen. In diesem Zusammenhang wurden die Gesetztesnovelle vorgestellt und illustriert wie die Interessensverbände versuchen diese auszuhölen bzw. ganz zu stoppen. Das ganze nennt sich "palamentarisches Frühstück"!!! Hierzu werden vornehmlich die Fraktionen der Bundesregierung eingeladen um generell Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Ich konnte kaum Glauben wie das abläuft und als ich den Spon Artikel zum Thema las kam mir die Galle hoch. Es war nämlich gerade Herr Bosbach der offensichtlich aus der Lokalität des parlamentarischen Frühstücks der Werbe- und Marketing Industrie kam. Für ein Interview stand er nicht zur Verfügung und schob eine Kollegin vor (ebenfalls CDU - Fraktion). Wer nun eins und eins zusammenzählt wird nun wissen warum das Gesetz nun verwässert, verzögert oder gar komplett eleminiert wird. Der einzige der kein Lobbybüro in Berlin hat ist wahrscheinlich der Bürger insbesondere der Steuerzahler. So viel zum Thema "Volksvertreter". Ich bin grundsäztlich der Meinung man sollte diesen Begriff abschaffen!
Adran, 08.05.2009
4.
Adressenhandel abschaffen!!!! Callcenter und Werbeflut kann einem auf den Sack gehn..um das mal noch sehr sehr höfflich auszudrücken..
Marc Schaut 08.05.2009
5. Es geht besser
Parlamentarische demokratie hat so ihre Tücken. Da haben wir es mal wieder. Lobbyisten untergraben den Verbraucherschutz. Das ist eines von vielen Beispielen. Gentechnik im Essen ist auch so ein Thema. Da können 70% der Bevölkerung dagegen sein, die Lobbyverbände setzen ihre Interessen durch. Deshalb direkte Demokratie. Damit die Bevölkerung nicht zum Spielball von Einzelinteressen wird. Schöner Gruß Marc Schaut www.kanzler.zdf.de Youtube: Ich kann Kanzler
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