Finanzmärkte Dax fällt auf Fünfmonatstief

Erneuter Kurssturz an den Börsen: Der Dax verzeichnete an diesem Donnerstag den größten Tagesverlust seit eineinhalb Jahren. Auch an der Wall Street hat sich die Lage nicht beruhigt.

Börsenhändler in Frankfurt
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Börsenhändler in Frankfurt


Die Furcht vor einer anziehenden Inflation und steigenden US-Zinsen lässt Anleger nicht los. Der deutsche Leitindex Dax und der europäische Leitindex EuroStoxx50 verzeichneten am Donnerstag den größten Tagesverlust seit eineinhalb Jahren. Das deutsche Börsenbarometer fiel 2,6 Prozent auf 12.260 Punkte, das europäische 2,7 Prozent auf 3361 Zähler. Allein in der laufenden Woche verlor der Deutsche Aktienindex damit vier Prozent. Deutsche Anleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 0,8 Prozent.

Auch in den USA ist die Nervosität unter Anlegern weiterhin groß: Der amerikanische Leitindex Dow Jones notierte zuletzt rund 2,2 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,7 Prozent auf 2636 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 6839 Zähler nach. "Die Lage hat sich nicht beruhigt", sagte Jason Ware, Chef-Investmentstratege des Anlagehauses Albion Financial Group. Es gehe weiter rund. "Der Markt versucht, diesen Wahnsinn zu stoppen."

Mit Sorge blickten die Investoren auf die Bank of England, die zwar den Leitzins nicht antastete. Sie signalisierte aber, dass sie die Zügel "etwas früher und in etwas stärkerem Maße" anziehen könnte als erwartet. An den Börsen schürte dies die Erwartungen, dass Zentralbanken weltweit nun fest auf Kurs zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik seien.

Zu Wochenbeginn hatte es in den USA einen panikartigen Ausverkauf an den Börsen gegeben: Der US-Leitindex Dow stürzte am Montag um 1600 Punkte ein, so viel wie nie zuvor an einem Tag. Auf die US-Panik folgten Kurseinbrüche in Europa und Asien. Der Kursverfall wurde ausgelöst von positiven Arbeitsmarktdaten. Anleger sorgten sich, dass die Konjunktur überhitzt und die Inflation stärker ansteigt als bisher erwartet. Dagegen müsste die US-Notenbank Fed mit steigenden Zinsen ankämpfen. Die Geldschwemme hatte den Börsen eine jahrelange Rally beschert.

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hej/dpa/Reutes



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