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Trotz Niedrigzinsen: Dax fällt erneut unter 10.000 Punkte

Händler im Handelssaal der Frankfurter Börse: Ob die Zinswende im Dezember kommt, ist offen Zur Großansicht
DPA

Händler im Handelssaal der Frankfurter Börse: Ob die Zinswende im Dezember kommt, ist offen

Der Dax hat nach der Verschiebung der US-Zinswende deutlich nachgegeben. Der deutsche Leitindex büßte mehr als drei Prozent ein und sank auf unter 10.000 Punkte. Grund für den Kursrutsch ist anscheinend die fragile Weltkonjunktur.

Sorgen um die Weltwirtschaft haben den Dax wieder unter die Marke von 10.000 Punkten fallen lassen. Der deutsche Leitindex büßte 3,06 Prozent ein und sackte auf 9916 Punkte ab. Im Wochenverlauf verlor er 2,05 Prozent. Seit Jahresbeginn jedoch steht immer noch ein Plus von rund 1 Prozent zu Buche.

"Die US-Notenbank hat erkannt, dass die Weltwirtschaft auf wackligen Beinen steht, speziell in Asien", sagte Analystin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo. Die Konjunktursorgen nähmen derzeit wieder zu, hinzu komme die Unsicherheit, wann die Fed nun die Zinsen anhebe, sagte John Plassard vom Vermögensverwalter Mirabaud Securities. Das trübte auch an der Wall Street die Stimmung. Dort trennten sich Anleger vor allem von Bankenwerten, die von höheren Zinsen profitiert hätten.

Fed droht "Vertrauen zu verspielen"

Aus Rücksicht auf den schwächelnden Wirtschaftsriesen China und die unsicheren Aussichten für die globale Wirtschaft hatten die Währungshüter am Donnerstag auf die erste Zinserhöhung in den USA seit fast zehn Jahren verzichtet.

Ob die Zinswende nun - wie von vielen Experten erwartet - im Dezember kommt, ließ Fed-Chefin Janet Yellen offen: Auch der Oktober bleibe eine Möglichkeit, betonte sie. "Die Unberechenbarkeit der Fed sorgt für hohe Nervosität", urteilten die Analysten der Metzler Bank. "Wichtig wird sein, dass die Fed in ihrer Kommunikation glaubhaft bleibt, um das Vertrauen der Marktteilnehmer nicht zu verspielen", betonte Ralf Frank vom Investmentverband DVFA.

mka/dpa

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1. 2015 darf wohl kein gutes Börsenjahr werden..
omop 18.09.2015
bleibt zu hoffen,das das Präsidentenwahljahr 2016 in den USA vermutlich positiver ausfällt.
2. hexensabbat
carra 18.09.2015
der Grund ist vielmehr der heutige Hexensabbat an dem zahlreiche Optionsscheine fällig werden. Da werden dann gerne nochmal die Kurse beeinflusst. Ich denke am Montag sehen wir steigende Kurse.
3.
TS_Alien 18.09.2015
Die Weltwirtschaft ist nicht fragil, nur die Weltfinanzwirtschaft ist marode. Das ist ein großer Unterschied. Leider haben das viele Politiker immer noch nicht verstanden. Eine sinnvolle Regulierung der Finanzwirtschaft schadet nicht der Wirtschaft, sondern hilft ihr. Ansonsten bleibt es wie bisher. Für jede größere Bewegung an den Börsen werden abstruse Gründe genannt. Dabei gibt es nur einen Grund: die Zocker wollen Geld verdienen.
4. Wenn die Fed angehoben hätte,
Senf-Dazugeberin 18.09.2015
wären die Kurse wahrscheinlich trotzdem runtergerutscht. Es gibt immer reichlich Begründungen in die eine oder andere Richtung.
5. Was soll's...
rico76 18.09.2015
Nachdem die Institutionen seit der letzten Krise, gegen die ja immer noch angekämpft wird, die verbliebene Munition verschossen hat - Anleihekäufe, Zinsen auf Null, Rohstoffe billig, Ölpreis im Keller etc. - wird die Party erst richtig lustig. Das Weltwirtschaftssystem wird sich neu erfinden müssen. Wie lange das noch gut geht, weiß keiner - es wird erstmal wie immer weitergezockt. Auslöser könnte u.a. China sein, vielleicht ist der Anfang schon gemacht, spätestens, wenn die USA irgendwann doch den Leitzins anhebt und damit den Emerging Markets die Luft zum Atmen genommen wird. Da die Konzerne ihre Absatzmärkte bereits dorthin verlagert haben, werden auch hier erhebliche Verwerfungen zu erwarten sein. Einen winzigen Vorgeschmack konnte man bereits erleben. Nicht unerheblich könnte das Morgenland Anteil daran haben, wenn sich der Ölpreis nicht innerhalb der nächsten 1-2 Jahre wieder in die Nähe von 100 USD bewegt, da sonst auch wichtige Ölstaaten wie die Saudis erhebliche Probleme mit ihren Staatsfinanzen bekommen werden. Ansonsten werden wohl viele Billionen aus Anleihen abgezogen, in der Folge werden auch die Aktienkurse mehr noch einbrechen, als wir es 2007, 2008 erlebt haben - Cash is King. Möglicherweise werden so auch weltweit politische Verhältnisse verschoben. Anschließend wird das nahezu unendlich viele Geld natürlich zurück in Aktien, Immobilien bzw. in Sachwerte gehen - und zwar fluchtartig, als Folge der vorausgegangenen Hyperinflation. Dies führt wiederum zu einem Kursfeuerwerk ungeahnten Ausmaßes. Aber....es kann aber auch alles anders kommen. Jedenfalls heißt es "Anschnallen" und Stops setzen, um trotzdem ruhig schlafen zu können!
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