Konjunktursorgen Dax fällt erstmals seit Januar unter 6000 Punkte

Die Schuldenmisere in Europa und schwache Konjunkturaussichten trüben die Stimmung an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax rutscht zu Handelsbeginn um bis zu 1,8 Prozent ins Minus - und damit erstmals seit Monaten unter die Marke von 6000 Punkten. Auch die Ölpreise stehen unter Druck.

Händler in Frankfurt: Ölpreis auf 18-Monats-Tief
REUTERS

Händler in Frankfurt: Ölpreis auf 18-Monats-Tief


Frankfurt am Main - Immer neue Negativnachrichten aus Europa, enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten und schwache Konjunkturdaten aus Schwellenländern haben den Dax Chart zeigen am Montag zum Handelsauftakt ins Minus gedrückt: Der deutsche Leitindex rutschte kurz nach dem Start 1,2 Prozent ins Minus auf 5976 Punkte. Er notierte damit erstmals seit dem 9. Januar unter der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten. Im weiteren Verlauf baute der Leitindex seine Verluste zeitweise aus. Seit seinem Jahreshoch von Mitte März büßte der Dax mehr als 17 Prozent ein.

Das gleiche Schauspiel in Spanien: An der Börse in Madrid fiel das Leitbarometer Ibex-35 ebenfalls unter die Marke von 6000 Punkten. Die Kurse sanken im frühen Handel um rund 1,2 Prozent auf 5990 Punkte. Damit notierte der spanische Leitindex erstmals seit 2003 wieder unter der 6000-Punkte-Marke.

Auch die Ölpreise gerieten zunehmend unter Druck. Die richtungweisende Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich am Montag um bis zu 1,8 Prozent auf 96,68 Dollar je Barrel. Sie war damit zeitweise so billig wie zuletzt im Januar 2011. Das US-Öl WTI fiel in der Spitze um 2,1 Prozent auf ein Acht-Monats-Tief von 81,50 Dollar. Allein seit Anfang Mai - also binnen Monatsfrist - haben die Ölpreise um rund zwanzig Prozent nachgegeben.

Die Sorgen vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung hatten am Freitag bereits die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Die US-Wirtschaft schuf so wenig neue Stellen wie seit einem Jahr nicht mehr, in China erlitt die Industrie einen kräftigen Dämpfer. In Europa sank der Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone, und auch die Sorgen über das spanische Bankensystem hielten an. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen schloss nur knapp über seinem Tagestief mit einem Abschlag von 2,2 Prozent bei 12.118 Punkten.

Auch der Euro geriet am Montag im frühen Handel wieder unter Druck. Die Gemeinschaftswährung sank auf 1,2406 Dollar nach 1,2432 Dollar im späten US-Handel am Freitag. Nach den enttäuschenden US-Konjunkturdaten konzentrierten sich die Anleger wieder stärker auf die Probleme der Euro-Zone, sagten Analysten. Es gebe aber die Hoffnung am Markt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Zinsentscheidung am Mittwoch neue Maßnahmen zur Stützung des Staatsanleihenmarktes auflegen könnte.

Insider: China bereitet sich auf Euro-Abschied Griechenlands vor

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass China sich Insidern zufolge bereits auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorbereitet. "Die Regierung hat jedes Ministerium aufgefordert, Maßnahmen für den Fall eines Abschieds von Griechenland von der Währungsunion zu analysieren und so schnell wie möglich eigene Vorschläge zu präsentieren", sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Agentur zufolge. "Es ist sehr dringend." Die Regierung habe staatliche Behörden wie die Zentralbank, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie die Bankenaufsicht angewiesen, Notfallpläne zu erörtern.

Mehreren Personen zufolge sollen beispielsweise Maßnahmen vorbereitet werden, um die heimische Währung Yuan stabil zu halten. Denkbar sei auch, einen stärkere Kontrolle des grenzübergreifenden Kapitalverkehrs. Auch soll eine Strategie erörtert werden, wie die heimische Wirtschaft gestärkt und vor möglichen Turbulenzen geschützt werden könne.

Die schlechte Stimmung erfasste auch die Börsen in Asien: In Tokio schloss der Nikkei-Index bei 8295 Punkten - ein Minus von 1,7 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,9 Prozent auf 695 Zähler und rutschte auf ein Niveau ab, das der Markt seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Auch die übrigen Börsen im asiatisch-pazifischen Raum erlitten kräftige Verluste. So lagen die Märkte in Hongkong, Taiwan, Shanghai, Australien und Seoul deutlich im Minus. "Die Stimmung am Markt ist sehr schlecht. Daher ist ein weiterer Ausverkauf gut möglich", sagte Analyst Hisao Matsuura vom japanischen Brokerhaus Nomura.

yes/Reuters/dpa



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Seite 1
gestandeneFrau 04.06.2012
1. ...
Zitat von sysopREUTERSDie Schuldenmisere in Europa und schwache Konjunkturaussichten trüben die Stimmung an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax rutscht zu Handelsbeginn um bis zu 1,2 Prozent ins Minus - und damit erstmals seit Monaten unter die Marke von 6000 Punkten. Auch die Ölpreise stehen unter Druck. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,836759,00.html
War nicht erst letzte Woche hier im SPON die Rede von einem Konjunkturaufschwung? MfG
es-geht-auch-besser 04.06.2012
2. sehr sehr traurig
Es macht natürlich sehr traurig, wenn man liest, dass es der guten, lieben , hilfreichen und gerechten Wirtschaft nicht ganz so gut geht. Arme Bänker, arme Spekulaten. Nein warte, die machen ja auch Kohle wenn die Kurse fallen, nicht? Daher kein Mitleid.
wander, 04.06.2012
3. abzüglich
der paar Kleinanleger sind 2-3% der Deutschen Aktienbesitzer. Was soll diese Hofberichterstattung?
twan 04.06.2012
4.
Zitat von sysopREUTERSDie Schuldenmisere in Europa und schwache Konjunkturaussichten trüben die Stimmung an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax rutscht zu Handelsbeginn um bis zu 1,2 Prozent ins Minus - und damit erstmals seit Monaten unter die Marke von 6000 Punkten. Auch die Ölpreise stehen unter Druck. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,836759,00.html
OH mein Gott, wir werden alle sterben. Außerdem hat ja niemand dieses nicht existierende Geld verloren, es hat nur jemand anderes.
kdshp 04.06.2012
5. Europa
Zitat von sysopREUTERSDie Schuldenmisere in Europa und schwache Konjunkturaussichten trüben die Stimmung an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax rutscht zu Handelsbeginn um bis zu 1,2 Prozent ins Minus - und damit erstmals seit Monaten unter die Marke von 6000 Punkten. Auch die Ölpreise stehen unter Druck. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,836759,00.html
Hallo, na endlich wurde ja auch mal langsam zeit das die zockerrei wieder aufhört bzw. nicht immer weiter steigt.
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