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Krise in China: Dax fällt unter 10.000 Punkte

Fehlstart für den Dax: Der deutsche Leitindex ist zum Wochenauftakt unter die wichtige 10.000-Punkte-Marke gerutscht. Er folgt damit dem Trend, den die Börsen in Asien vorgegeben haben.

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REUTERS

Börsensaal in Frankfurt am Main: Experten erwarten anhaltende Unsicherheit

Die Furcht vor einem Schwächeanfall der chinesischen Wirtschaft hat den Dax am Montag unter die Marke von 10.000 Punkten gedrückt. Der wichtigste deutsche Index fiel zu Handelsbeginn um 3,1 Prozent auf 9810 Zähler. Anfang April hatte er noch auf einem Rekordhoch von 12.390,75 Punkten notiert.

Die Richtung hatten die Börsen in Asien bereits vorgegeben. Angesichts von Sorgen vor einem weiteren Einbruch der Wirtschaft sind die chinesischen Börsen am Montag um mehr als acht Prozent auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Dezember gefallen.

  • Der Shanghai Composite Index fiel um 8,45 Prozent auf 3211,20 Punkte und verlor damit die gesamten Gewinne dieses Jahres.

  • Der Shenzhen Composite Index sank um 7,61 Prozent auf 1884,16 Punkte.

  • In Hongkong fielen die Kurse um 4,64 Prozent, während im benachbarten Taiwan die Börse von Taipeh um 7,46 Prozent abstürzte.

  • Auch die Börse in Tokio erlebte zum Wochenauftakt einen rabenschwarzen Tag. Der Nikkei-Index für die 225 führenden japanische Werte sackte am Montag um 895,15 Punkte oder 4,61 Prozent auf den Schlussstand von 18.540,68 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit einem halben Jahr. Der breit gefasste Topix erlebte einen Kursrutsch: Um 92,14 Punkte oder 5,86 Prozent brach der Index ein und schloss bei 1480,87 Punkten.

  • Am Freitag hatten die Sorgen um die chinesische Wirtschaft auch an der Wall Street die Kurse schwer unter Druck gesetzt. Der Dow Jones und der S&P-500 verloren jeweils mehr als drei Prozent.

Die Angst vor einer Wirtschaftskrise in der Volksrepublik hatte die Turbulenzen an den Börsen rund um den Globus ausgelöst. Die Regierung in Peking strebt in diesem Jahr ein Wachstum von sieben Prozent an. Es wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Zuletzt wuchsen sowohl die Industrieproduktion als auch die Investitionen und die Umsätze im Einzelhandel schwächer als erwartet. Die Zentralbank versucht gegenzusteuern: Sie ließ die Landeswährung Yuan kräftig abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht. Seit 11. August gab der Kurs um drei Prozent zum Dollar nach.

Die Gemengelage dürfte Experten zufolge auch den deutschen Aktienmarkt in den kommenden Tagen belasten. Wegen der Ferienzeit seien die Wochen um August und September für die Börse ohnehin schwierig, sagte Robert Halver, Chefanalyst der Baader Bank. Im Sommerloch werde weniger gehandelt und bei einem schwachen Volumen können die Börsen von vergleichsweise wenigen Marktteilnehmern stark bewegt werden. Zu dem alljährlichen saisonalen Effekt gesellen sich aber nun Sorgen um die Weltkonjunktur wegen der schwächelnden Wirtschaft Chinas, Unklarheiten um den Zeitpunkt der Zinswende in den USA und Befürchtungen wegen der sich eintrübenden Verbraucherstimmung in Deutschland.

mik/dpa/Reuters

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insgesamt 154 Beiträge
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1. Endlich wieder Kaufkurse
harwin 24.08.2015
Endlich wieder Kaufkurse. Aktien waren in letzter Zeit schon ziemlich teuer. Die China Blase reguliert den Aktienmarkt. Sollte er wieder unter 8000 Punkte fallen, wird es wieder gute Einstiegschancen geben. Bei guten Unternehmen.
2.
hansguertler1 24.08.2015
Schafft die Börsen ab, sie sind nichts anderes als Spielbanken und haben mit dem wirklichen Wert eines Unternehmens überhaupt nichts zu tun.
3. Wer bei 12000
bartholomew_simpson 24.08.2015
Aktien, womöglich sogar auf Kredit, gekauft hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
4. Ärgerlich
Drohnenpilot 24.08.2015
wenn man nominal Geld verliert, was man zuvor als gewonnen glaubte. Verluste und Gewinne treten aber erst ein, wenn man sie realisiert. Wer nicht darauf angewiesen ist, sollte jetzt einfach stehen lassen und warten. Ein -zwei Jahre und die Sache hat sich wieder oben eingependelt. Bei Kursen wie aktuell, erhält man bei BP zum Beispiel 7,3% Dividendenrendite. Zeit also, jetzt Geld zu investieren. Dann können auch bald wieder Kursgewinne hinzuaddiert werden.
5. Lai-en
Peter Bernhard 24.08.2015
Dass ich den Laien zuzähle, mache ich hier daran fest, dass ich gar nicht wusste: wenn hier der Dax aufmacht, morgends, ist schon Feierabend in China und Japan. Das könnte die schon in der Artikelüberschrift gut betonte Verwobenheit aller Börsen sogar irgendwie verstärken - weil da ein Endpunkt, ein willkürlicher Zeitpunkt, zur Marke gemacht wird, ansonsten wären also dicke drin in einem globalen Gestrüpp. Spät dran war ich auch mit einer Zeitungslektüre. Bestimmt nicht nur ein Experte hat vor drei Tagen noch "Kaufen" geraten. Das erkläre ich mir momentan damit, dass der Erdölpreis das Anlagevolumen überhaupt entscheidend bestimmt. Vielleicht schon deshalb, weil temporäre Überschwapp-Gewinne immer irgendwo nichtinvestiv (und die Börse ist nicht nichtinvestiv, sogar) geparkt werden müssen.
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