Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

10.000-Punkte-Marke: Franken-Freigabe beflügelt den Dax

Das Ende der Obergrenze für den Schweizer Franken hat in aller Welt für Aufsehen gesorgt. In Frankfurt folgte auf anfängliche Verunsicherung ein Kurssprung. Schließlich können deutsche Unternehmen künftig günstiger in die Schweiz exportieren.

Börsenhändler in Frankfurt (Archivbild): Hoffnung auf baldige Anleihenkäufe Zur Großansicht
REUTERS

Börsenhändler in Frankfurt (Archivbild): Hoffnung auf baldige Anleihenkäufe

Frankfurt - Die Freigabe des Schweizer Franken hat am Donnerstag auch deutsche Börsianer verunsichert, letztlich aber für ein deutliches Plus gesorgt. Nach anfänglichen Kursverlusten übersprang der Deutsche Aktienindex (Dax Chart zeigen ) sogar erstmals in diesem Jahr die 10.000-Punkte-Marke.

Der Leitindex ging mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 10.032,61 Zählern aus dem Handel, schwankte allerdings im Tagesverlauf insgesamt um über 400 Punkte. Zeitweise fehlten dem Dax weniger als 30 Punkte bis zu seinem Anfang Dezember erreichten Rekordhoch von 10.093 Punkten.

Der MDax Chart zeigen schloss auf einem Rekordhoch von 17.70,08 Punkten und verzeichnete so ein Plus von 1,77 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDax Chart zeigen kletterte um 1,05 Prozent auf 1436,61 Punkte.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am Morgen überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgehoben und damit die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Der Euro Chart zeigen fiel zeitweise auf 1,1568 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003. Der Mindestkurs war ursprünglich eingeführt worden, um die Schweizer Exportwirtschaft vor einem allzu starken Franken zu schützen.

"Der Schritt der SNB, die Wechselkursbindung aufzuheben, hat den Markt völlig überrascht. Das hat verunsichert, und daher ging es erstmal kräftig abwärts im Dax", sagte ein Beobachter. "Letztlich aber wird es für den deutschen Export viel einfacher, Waren in Richtung Schweiz auszuführen, und das dürfte ein nicht unwesentlicher Grund für die dann wieder deutliche Gegenbewegung gewesen sein."

Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Markets verwies zudem darauf, dass "Marktteilnehmer die Kapitulation der SNB kurz vor der nächsten EZB-Sitzung als ein zusätzliches Indiz für ein baldiges europäisches Staatsanleihekaufprogramm interpretiert haben".

Bei den Unternehmen im Dax überraschte Beiersdorf Chart zeigen mit unerwartet guten Umsatzzahlen für 2014, was die Aktie mit plus 5,60 Prozent an die Dax-Spitze trieb. Papiere von Lufthansa waren Schlusslicht im Leitindex mit einem unterdurchschnittlichen Plus von 0,69 Prozent. Erneut drohende Streiks machen der Fluggesellschaft und deren Kunden das Leben schwer.

Für den europäischen Index EuroStoxx 50 ging es mit heftigen Schwankungen letztlich um 2,19 Prozent auf 3157,36 Punkte nach oben. Auch die Börsen in Paris und London legten kräftig zu. Die US-Börsen hingegen gaben zum europäischen Handelsschluss etwas nach.

dab/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das ist Religion
rekorder 15.01.2015
BIP (PPP): EU: 13.145.552.000.000 EUR USA: 13.013.639.600.000 EUR Schweiz: 292.966.392.000 EUR Einwohner: EU: 507.400.000 USA: 317.200.000 Schweiz: 8.200.000 Vergleich: Einwohner: EU = 62 mal CH BIP: EU = 45 mal CH Währung: 1 EUR = 1,16 USD Währung: 1 EUR = 1,04 CHF Das ist keine Finanzwirtschaft oder Ökonomie. Das ist Glaube, reine Religion.
2. Fehlentwicklung
spon-facebook-10000617956 15.01.2015
Die Abwertung der eigenen Währung bringt Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, weil seine Arbeitskräfte billiger werden. Das ist aber genau die Entwicklung, die wir Bürger nicht haben wollen. Wir wollen einen Fortschritt durch Innovation und hochwertige Produkte und eine Steigerung unserer Einkommen und unseres Wohlstandes. Deutschland als Billiglohnland zu verheizen, mag den Firmenbossen gefallen, mir als Angestellten kommt da aber die Galle hoch.
3.
fuenfegeradeseinlassen 15.01.2015
Zitat von spon-facebook-10000617956Die Abwertung der eigenen Währung bringt Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, weil seine Arbeitskräfte billiger werden. Das ist aber genau die Entwicklung, die wir Bürger nicht haben wollen. Wir wollen einen Fortschritt durch Innovation und hochwertige Produkte und eine Steigerung unserer Einkommen und unseres Wohlstandes. Deutschland als Billiglohnland zu verheizen, mag den Firmenbossen gefallen, mir als Angestellten kommt da aber die Galle hoch.
Das sollten Sie bitte näher erläutern, wo werden die dt. Arbeitskräfte billiger durch die Abwertung SFR-EUR? Nur Arbeitskräfte die aus der EU in der Schweiz arbeiten gehen werden m.E. dadurch "billiger", wenn Sie in EUR bezahlt werden...
4.
TS_Alien 15.01.2015
Man kann nicht günstiger in die Schweiz liefern, man kann die Produkte nur günstiger in der Schweiz anbieten und damit vielleicht mehr Marktanteile und Umsatz schaffen. Die Gewinne werden weiterhin in Deutschland in Euro abgerechnet. Und da viele Ausgangsmaterialien in US-Dollar eingekauft werden müssen (Rohstoffe, ...), ist ein allgemein schwacher Euro gleichzusetzen mit einem höheren Einkaufspreis der Ausgangsmaterialien. Bleibt der Marktanteil in der Schweiz gleich, geht der Gewinn aus der Schweiz damit sogar herunter. Ein schwacher Euro kann die Exportwirtschaft ankurbeln. Mehr Gewinne erzielt man damit noch nicht. Ein schwacher Euro kann ausländische Produkte teurer machen, so dass bei den Eurobürgern die Nachfrage nach Produkten aus der Eurozone angekurbelt wird. Um es kurz zu fassen: Ein schwacher Euro und niedrigste Zinsen machen die Eurobürger ärmer und ärmer und bringt sie dazu, vermehrt Produkte aus dem Euroland zu kaufen. Weil sie sich die anderen Produkte nicht mehr leisten können. Mal sehen, was passiert, wenn das Öl wieder teuer wird. Benzinpreise von über 2 Euro pro Liter werden dann normal sein. Für die Exportwirtschaft müssen eben Opfer gebracht werden, so geht zumindest das Märchen.
5.
marcaurel1957 15.01.2015
Zitat von TS_AlienMan kann nicht günstiger in die Schweiz liefern, man kann die Produkte nur günstiger in der Schweiz anbieten und damit vielleicht mehr Marktanteile und Umsatz schaffen. Die Gewinne werden weiterhin in Deutschland in Euro abgerechnet. Und da viele Ausgangsmaterialien in US-Dollar eingekauft werden müssen (Rohstoffe, ...), ist ein allgemein schwacher Euro gleichzusetzen mit einem höheren Einkaufspreis der Ausgangsmaterialien. Bleibt der Marktanteil in der Schweiz gleich, geht der Gewinn aus der Schweiz damit sogar herunter. Ein schwacher Euro kann die Exportwirtschaft ankurbeln. Mehr Gewinne erzielt man damit noch nicht. Ein schwacher Euro kann ausländische Produkte teurer machen, so dass bei den Eurobürgern die Nachfrage nach Produkten aus der Eurozone angekurbelt wird. Um es kurz zu fassen: Ein schwacher Euro und niedrigste Zinsen machen die Eurobürger ärmer und ärmer und bringt sie dazu, vermehrt Produkte aus dem Euroland zu kaufen. Weil sie sich die anderen Produkte nicht mehr leisten können. Mal sehen, was passiert, wenn das Öl wieder teuer wird. Benzinpreise von über 2 Euro pro Liter werden dann normal sein. Für die Exportwirtschaft müssen eben Opfer gebracht werden, so geht zumindest das Märchen.
man kann zum gleichen Preis anbiten und damit deutlich höhre Gewinne erzielen oder billiger weren und damit dei Konkurrenz aus dem Markt drücken. Also beides sehr positive Wege. Die meisten Importe werden in Euro abgerechnet, dies wird zwar auch teuerer, der Effekt ist aber gering. Um es kurz zu fassen, ein niedriger Eurokurs und niedrige Zinsen wirken wie ein Konjunkturprogramm und machen die Europäer reicher und reicher. Iregndwann werde wir auch Benzinpreise über 2 Euro sehen....in 5 Jahren oder in 10 Jahren, wer weiss...das ist aber völlig unabhängig von der Währung, die übrigens dann auch wieder ganz andere Kurse hat.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: