Deutsche Großkonzerne: So viel Umsatz wie noch nie - aber kaum neue Jobs

Die Umsätze steigen auf ein neues Rekordhoch - dennoch konnten Deutschlands wichtigste Konzerne laut einer Studie kaum neue Jobs schaffen. Hauptgrund ist die Wirtschaftskrise, die allmählich auch Unternehmen in der Bundesrepublik trifft.

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DPA

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Stuttgart - Deutschlands Großkonzerne haben von April bis Juni die besten Geschäfte ihrer Geschichte gemacht. Ohne Banken und Versicherungen machten die Dax-Unternehmen einen Gesamtumsatz von 312,3 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Mittwoch auf Basis einer Auswertung der jüngsten Quartalsberichte mitteilte.

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben die Konzerne dagegen mit insgesamt 27,4 Milliarden Euro hinter dem Wert des zweiten Quartals 2007 zurück. Damals hatte der Betriebsgewinn bei knapp 28,7 Milliarden Euro gelegen.

Den stärksten Umsatzzuwachs verbuchten im Jahresvergleich der Düngemittelhersteller K+S und der Gesundheitskonzern Fresenius Chart zeigen mit einem Plus von je 21 Prozent. Der Nutzfahrzeughersteller MAN Chart zeigen markierte mit einem Minus von neun Prozent das Ende der Liste. Den mit Abstand höchsten Quartalsumsatz aller Dax-Konzerne erzielte Volkswagen Chart zeigen mit knapp 48,1 Milliarden Euro.

Mitarbeiterzahlen wachsen nur langsam

Deutlich langsamer wuchsen dagegen die Belegschaften. Den Daten zufolge zählten die untersuchten Unternehmen Ende Juni knapp 3,8 Millionen Beschäftigte und damit nur zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Stahlkonzern ThyssenKrupp Chart zeigen fielen gar neun Prozent der Stellen weg. Allianz Chart zeigen, Beiersdorf Chart zeigen und E.on Chart zeigen verringerten die Zahl der Mitarbeiter um je fünf Prozent. Auch RWE plant, im großen Stil Stellen zu streichen.

Personal eingestellt wurde dagegen in der Autobranche. So vergrößerten mit Volkswagen, MAN, BMW Chart zeigen und Daimler Chart zeigen alle Dax-Konzerne der Branche ihre Belegschaften. Größter Arbeitgeber unter den 30 Unternehmen war Volkswagen mit mehr als 518.000 Angestellten.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen laut Erhebung auf Jahressicht um 15 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Besonders stark weitete der Energiekonzern RWE Chart zeigen seine Investitionen in diesem Feld aus. Die Essener steckten 68 Prozent mehr Geld in Innovationen, während Rivale E.on 18 Prozent weniger für Forschung bereitstellte. Über den insgesamt größten Etat verfügten die Entwickler bei VW mit gut 2,1 Milliarden Euro.

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Konzerne: Das sind die 30 Dax-Giganten

ssu/dapd

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
stefansaa 15.08.2012
Erstmal muss der Gewinn gesteigert werden. Denn erst wenn die Aktionäre glücklich sind, darf an den Rest gedacht werden! Umsatz sagt im übrigen nicht viel aus. Wenn dann nur der bereinigte Umsatz also Rohertrag. Ansonsten steigt der Umsatz natürlich wenn die Ausgaben für Material an die Kunden durch gestiegene Preise weiter gegeben werden... Einfach mal schauen wie viel Umsatz ein Aldi oder Lidl hat. Da werden Sie sicherlich alle Bauklötze staunen...
2. Fachkräftelüge
Diskutierender 15.08.2012
Und wieder ein Artikel, der die dreiste Lobbyisten-Lüge vom Fachkräftemangel entlarvt. Es geht den arroganten Unternehmen lediglich um Lohndrückerei.
3.
Plasmabruzzler 15.08.2012
Wer hätte das gedacht! Die Unternehmen merken, dass sie mit versteckten Drohungen, die uns die Zeitungen täglich vorbeten, mit einem Minimum an Belegschaft ihr Tagesgeschäft erledigen können. Warum also mehr Leute einstellen als nötig? In einem anderen Artikel heißt es ja auch: Millionen Deutsche würden gerne mehr arbeiten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/millionen-deutsche-wuerden-gerne-mehr-arbeiten-a-850131.html) Zu den "Drohungen": wir hören und lesen täglich, wie schnell man aus einer Vollbeschäftigung in ALG II (vulgo Hartz IV) landet. Die Ersparnisse, falls man welche hatte, sind dann hin, etwaige Kredite (z. B. für ein Eigenheim) können nicht mehr bedient werden und man landet schnell bei einer Zeitarbeitsfirma, die meist einem kaum das Gehalt zahlt wie der vorige Arbeitgeber. Zu kaum einer Zeit gab es insgesamt mehr Privat- und Firmeninsolvenzen wie die letzten Jahre: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/UnternehmenHandwerk/Insolvenzen/Insolvenzen.html Da ist es natürlich selbstverständlich, dass jeder bis zur Aufgabe arbeitet, s. Krankschreibung: Mehr Fehltage durch psychische Leiden laut BKK - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/krankschreibung-mehr-fehltage-durch-psychische-leiden-laut-bkk-a-849826.html) Ergo: trotz sprudelnder Gewinne werden kaum mehr Leute eingestellt!
4. Es ist schon dreist,
relaxartwork 15.08.2012
wie die Konzerne immer weiter jammern.
5. Optional
mr8 15.08.2012
Zitat von DiskutierenderUnd wieder ein Artikel, der die dreiste Lobbyisten-Lüge vom Fachkräftemangel entlarvt. Es geht den arroganten Unternehmen lediglich um Lohndrückerei.
Das stimmt so nicht, Sie verstehen nicht was ein Fachkräftemangel ist.
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