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Auslandsinvestoren: Der Dax wird immer weniger deutsch

Händler an der Frankfurter Börse: Ausländer halten 54 Prozent der Dax-Aktien Zur Großansicht
DPA

Händler an der Frankfurter Börse: Ausländer halten 54 Prozent der Dax-Aktien

Ausländische Investoren kaufen immer mehr Aktien der Dax-Konzerne. Mittlerweile sind einer Studie zufolge nur noch 36 Prozent der Aktien der 30 in dem Leitindex gelisteten Unternehmen in deutscher Hand.

Der Deutsche Aktienindex Dax steigt und steigt; profitieren können von dem Börsen-Höhenflug der deutschen Top-Konzerne derzeit vor allem ausländische Anleger: Denn mit inzwischen 56 Prozent liegt deutlich mehr als jede zweite Aktie der Börsen-Schwergewichte in dem Leitindex in Depots ausländischer Investoren, wie die Beratungsgesellschaft EY am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 54 Prozent.

Wie aus der Studie zur Anlegerstruktur bei den 30 Dax-Konzernen hervorgeht, halten Aktionäre aus Deutschland nur noch 36 Prozent der Anteile, acht Prozent der Aktien können keiner Region zugeordnet werden. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren noch 47 Prozent der 23 vergleichbaren Dax-Unternehmen in inländischem Besitz, damals lagen nur 45 Prozent in ausländischer Hand.

In den vergangenen zehn Jahren ist der Aktienanteil ausländischer Investoren demnach stetig gestiegen: Bei den 23 Unternehmen, deren Daten den Vergleich zulassen, stieg er von durchschnittlich 45 Prozent im Jahr 2005 auf 59 Prozent im Geschäftsjahr 2014. Mit 27 Prozent kann jede vierte Aktie Anlegern aus dem europäischen Ausland zugeordnet werden, jede fünfte Aktie (21 Prozent) befindet sich im Besitz von Anlegern aus Nordamerika.

EY-Listing-Experte Martin Steinbach glaubt, dass der Trend sich in diesem Jahr fortsetzen wird. "Das anhaltend starke Engagement ausländischer Investoren beweist, wie sehr die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden", sagte er. Vor allem angelsächsische Anleger dürften ihre Anteile an deutschen Großkonzernen erhöhen. "Der schwache Euro macht Investitionen in deutsche Blue-Chips für US- und britische Investoren besonders interessant."

Fast zwei Drittel des Dax liegen der EY-Analyse zufolge bei institutionellen Investoren wie Banken, Versicherern und Fonds, 13 Prozent bei reichen Familien oder anderen Unternehmen.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Für die Mehrzahl der Deutschen
heldenmut 21.04.2015
ist die Börse eine Zockerbude. Im Übrigen hatte eine Commerzbankstudie belegt, dass mehr als 4/5-tel der Deutschen sich nicht für Finanzen, selbst ihre eigenen, interessieren. Deshalb liegen mehrere Billionen Euro fast zinslos auf Sparkonten. Hinzu kommt die deutsche Angst vor Kursabstürzen, derweilen Ausländer dicke Gewinne einstreichen. Man muß eben gönnen können.
2.
vox veritas 21.04.2015
Tja, ein Ausverkauf der deutschen Industrie, aber wen wundert es, nachdem Jahrzehnte lang Aktien und Börsen schlechtgeredet wurden. Andere Länder wissen eben besser Bescheid um den Wert der hiesigen Industrie.
3. Viele Deutsche keine mündigen Anleger
StefanXX 21.04.2015
Zitat von heldenmutist die Börse eine Zockerbude. Im Übrigen hatte eine Commerzbankstudie belegt, dass mehr als 4/5-tel der Deutschen sich nicht für Finanzen, selbst ihre eigenen, interessieren. Deshalb liegen mehrere Billionen Euro fast zinslos auf Sparkonten. Hinzu kommt die deutsche Angst vor Kursabstürzen, derweilen Ausländer dicke Gewinne einstreichen. Man muß eben gönnen können.
Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Einerseits jedes Risiko scheuen und sich sein Geld lieber bei 0,1% Zinsen auf dem Sprbuch entwerten lassen, aber andererseits dann jammern dass man nicht vom Aufschwung profitiert. Und bevor der Einwand kommt "Ja aber ich hab ja gar nichts das ich anlegen könnte". Die allermeisten hätten sehr wohl was, investieren es aber lieber in ein (zu großes) Auto das sie sich eigentlich nicht leisten können oder ins neueste Smartphone. Und zum Thema Finanzen: Es gibt leider viel zu viele - und ich kenne ich viele in meinem Umfeld persönlich - die sich zwar jede Woche 2 Stunden damit beschäftigen wo es den Joghurt noch mal um 2 Cent billiger gibt, aber wenn es alle 3 Jahre mal drum geht seine 30.000 Euro halbwegs vernünftig anzulegen, ist eine Stunde Zeitaufwand schon zu viel. Dann wird das gemacht was der Bankberater einem in nem 20-minütigen GEspräch aufschwatzt, anstatt sich mal richtig damit zu beschäftigen. Aber hinterher dann Jammern über die "Zocker".
4. Aktien für Dummies äh Anfänger
genugistgenug 21.04.2015
weil es keine Zinsen mehr gibt und das brennende Streichholz (Aktie) ja weitergegeben werden muss, fixt nun schon das zdf die 'Normal'Bürger an. zdf wiso Aktien für Anfänger http://www.zdf.de/wiso/aktien-fuer-anfaenger-etf-38053664.html
5. Die Deutschen lassen sich gerne entmündigen
kayakclc 21.04.2015
und sind leider immer noch zu sehr authoritäts- und obrigkeitsgläubig. Staatsanleihen und das Sparkassensparbuch gehören rauf bis zu Ministern zu den beliebtesten Anlageformen. Dabei wird die Sparerin seit langen systematisch durch Inflation und mageren Zinsen enteignet, und glaubt noch, das Geld sei sicher. Am Ende wundern sich die Leute, warum die Wohlstandsverteilung immer mehr auseinander läuft: wenn nur wenige Aktien kaufen, dann profitieren eben nur wenige überproportional viel von dem Wohlstand, denn alle Werktätigen durch ihre Arbeitsleistung auch mit aufbauen.
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