Sechs Prozent mehr als 2017 Dax-Aufsichtsräte verdienen fast 90 Millionen Euro

Mehr als sechs Prozent Plus im Schnitt: Die Aufsichtsräte der Dax-Konzerne bekommen in diesem Jahr mehr Geld. Nur VW-Kontrolleure verzeichneten ein deutliches Minus.

imago/Sven Simon

Die Aufsichtsräte deutscher Großkonzerne dürfen sich auch in diesem Jahr über mehr Geld freuen. Gegenüber dem Vorjahr verdienen die Kontrolleure der Dax-Unternehmen 6,2 Prozent mehr. Insgesamt sind dies 88,4 Millionen Euro. Das ergab die Erhebung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). 2017 waren die Gehälter sogar noch um etwa zehn Prozent gestiegen.

Spitzenreiter im Vergütungsranking war - wie schon im vergangenen Jahr - der Autohersteller BMW. An sein 20-köpfiges Gremium überwies das Unternehmen 5,6 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 4,6 Prozent. Auch auf Rang zwei gab es keine Veränderung: Siemens bezahlte seinen Kontrolleuren 5,2 Millionen Euro, was einer minimalen Steigerung von 0,5 Prozent entsprach.

Den zweiten Platz muss sich Siemens in diesem Jahr allerdings teilen. Der Automobilzulieferer Continental bezahlte seinem Gremium insgesamt 5,7 Prozent mehr und kam damit ebenfalls auf eine Gesamtvergütung von 5,2 Millionen Euro.

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Die Top-Verdiener unter den Dax-Aufsichtsräten

VW in diesem Jahr nur auf Rang acht

Über die höchsten Zuwächse durften sich die Aufsichtsräte von Adidas und Fresenius freuen. Der Sportartikelhersteller zahlte 43,3 Prozent mehr als im Vorjahr, das Gesundheitsunternehmen sogar 48,2 Prozent. Im Fall von Adidas ist das jedoch teilweise auf die Erweiterung des Kontrollgremiums von zwölf auf 16 Personen zurückzuführen.

Deutschlands größter Autohersteller VW zahlte seinem Kontrollgremium dagegen 6,6 Prozent weniger als 2017. Der Wolfsburger Autokonzern, der vor dem Dieselskandal die höchste Vergütung zahlte, landet mit insgesamt rund 3,8 Millionen Euro in diesem Jahr nur auf Rang acht.

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, darf sich über die höchste Einzelvergütung freuen. Der 62-Jährige, der das Amt seit Mai 2012 ausübt, erhielt 800.000 Euro. Wie im Vorjahr folgen auf den Rängen zwei und drei der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer und der mittlerweile Ex-Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme.

Im Schnitt überwiesen die Dax-Konzerne ihrem Vorsitzenden 378.000 Euro, das sind 4,9 Prozent mehr als 2017. Gewinner des Jahres ist Gerd Krick. Der Aufsichtsratschef vom Dialysekonzern FMC, der 265.000 Euro erhält, konnte sein Gehalt um 44 Prozent steigern .

bam



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