Niedrigster Stand seit Januar Dax fällt unter 10.450 Punkte

Die Talfahrt des Dax geht weiter: Der deutsche Aktienindex rutschte auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten.

Börse in Frankfurt am Main: Tiefster Stand seit sieben Monaten
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Börse in Frankfurt am Main: Tiefster Stand seit sieben Monaten


Die angespannte wirtschaftliche Lage in China und Nachrichten aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt stark belastet. Der Dax weitete am Donnerstag seine Verluste aus und ging mit einem deutlichen Minus von 2,34 Prozent auf 10.432,19 Punkten aus dem Handel. Das ist der tiefste Stand seit Januar dieses Jahres - auf Jahressicht liegt der Leitindex damit nur noch knapp sechseinhalb Prozent im Plus.

Auch der MDax büßte ein: Er gab 2,52 Prozent auf 19.882,71 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 3,59 Prozent auf 1685,62 Punkte.

Die Aktienmärkte orientierten sich dabei an den Verlusten der asiatischen Aktienmärkte. Vor allem in China verzeichneten diese am Donnerstag erneut deutliche Verluste. Der Leitindex an der Börse von Shanghai schloss mit einem Minus von 3,42 Prozent bei 3664 Punkten. Die Börse in Shenzhen sackte um drei Prozent ab. Der Aktienmarkt in Hongkong verlor 1,77 Prozent und schloss auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten.

Die chinesische Wirtschaft schwächelt zunehmend: Zuletzt waren die Exporte im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen, auch die Industrieproduktion, Investitionen und Autoverkäufe sanken deutlich. In der vergangenen Woche hatte die Zentralbank in Peking zugelassen, dass die Landeswährung Yuan stark an Wert verlor.

In den USA hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im August stärker als erwartet aufgehellt. Damit wird nach Einschätzung von Börsianern eine Zinswende in den USA im September wahrscheinlicher. Es wäre die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise.

Zusätzlich belastete ein im Vergleich zum US-Dollar gestiegener Eurokurs. Eine teurere Gemeinschaftswährung erhöht die Preise deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt und verschlechtert damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. "Schwächelt die Konjunktur im Reich der Mitte, werden ohnehin weniger deutsche Waren in China verkauft - ein starker Euro verstärkt das", sagte Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver.

Der Dax verliert seit Monaten. Hintergrund sind unter anderem die Finanzkrise in Griechenland und die Sorge um Chinas Wirtschaft. Zu Jahresbeginn hatte der deutsche Leitindex noch von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank profitiert und im April mit 12.390 Punkten sein Rekordhoch erreicht.

brk/dpa

insgesamt 55 Beiträge
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ediart 20.08.2015
1. Gut so
das die Spekulanten im Geldkasino auf den Boden der Tatsachen ankommen.
tommit 20.08.2015
2. Ach ist doch ok
Banken können bei beiden G Bewegungen Geld 'machen'.... Wer brauch schon Humankapital die Börsenzucke ist viel wichtiger
gigi76 20.08.2015
3. Dollar/Euro
Diese ständig sich wiederholenden Aussagen zu Import/Export Auswirkungen aufgrund täglicher Schwankung des Dollarkurses zeugen von wenig Sachverstand. Import/Export ist kein Tagesgeschäft sondern unterliegt Verträgen und Marktteilnehmer sichern sich ab. Auswirkungen sind eher auf Monats/Quartalsbasis zu spüren und hier sieht man in der Tendenz einen fallenden, keinen steigenden Euro. Die Markterwartung ist aktuell eher eine Zinswende in den USA, die diesen Trend zudem verstärken sollte, dazu die weiteren Mrd. Transfers der EU, die den Euro weiter aufweichen.
salomohn 20.08.2015
4.
Dazu kommt m. E., daß die Babyboomer so langsam aus den Aktien rausgehen und in risikoärmere Anlagen umschichten, um bis zur Rente das Risiko zu senken.
Kantinengaby 20.08.2015
5. gut so
Porsche , K+S , IBM und Exxon kaufen
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