Rekordstand Dax springt über 12.000 Punkte

Der Kaufrausch am deutschen Aktienmarkt geht weiter: Der Dax hat die Marke von 12.000 Punkten durchbrochen. Seit Jahresbeginn hat der Index damit um mehr als 20 Prozent zugelegt.


Frankfurt am Main - Erst vor einem Monat hatte der Dax zum ersten Mal die 11.000-Punkte-Marke geknackt, nun gibt es bereits einen neuen Rekord: Der Deutsche Aktienindex Chart zeigen hat am Montagvormittag um 9.41 Uhr erstmals in seiner Geschichte mehr als 12.000 Punkte erreicht. Der deutsche Leitindex setzte damit eine mehr als neun Wochen anhaltende Gewinnserie fort. Auch der MDax Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen hatte zuletzt wiederholt Höchststände erreicht.

Triebfeder der Rekordrallye ist vor allem die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB), die mit ihrem Anleihekaufprogramm einen Billionenbetrag in die Märkte pumpt. Ein Effekt der lockeren Geldpolitik ist der Verfall des Euro Chart zeigen, der kurz davor steht, mit dem US-Dollar vom Wert her gleichzuziehen.

Das hilft nicht nur der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Zudem werden dadurch in großem Stil Investoren aus dem Ausland angelockt, die mit dem starken Dollar nun günstig europäische und deutsche Aktien kaufen können. Die massiven Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Euro-Notenbanken lassen ihre ohnehin niedrigen Renditen noch weiter sinken, Anleger flüchten sich daher regelrecht in die Aktienmärkte. Das alles trägt zu dem enormen Steilflug des Dax bei.

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Zu Jahresbeginn hatte der Dax erst bei rund 9800 Punkten gestanden, seitdem hat er weit mehr als 20 Prozent zugelegt. Ein derart starker Anstieg ist ungewöhnlich. Zuletzt mehrten sich daher auch die mahnenden Stimmen, die einen Rückschlag auf dem Aktienmarkt fürchten.

Analyst Christian Kahler von der DZ Bank warnte in der vergangenen Woche vor einer Blasenbildung. "Die Kursrallye am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund", schrieb er in einer Studie. Dennoch geht Kahler davon aus, dass die Kurse erst einmal weiter steigen und erwartet für den Dax zum Jahresende einen Stand von 12.500 Punkten.

Die künftige Entwicklung wird allerdings auch davon abhängen, wie sich die wirtschaftlichen und politischen Krisen in Griechenland und der Ukraine weiter entwickeln. Zudem könnte die Entwicklung in den USA bremsend wirken. Experten erwarten, dass die Notenbank Fed zum ersten Mal seit der Finanzkrise die Leitzinsen anhebt und so die Kapitalschwemme an den Märkten etwas eindämmt.

fdi/dpa/Reuters



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insgesamt 43 Beiträge
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auf_dem_Holzweg? 16.03.2015
1. und erst wenn der DAX über 30% zugelegt hat...
ist zumindest dort als kleinen Teil der Vernichung des Euro Einhalt geboten. Der Euro hat bereits über 30% an Wert verloren, der DAX wird ihm aber sicher noch folgen.
zynik 16.03.2015
2. Draghis finale Party läuft...
...und der Michel empört sich über den imaginären Stinkefinger eines griechischen Finanzministers. Herrlich.
spon-4d7-a7ri 16.03.2015
3. die Blase wird größer....
...und wird auch in naher Zukunft platzen! Dieser Börsenboom wird uns noch böse einholen. Das wird derart krachen....davon bin ich Felsenfest überzeugt. Der DAX steigt viel zu schnell. Die Realwirtschaft wächst nicht einmal annähernd so schnell. Dass das nicht gut gehen kann dürfte den meisten Menschen klar sein. Die Geldschwemme der EZB ist hierfür verantwortlich. Das billige Geld der EZB wird nicht, wie vorgesehen für Kredita an Verbrauche und Unternehmen verwendet, sonder in den allermeisten Fällen um Wertpapier an der Börse zu kaufen und diese dann später zu einem höheren Preis mit hohen Gewinnmargen wieder zu verkaufen. Das Ganze wird zusammen fallen wie ein Kartenhause.... Und die Zeche zahlt am Ende der kleine Bürger weil dadurch sehr wahrscheinlich eine größere Wirtschaftskrise folgen wird.... Das tut es immer, wenn die Banken nicht der Realwirtschaft dienen....und ein Boom entsteht wo eigentliche keiner sein sollte...aus Ökonomischen Gründen jedenfalls. Für micht stellt sich nicht die Frage ob es knallt. Es stellt sich nur die Frage wann und in welchem Umfang es knallt....
markus1907 16.03.2015
4. Bin wirklich gespannt,
wie lange es noch dauern wird, bis uns das Alles so richtig um die Ohren fliegt. Die nächste Spekulationsblase ist ja schon vorprogrammiert.
mark_anton 16.03.2015
5. Anleger haben schlichtweg den Verstand verloren...
vielleicht auch auch eine Folge des "halluzinatorischen Höhenrausches", in dem offenkündig niemand mehr merkt, wie "gefährlich dünn" die Börsenluft mittlerweile geworden ist und die derzeitigen Kurse nicht von einem realen Konjunkturaufschwung, sondern nur vom "Anlage-Notstand" getrieben werden. Scheinbar denkt niemand mehr darüber nach, daß die Geldschwemme der EZB nur aus der Druckpresse kommt und kaum noch einen echten wirtschaftlichen oder materiellen Gegenwert besitzt. Die EZB mutiert zu einer gigantischen "Bad Bank" für "toxische Papiere". Wenn diese Kurs-Blase platzt, dann "Gute Nacht" EU und Euro...
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