Rekordstand Anleger treiben Dax auf Allzeithoch

Das Billiggeld der Notenbanken treibt weiterhin die Stimmung an den Börsen. Der Dax kletterte auf den höchsten Stand aller Zeiten. Zwar fiel der Aktienindex umgehend wieder, Analysten rechnen aber damit, dass die Marke von 10.000 bald erreicht wird.

Konjunkturberg im Dax-Kurs: Aktienindex überspringt Allzeithoch
REUTERS

Konjunkturberg im Dax-Kurs: Aktienindex überspringt Allzeithoch


Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 9800 Zählern geknackt. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer kletterte am Donnerstag im frühen Handel auf den Spitzenwert von 9810 Punkten und lag damit über seiner bisherigen Bestmarke von rund 9794 Zählern im Januar.

Vor allem die Hoffnung auf eine weitere Öffnung der Geldschleusen im Euroraum beflügelte die Stimmung der Investoren. Hinzu kamen gute Nachrichten von der deutschen Konjunktur. Die Kauflust von Staat und Verbrauchern sowie steigende Investitionen hatten die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn kräftig in Schwung gebracht.

Börsianer trauen dem Dax nun noch einiges zu. "Das Rekordhoch ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu 10.000 Punkten", sagte Frederik Altmann von der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Der Markt habe seit Jahresbeginn ausreichend Kraft für den großen Sprung gesammelt. Nach dem Rekord gab der Dax Chart zeigen zunächst allerdings wieder nach und rutschte ins Minus auf gut 9710 Punkte.

In den vergangenen Tagen hatte der Dax immer wieder die Rekordmarke ins Visier genommen. Bereits am Dienstag war er auf dem höchsten Stand seiner Geschichte aus dem Handel gegangen. Den höchsten im Handelsverlauf erreichten Stand hatte er aber verpasst.

Befeuert werde die Stimmung von überwiegend guten Unternehmenszahlen, einer Konjunkturerholung in der Euro-Zone sowie von weiterhin billigem Geld der Notenbanken. Hinzu kämen anziehende Übernahme- und Fusionsaktivitäten der Konzerne, die bei den Anlegern für weitere Fantasie sorgten, sagte Ludwig Donnert von Tao Capital.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigte am Donnerstag zudem ihre Bereitschaft zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung - möglicherweise schon im Juni. Falls notwendig, werde schnell gehandelt, heißt es im Monatsbericht der Notenbank. Der Zentralbankrat stehe einstimmig hinter einem Einsatz auch unkonventioneller Mittel. Dazu zählen eine Reihe von Maßnahmen wie zusätzliche Langfristkredite für die Banken oder Strafzinsen auf Bankeinlagen bei der EZB.

nck/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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tantali 15.05.2014
1. Performance-Index
Die 10000 muss zwangsläufig kommen, denn der DAX ist ein Performance-Index. Es werden die ausgezahlten Dividenden mit eingerechnet. Somit "steigt" der DAX schon, wenn nur Dividenden ausgeschüttet werden.
JBond 15.05.2014
2. Dividende geht vom Kurs ab
Zitat von tantaliDie 10000 muss zwangsläufig kommen, denn der DAX ist ein Performance-Index. Es werden die ausgezahlten Dividenden mit eingerechnet. Somit "steigt" der DAX schon, wenn nur Dividenden ausgeschüttet werden.
Das funktioniert aber nur, wenn die entsprechenden Einzelaktien den dividendenbedingten Kursverlust auch wieder aufholen - denn die Dividende geht ja vom Kurs der Aktie ab.
Karl Auer 15.05.2014
3.
Zitat von JBondDas funktioniert aber nur, wenn die entsprechenden Einzelaktien den dividendenbedingten Kursverlust auch wieder aufholen - denn die Dividende geht ja vom Kurs der Aktie ab.
Eben nicht. Das schrieb doch der Forist. Die ausgezahlten Dividenden werden eingerechnet. Deshalb steigt der Dax Performance stärker als der DAX Kursindex, der ohne Dividenden gerechnet wird und bei ca. 5000 steht.
rabenkrähe 15.05.2014
4. jaja
Zitat von sysopREUTERSDas Billiggeld der Notenbanken treibt weiterhin die Stimmung an den Börsen. Der Dax kletterte auf den höchsten Stand aller Zeiten. Zwar fiel der Aktienindex umgehend wieder, Analysten rechnen aber damit, dass die Marke von 10.000 bald erreicht wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dax-rekord-konjunktur-treibt-aktienindex-auf-allzeithoch-a-969552.html
........ Selbst blinden Anlegern, die in der künstlichen, schuldenbasierten Liquidität baden, fällt allerdings auf, daß selbst acht Jahre dieser irrwitzigen Notenbankpolitik kein wirklich positives Ergebnis herbeigeführt hat, mal ganz davon abgesehen, daß diese Handlungsweise Dirigismus pur sind, die der Wirtschaft nur die Selbstheilungskräfte rauben. Deswegen dürfte eher ein crash vor der Tür stehen, als eine aberwitzige Blasenausdehnung! rabenkrähe
georg.burbach 16.05.2014
5. Wir erinnern uns mal
an das wunderschöne Vorkrisenjahr 2008 (habe ich auch fast schon vergessen wann genau das war) Aber was mir in Erinnerung geblieben ist: Da standen wir bei der 8000er Rekordmarke und es wurde auch prophezeit, dass der DAX noch mehr kann.... die Folgen kennen wir alle Da war dann plötzlich Schicht im Schacht. Warum wird das hier niiiiee erwähnt ?? Bei jeder solchen Rekordjagt müssen doch die Alarmglocken läuten oder zumindest mal erwähnt werden, was sich bei solchen Rekordjagten zugetragen hat. Was hat sich eigentlich seit dem geändert ? Kleinigkeiten, aber nichts grundlegendes.....
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