Anleger in Sorge Dax schließt auf Zwei-Jahres-Tief

Die anhaltenden Wachstumssorgen und schlechte Unternehmensnachrichten haben dem Dax herbe Verluste beschert. Analysten rechnen mit einem weiteren Absacken.

Frankfurter Börse
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Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum, Italiens Staatshaushalt und weiterhin schwache US-Börsen haben den Dax Chart zeigen am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Dezember 2016 gedrückt. Inzwischen ist der Leitindex so stark angeschlagen, dass weitere Verluste drohen.

Mit einem kräftigen Abschlag von 1,58 Prozent beendete der Dax den Handel. Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDax Chart zeigen , verlor 1,73 Prozent und sackte damit auf das tiefste Niveau seit Februar 2017. Für den SDax Chart zeigen ging es um fast 2,0 Prozent abwärts.

"Das Vertrauen der Anleger schwindet", kommentierte Marktanalyst David Madden von CMC Markets UK. Die Sorgen um Italien, den Brexit und die Handelsspannungen zwischen den USA und China hätten das Risikobewusstsein geschärft. "Die internationalen Börsen bleiben in der unsicheren Gemengelage aus (geo-)politischen Störfeuern, der Angst vor einer neuen Eurokrise, steigenden Zinsen in den USA und einer schleichenden Abschwächung der globalen Konjunktur weiterhin gefangen", schrieb Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg resümierten: "Die Skepsis gewinnt wieder die Oberhand."

Kettenreaktion möglich

Gefahr für die Börsenkurse könnten auch dadurch entstehen, dass das Unterschreiten bestimmter Marken eine Art Kettenreaktion in Gang setzt: Computer erteilen dabei automatisiert Verkaufsorders, was zu weiter sinkenden Kursen führt. Charttechnisch gesehen ist "die Situation des Dax dramatisch", erklärt Analyst Gregor. Ein weiteres Absacken bis auf 10.700 oder 10.800 Punkte werde immer wahrscheinlicher.

Gegen diesen Trend kann sich auch die Aktie des Dax-Aufsteigers Wirecard Chart zeigen nicht stemmen. Die Papiere verloren deutlich, obwohl der Zahlungsabwickler auch wegen des Booms im Onlinehandel auch für das kommende Jahr optimistische Prognosen ausgegeben hat.

In der Mehrzahl Verlierer

Zu den Dax-Verlierern gehörten auch die Aktien von Covestro Chart zeigen, nachdem der Spezialchemiekonzern kurz vor dem Jahresschluss doch noch die Prognosen gesenkt hatte. Wegen starken Wettbewerbs, steigender Kosten und neuen Rückstellungen dürfte das operative Ergebnis 2018 nun leicht unter dem Vorjahreswert landen. Vorher war ein Anstieg eingeplant. Im Sog dessen verloren die Papiere des Branchenkollegen Evonik Chart zeigen.

Ebenfalls schwach waren die Anteilsscheine der Deutschen Bank Chart zeigen, die am Vormittag auf ein Rekordtief von 8,054 Euro abgesackt waren. Ihnen setzte unter anderem der zwischenzeitlich deutliche Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen zu, der mit einem entsprechenden Kursrutsch der festverzinslichen Papiere einherging. Diese liegen in den Depots vieler Banken. Nach ausländischen Anlegern scheinen auch italienische Privatanleger misstrauischer gegenüber der Haushaltspolitik ihrer Regierung zu werden.

Zudem hatten im frühen Handel einmal wieder Medienberichte die Runde gemacht, wonach die Deutsche Bank angeblich in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank verwickelt sein soll.

mik/dpa-AFX



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