Aussagen des US-Notenbankchefs: Dax startet mit hohen Verlusten

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Dax-Tafel in Frankfurt am Main (Archiv): Minus auch in Asien und den USA

Bald ist Schluss mit der Geldflut: Mit dieser Botschaft hat US-Notenbankchef Ben Bernanke Börsianer weltweit verunsichert. Nach den asiatischen Märkten startet auch der deutsche Leitindex Dax mit einem deutlichen Minus.

Frankfurt am Main/Tokio/Sydney - Das Ende der Geldflut naht - diese Botschaft schickt die Börsen weltweit auf Talfahrt. Der Dax startete am Donnerstagmorgen mit einem Abschlag von rund zwei Prozent auf 8045 Punkten.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte am Mittwochabend erklärt, die Notenbank könnte ihren sehr lockeren geldpolitischen Kurs noch in diesem Jahr verlassen und ihre milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe bis Mitte 2014 beenden. "Eine Überraschung ist das nicht - aber für viele Anleger ist die Aussicht auf ein baldiges Ende der Anleihenkäufe erst einmal ein Grund, Aktien zu verkaufen", sagte ein Börsianer.

Die Geldschwemme der Notenbanken gilt als Haupttreiber für den Höhenflug an den Aktienmärkten. Bis Ende Mai waren der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen, der amerikanische Dow Jones Chart zeigen und der japanische Nikkei-Index von einem Rekord zum nächsten geeilt. Erst seitdem sich ein Ende der Geldflut andeutet, schrumpfen die Gewinne.

Die wichtigsten Indizes an der Wall Street waren bereits am Mittwoch mit einem Minus von mehr als einem Prozent aus dem Handel gegangen. Am Morgen folgten die asiatischen Finanzmärkte: In Tokio schloss der Nikkei-Index Chart zeigen 1,7 Prozent schwächer bei 13.014 Punkten. In Australien verlor die Börse gut zwei Prozent. An den meisten Börsen, etwa in Südkorea oder Hongkong, verzeichneten die Indizes Abschläge in dieser Größenordnung.

"Bernanke war expliziter, als viele am Markt das erwartet hatten", sagte Yuji Saito, Devisenexperte bei Credit Agricole in Tokio. Er geht davon aus, dass der Dollar zum Yen nun anziehen wird. Der Dollar ist bereits spürbar gestiegen auf rund 97 Yen. Der Euro sank auf 1,3261 Dollar nach 1,3295 Dollar im späten New Yorker Handel.

Schwache Daten zur chinesischen Industrie belasteten die Stimmung zusätzlich: Der Sektor schwächte sich im Juni einer Umfrage zufolge überraschend deutlich auf den niedrigsten Stand seit einem Dreivierteljahr ab. Der vorläufige HSBC-Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank auf 48,3 Punkte nach einem endgültigen Stand von 49,2 Punkten im Mai.

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 43 Beiträge
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1. ja, klar
Marcus_XXL 20.06.2013
Sorry, aber die USA leben von frisch gedrucktem Geld. Wenn die FED keine Schulden mehr "kauft" dann bricht das Imperium in 48 Stunden monetär zusammen. Von daher: Der redet nur aber wird schön weiter drucken.
2.
pepe_sargnagel 20.06.2013
Zitat von sysopREUTERSDer US-Notenbankchef Ben Bernanke verunsichert Börsianer weltweit: Nach den asiatischen Märkten startet auch der deutsche Leitindex Dax mit einem deutlichen Minus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dax-startet-mit-hohen-verlusten-a-906824.html
Vielleicht sollte man die Kredite an Unternehmen einfach stark verknappen. Dann steigt die Arbeitslosigkeit und es gibt wieder genügend Geld "Spielraum" für die Notenbanken die expansive Geldpolitik weiterhin zu betreiben. Hauptsache die Börse steht gut da - welchen Anteil haben da schon die Firmen in der Realwirtschaft? Selbst Porsche und Lufthansa machen mittlerweile ähnlich viel Geschäfte (vom Wertumfang her) im Finanzmarkt wie in der Realwirtschaft. Da man dort aber "billiger", bei etwa gleichem Risiko von Verlusten, einsteigen kann wird man wohl eher den "Geschäftszweig Finanzmarkt" ausbauen. Ein Problem, dem sich die Unternehmen wahrscheinlich noch bewusst werden müssen. Wenn nämlich andere die realen wirtschaftlichen Tätigkeiten übernehmen, dann bleibt diesen Firmen nur noch der Bankenstatus und dann werden sie wahrscheinlich auch von den großen Aufgefressen. Aber egal - die Realwirtschaft kümmert erst wieder, wenn ein Umdenken stattgefunden hat. Dazu braucht es meist "einen Sturz auf die Nase"
3. Hoher Verlust
smartphone 20.06.2013
Angesichts des üblichen statistischen Rauschens an der Börse respektive den "Märkten" ... wenn 2% ein Hoher Verlust sein sollen . Fragen sei mal den durchschnittlichen Aktienkäufer .... da sind 60-90% normal ( T-Com etc ) und dagegen "kann" man auch net vorgehen . Angesichts so manch Produktqualität wäre zb im KFZ Segment eine Kursreduzierung um 75% mehr als angemessen ...
4. CME stabilisiert die Märkte, Help is on ...
sltgroove 20.06.2013
... JP Morgue liquidiert imaginäres Gold um den Preis nach unten zu prügeln . Chinesen bedanken sich vom Herzen und kaufen alles was noch in den bankrotten westlichen Banken zu finden ist . BLS ( Bureau of Labour Statistics ) produziert die hirnrissige Lügen schneller als der Bernank seine falsche $$$ drucken kan . Amerikanische Schulden explodieren . Schaut euch die Zinsen af 5Y T-Bonds nach dem Bernanks Gebrabbele.... Also, United States of Amnesia sitzen auf 17 Bn. direkten Schulden und haben einen 230 Bn. Problemchen aus ungedeckten Verbindlichkeiten aus Sozialversicherungen. Die korrupte EU-Kommision will die EU-Schaafe mit diesem Berg vom Schulden verheiraten . ( Und nur weil die 65 größte EU-Banken bankrott sind - isch Basele dir was. Leverage 30 und steigend ). Paging Krugman, Bofinger & Co. Ich wünsche mir einen qualifizierten Blick auf die "Blühende Ökonomische Landschaften", hierzulande & global . :-P
5.
muellerthomas 20.06.2013
Zitat von Marcus_XXLSorry, aber die USA leben von frisch gedrucktem Geld. Wenn die FED keine Schulden mehr "kauft" dann bricht das Imperium in 48 Stunden monetär zusammen. Von daher: Der redet nur aber wird schön weiter drucken.
Also zwischen September 2009 und August 2010 und erneut zwischen August 2011 bis Ende 2012 hat die Fed keine Staatsanleihen gekauft und dennoch ist da nichts in 48 Stunden zusammengebrochen.
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