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Euro-Krise: Hilfsmilliarden für Spanien - Dax schießt in die Höhe

Die geplante Milliardenhilfe für Spanien sorgt weltweit für steigende Aktienkurse. Der Dax startet mit einem Plus von 2,4 Prozent in die Woche, auch die asiatischen Börsen notieren deutlich im Plus. Finanzminister Schäuble kündigt eine strenge Kontrolle der spanischen Reformen an.

Börsenhändler in Frankfurt am Main: Bankenwerte deutlich im Plus Zur Großansicht
DPA

Börsenhändler in Frankfurt am Main: Bankenwerte deutlich im Plus

Frankfurt am Main - Mit Erleichterung haben Anleger auf die geplanten Hilfen für die spanischen Banken reagiert. Der Dax Chart zeigen legte zum Wochenstart zeitweise 2,4 Prozent zu. Zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex zählten die Finanzwerte. Deutsche Bank Chart zeigen und Commerzbank Chart zeigen gewannen 3,7 beziehungsweise 5,2 Prozent.

Spanien will nach langem Widerstand nun doch Gelder aus dem Euro-Rettungsfonds zur Rekapitalisierung seiner maroden Geldhäuser beantragen.Die Euro-Finanzminister erklärten sich bereit, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Der Umfang des Rettungspakets ist größer als von vielen Investoren erwartet.

Es werde von vielen Marktakteuren positiv gesehen, dass sich die Politiker schneller als gedacht auf eine zumindest vorübergehende Rettung des spanischen Bankensektors geeinigt hätten, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Ein Börsianer warnte jedoch zugleich vor zu viel Euphorie: "Die Erfahrungen von Griechenland, Portugal und Irland hinterlassen einen sauren Nachgeschmack. Auch Spanien trägt jetzt das Stigma des Eingeständnisses, seinen Banken nicht alleine helfen zu können."

Der EuroStoxx 50 Chart zeigen notierte 1,6 Prozent im Plus. Der europäische Bankenindex legte drei Prozent zu. An der Börse in Tokio schloss der Nikkei-Index Chart zeigen rund zwei Prozent im Plus bei 8624 Punkten. Der Euro Chart zeigen stieg um ein Prozent von 1,25 Dollar auf 1,26 Dollar.

"Die Hilfen für die spanischen Banken deuten darauf hin, dass die europäischen Politiker weitere Kursturbulenzen an den Finanzmärkten und Risiken für die Weltkonjunktur verhindern wollen", sagte Investment-Stratege Takao Hattori von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Die Details der Hilfszahlungen seien aber noch ebenso unklar wie der Ausgang der griechischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag.

Schäuble kündigt Troika an

Bundesfinanzminister Schäuble hat eine genaue Überwachung der spanischen Reformen angekündigt. "Es wird genau so eine Troika geben. Es wird genau so überprüft werden, dass das Programm eingehalten wird", sagte er am Montag im Deutschlandfunk. Allerdings beziehe sich die Kontrolle ausschließlich auf die Restrukturierung des Bankensektors. Die Regierung in Madrid versucht peinlichst den Eindruck zu vermeiden, Spanien sei als ganzes Land ein Rettungskandidat wie Griechenland.

Als Gründe für das wankende Bankensystem in Spanien verwies Schäuble unter anderem auf Probleme auf dem Immobilienmarkt. Die aktuellen Schritte seien eine Erkenntnis aus der Immobilienkrise in den USA. "Als Lehre aus der Krise von damals haben wir Spanien geraten: Ihr müsst die spanischen Banken mit genügend Geld ausstatten - ob die das wollen oder nicht."

cte/dpa/Reuters

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insgesamt 117 Beiträge
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1. Das Geld zahlt der Steuerzahler
Velociped 11.06.2012
Die "Rettung" zahlt der Steuerzahler. Die Beute bei der Privatisierung der spanischen Kronjuwelen machen die Geier der internationalen Unternehmen. Von daher "freuen" sich die Börsen über den warmen Geldregen, der beim spanischen Ausverkauf anfallen wird. Ein positives Zeichen für den Euro, Spanien oder Deutschland ist dies natürlich nicht.
2.
Trollvottel 11.06.2012
Zitat von sysopDPADie geplante Milliardenhilfe für Spanien sorgt weltweit für steigende Aktienkurse. Der Dax startet mit einem Plus von 2,4 Prozent in die Woche, auch die asiatischen Börsen notieren deutlich im Plus. Finanzminister Schäuble kündigt eine strenge Kontrolle der spanischen Reformen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838074,00.html
Wo sind eigentlich die vielen 100Milliarden hin die auch spanische Banken vor kurzem zu 1% von der EZB bekommen haben?
3. Generalspiel?
huettenfreak 11.06.2012
Zitat von sysopDPADie geplante Milliardenhilfe für Spanien sorgt weltweit für steigende Aktienkurse. Der Dax startet mit einem Plus von 2,4 Prozent in die Woche, auch die asiatischen Börsen notieren deutlich im Plus. Finanzminister Schäuble kündigt eine strenge Kontrolle der spanischen Reformen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838074,00.html
Ist dieses riesige Schnellballsystemspiel nicht von Gesetzes wegen schon verboten? Als nach der Wende die "Generäle" durchs Land streiften und den Leuten das Geld aus der Tasche zogen handelte der Staat entschlossener. Aber wie sang schon Udo Jürgens in Tanz auf dem Vulkan: Die letzte Runde geht aufs Haus.
4. Klasse!
montaxx 11.06.2012
Zitat von sysopDPADie geplante Milliardenhilfe für Spanien sorgt weltweit für steigende Aktienkurse. Der Dax startet mit einem Plus von 2,4 Prozent in die Woche, auch die asiatischen Börsen notieren deutlich im Plus. Finanzminister Schäuble kündigt eine strenge Kontrolle der spanischen Reformen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838074,00.html
Na,das ist ja schon mal eine gute Nachricht,wenn die Börsenkurse explodieren.Good news für Banken und Aktienbesitzer.So war es ja (eigentlich nicht) gedacht :-) Irgendwie sind diese Tatsachen ehrlicher als all das verlogenen Geschwurbel von Politikern...
5. Hilfsmilliarden für Spanien - Dax schießt in die Höhe
eulenspiegel_neu 11.06.2012
Alles Schwachsinn. Raus aus dem EURO und den EU-Rechten. Deutschland geht sonst unter und wird ein Staat der Dritten Welt. Dieses gezerre und Getue hilft nur den Banken und der Normalbürger wird ärmer und ärmer. Was hätte bzw. was kann man mit dem vielen Geld natiional alles anfangen! Wir werden von den Politikern hinter das Licht geführt. Alle machen Schulden und wir u. a. sollen däfür aufkommen! Die Kanzlerin als gerlernte Ostdeutsche hat bislang immer noch nicht verstanden, dass das Portemonnaie zugehalten werden muß...
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Spanien: Was vom Bau-Boom übrigbleibt


So funktioniert der Rettungsfonds ESM
Volumen
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) kann bis zu 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vergeben. Nur 80 Milliarden Euro davon werden wirklich eingezahlt, der Rest sind Garantien. Nicht angerechnet werden die bereits vergebenen Hilfen aus dem vorläufigen Rettungsfonds EFSF sowie bilaterale Kredite der Euro-Staaten an Griechenland.
Einzahlung
Die 80 Milliarden Euro Kapital werden in fünf Tranchen eingezahlt; zwei im Jahr 2012, zwei weitere 2013 und eine letzte bis Mitte 2014. Erst dann hat der Fonds sein komplettes Ausleihvolumen von 500 Milliarden Euro erreicht. Bis dahin kann es eng werden: Der ESM muss stets 15 Prozent von dem Geld besitzen, das er in Notfällen verleiht. Er müsste also 15 Milliarden Euro besitzen, um ein Rettungspaket von 100 Milliarden Euro schnüren zu können. Um für eine Übergangsphase gerüstet zu sein, soll der vorläufige Rettungsfonds EFSF noch bis Mitte 2013 einspringen können, falls der ESM noch nicht ausreichend gefüllt ist. Im EFSF befinden sich noch rund 240 Milliarden Euro, die nicht für bestehende Hilfsprogramme ausgegeben wurden.
Aufgabe
Der ESM soll Mitgliedsländern der Euro-Zone helfen, die Schwierigkeiten haben, sich am Finanzmarkt frisches Geld zu leihen - etwa wenn die Zinsen für Staatsanleihen zu hoch sind, um sie dauerhaft zahlen zu können. Es gibt keine feste Definition, ab welchem Zinsniveau Staaten Hilfe beantragen müssen oder können - als Faustregel gelten aber sieben Prozent für zehnjährige Staatsanleihen. Bei Erreichen dieses Werts hatten Länder wie Portugal oder Irland Hilfen aus dem Vorgängerfonds EFSF beantragt. Im Gegenzug für Hilfen aus den Rettungsfonds müssen die Krisenländer strenge Sparauflagen einhalten und Strukturreformen beschließen.

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