Trotz Kursrutsch in USA und Asien Dax startet stabil

An der US-Börse herrscht große Nervosität, doch die deutschen Anleger haben sich davon zunächst nicht weiter beeindrucken lassen. Der deutsche Leitindex Dax drehte sogar leicht ins Plus.

DPA


Besonnenheit statt Panik scheint die Devise an der Börse in Frankfurt. Trotz der Verluste an der New Yorker Wall Street am Vorabend eröffnete der Dax fast unverändert bei 12.256 Punkten. Kurz nach Handelsbeginn drehte er sogar ins Plus. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex mit einem Minus von 2,6 Prozent geschlossen.

Schon seit Tagen gibt es an den Börsen teils heftige Verluste, weil Investoren stärker steigende Zinsen in den USA fürchten. Der Dax Chart zeigen hat seit Wochenbeginn vier Prozent verloren, der Dow-Jones-Index 6,5 Prozent. Beim japanischen Leitindex Nikkei Chart zeigen beträgt das Minus auf Wochensicht gut acht Prozent.

Dass der Dax nicht automatisch den Verlusten an der Wall Street und in Japan folgt, dürfte auch eine Folge davon sein, dass in New York ein höherer Korrekturbedarf gesehen wird. Seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2016 ist der Dow Jones Industrial Chart zeigen bis dato fast doppelt so stark gestiegen wie der Dax.

Als wichtigster Grund für die Kursrückgänge in den USA gilt die Sorge vor steigenden Zinsen. Damit würden Anleihen im Vergleich zu Aktien begünstigt, was auf die Stimmung an der Börse drückt. Dass die Zinsen steigen könnten, liegt an der guten Lage der US-Wirtschaft. So haben die Löhne in den USA deutlich zugelegt, was wiederum die derzeit niedrige Inflation nach oben treiben könnte. Das könnte den neuen US-Notenbankchef Jerome Powell dazu veranlassen, den Leitzins stärker anzuheben als bislang von der Federal Reserve geplant, um den Preisanstieg unter Kontrolle zu halten.

Ein weiterer Faktor für die Turbulenzen an den Börsen: Ein Großteil der Finanzmärkte wird inzwischen durch Computerprogramme gesteuert. Werden bestimmte Kursmarken nach unten durchbrochen, werden automatisch und blitzschnell weitere Papiere abgestoßen. Das verstärkt den Kurssturz.


Welche Erklärungen es noch für die gegenwärtigen Turbulenzen an der Börse gibt und welche Strategie Kleinanleger verfolgen können, lesen Sie hier.

mmq/dpa/Reuters

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hefe21 09.02.2018
1. Verlustanzeige
Verluste, verloren - geht man da nicht einfach aufs Fundamt? An Börsen gibt es jedoch keine Verluste, sondern nur unterschiedliche Preisniveaus - hier eben für Finanzwaren. Dass die Begleitbranche ausgerechnet günstigere Preise auf diesem Teilmarkt der Volkswirschaft gewohnheitsmässig als "Verlust" missinterpretiert liegt an der Konditionierung der gesamten Branche. Denn auch das Gegenteil, "Gewinne" bei steigenden Preisen, ist Illusion - handelt es sich doch ausschliesslich um Erhöhungen der Finanzierungsanforderung für fiktive Käufe. Gipfel der Infantilisierung ist dann "der Dax hat Gewinne gemacht" - als hätte ein komplett passiver Preisabbildungsindex bei einem Preisausschreiben mitgemacht. Viel wichtiger für eine funktionierende Presse wäre herauszufinden, mit welchem Geld (angeblich hoher einstelliger Milliardenbetrag) der kolportierte Hedgefonds z.B. auf fallende Preise im Dax gewettet hat.
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