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Folge der EZB-Anleihekäufe: "Der Dax ist wie von Sinnen"

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DPA

Bulle an der Frankfurter Börse: Dax steigt, Euro fällt

Der deutsche Leitindex hat erneut eine Rekordmarke gerissen und mit 11.805 Punkten so hoch geschlossen wie nie zuvor. Der Euro dagegen verliert weiter an Wert.

Frankfurt am Main - Im Kampf gegen die Eurokrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Notenpresse angeworfen - die Folgen sind nun beim Dax und bei der Gemeinschaftswährung zu bestaunen. Händler stürzen sich auf Aktien der Eurozone, Anleger flüchten aber zugleich aus dem Euro.

Der deutsche Leitindex stellte am Mittwoch einen neuen Rekord auf. Der Dax Chart zeigen schloss mit 11.805,99 Punkten so hoch wie noch nie zuvor. Mit 11.822,53 Zählern hatte er zuvor noch ein Allzeithoch aufgestellt. Der Dax sei "wie von Sinnen", schrieb Analyst Jens Klatt. Er führte das Hoch darauf zurück, dass Anleger sich auf Aktien stützen, weil Zinsanlagen kaum noch Rendite abwerfen.

Für Auftrieb am Markt hatte EZB-Präsident Mario Draghi gesorgt. Er verteidigte den massenhaften Kauf von Staatsanleihen der Notenbank und sagte, er sehe bereits Hinweise für eine breite konjunkturelle Erholung. Zumindest die Euroländer profitieren vom EZB-Programm. Am Mittwoch konnte sich die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft Italien für ein Jahr faktisch zum Nulltarif refinanzieren. Wie die Schuldenagentur in Rom mitteilte, wurden Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von zwölf Monaten zu einer Rendite von 0,079 Prozent versteigert. Der italienische Staat muss also so gut wie keine Zinsen an die Käufer der Papiere zahlen.

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Erklär-Comic: Warum die EZB massenhaft Staatsanleihen kauft
Während der Dax steigt und steigt, ist es beim Euro genau anders herum. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fällt und fällt: Inzwischen kostet der Euro Chart zeigen nur noch 1,0573 Dollar. Zwischenzeitlich fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Zwölfjahrestief von 1,0556 Dollar. Noch Ende 2014 hatte der Euro über 1,21 Dollar gelegen. Exportorientierte europäische Unternehmen profitieren von der Euroschwäche, da ihre Waren im Ausland erschwinglicher werden.

mmq/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 87 Beiträge
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1. Das fängt ja gut an
maialetto 11.03.2015
was wenn der Euro unter 80 Cent fällt. Wird Mario Dragi dann den Leitzins erhöhen. Ist der Euro schon Geschichte? Kauft die EZB Staatsschulden in Euro auf um ein geordnetes Auseinanderbrechen der EU vorzubereiten? Sind europäische Löhne und Renten in einer globalisierten Welt untragbar geworden? Gibt es in Europa zuwenig Menschen die auf eine unsubventionierte Arbeit angewiesen sind? Was machen die Amerikaner jetzt mit ihren vielen Dollars. Konsum in Amerika und Armut im Rest der Welt. Sieht so die neue Weltwirtschaft aus. Amerika hat mehr in Rüstungs- und Überwachungstechnologie investiert hat als der gesamte Rest der Welt. Es scheint sich auszuzahlen.
2. Das kann nicht gesund sein.
thunderstorm305 11.03.2015
Was die EZB erreicht ist auch ein Anstieg der Sprit-Preise und damit eine verstärkte Inflation. Dabei sind gefühlt eigentlich nur die Sprit-Preise nach unten gegangen. Als Laie kann ich mir nicht vorstellen dass diese Entwicklung gesund sein soll. Hier bilden sich bereits die nächsten Blasen. Viel Geld wird in riskante Aktien gesetzt, die aber auch nicht viel mehr an Rendite erbringen. Es ist eine verkehrte Welt dass 4% oder 6% Rendite bereits hochriskant sein sollen. Irgendwann wird das ganze System explodieren. Und das nur weil der Euro als Gemeinschaftswährung mit Geburtsfehlern zur Welt kam. Niemand hat sich an die Maastricht-Kriterien gehalten und nun haben wir das Ergebnis davon.
3.
kuac 11.03.2015
Dieser Aktienboom ist nichts anders als reine Spekulation, ermöglicht durch die Billionenspritze der EZB. Es ist eine Marktverzerrung und hat mit der Realwirtschaft gar nichts zu tun. Wieviele Arbeitsplätze werden jetzt dadurch entstehen? Boerse ist keine Einbahnstrasse. Was wird passieren, wenn der Crash kommt?
4. never easier
onceagain 11.03.2015
Geld zu machen , goldene Zeiten für Aktionäre.Wer nicht dabei ist,ist selber schuld die Blaupause gab es schon mit Greenspan und Bernenke, jetzt ist es Draghi .Die Holländer sagen "Tod oder Tulpen " für Deutsche gilit Konsum &Aktien oder Tod...
5.
fou81 11.03.2015
"Dieser Aktienboom ist nichts anders als reine Spekulation, ermöglicht durch die Billionenspritze der EZB. Es ist eine Marktverzerrung und hat mit der Realwirtschaft gar nichts zu tun." Korrekt. Woher kamen sonst die 2% aufs Sparbuch? Ach nein, die Banken haben tatsäch Kredite vergeben und SPEKULIERT, dass die wieder zurück gezahlt werden?! "Wieviele Arbeitsplätze werden jetzt dadurch entstehen?" Null. Arbeitsplätze sind auch nicht das Problem. "Boerse ist keine Einbahnstrasse. Was wird passieren, wenn der Crash kommt?" Wissen Sie, was ein Stop Loss ist?
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