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Dax-Turbulenzen: Wie aus einem Börsencrash eine Rezession wird

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Der August war für den Dax verheerend, die Kurse brachen um mehr als 20 Prozent ein. Dabei könnte es bald noch schlimmer kommen: Die Angst an den Börsen droht die Realwirtschaft zu erfassen, Deutschland steht vor einem neuen Abschwung. Eine grafische Erklärung, wie die Abwärtsspirale in Gang kommt.

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REUTERS

Dax-Anzeige bei der Frankfurter Börse: Misstrauen unter Banken nimmt bereits zu

Hamburg - An der Börse schmelzen die Milliarden so schnell wie selten zuvor. Die Erholung vom Wochenbeginn ist schon wieder verpufft. Die 30 im deutschen Leitindex Dax vertretenen Unternehmen sind derzeit rund 20 Prozent weniger wert als noch Anfang des Monats. Selbst Börsenprofis sind von dem Tempo der Vernichtung verblüfft.

Doch war es das jetzt? Oder greift die Börsenkrankheit bald auf die Realwirtschaft über? Während die Kanzlerin beschwichtigt, warnen Experten bereits vor schweren Zeiten für Deutschland und die globale Wirtschaft. Das Credo der Pessimisten: Erst kommt der Crash, dann die Rezession. Oder anders gesagt: Wenn die Kurse einmal richtig ins Rutschen kommen, schlittert die Konjunktur zwangsläufig hinterher.

Die Vergangenheit zeigt: Die Pessimisten lagen nicht immer richtig, aber meistens. Ob nun der Schwarze Freitag 1929, das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder die Lehman-Pleite 2008 - nach jedem dieser Börsenbeben rauschte auch die Realwirtschaft in den Keller.

Das Muster ist immer ähnlich

Jede Krise hatte einen anderen Ursprung. Doch im Prinzip verlief die Ansteckung immer nach einem ähnlichen Muster: Erst lösen schlechte Nachrichten einen Kursrutsch an der Börse aus. Wenn einmal Panik da ist, stoßen auch andere Anleger aus Angst vor größeren Verlusten massenhaft Aktien ab. Damit heizen sie die Verkaufswelle erst recht an - eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Bis zum Dammbruch ist es dann nicht mehr weit: Banken müssen nach den Verlusten den Wert ihrer Aktienbestände nach unten korrigieren. Aus Angst vor Engpässen horten sie ihr Geld, leihen sich untereinander nichts mehr und werden auch bei der Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen knauserig. Schon sparen Firmen bei Investitionen und entlassen Personal. Auch die Konsumenten ahnen, dass harte Zeiten auf sie zukommen, und geben weniger aus. Wenn aber kaum jemand mehr investiert oder konsumiert, steht die Wirtschaft still. Willkommen in der Rezession!

Noch streiten sich die Fachleute, ob sich die jüngsten Börsenabstürze zu einem Crash entwickeln - und ob es daher überhaupt zu der befürchteten Abwärtsspirale kommen muss. Zugleich aber mehren sich die Zeichen, dass sich die Banken bereits infiziert haben könnten. Die Finanzhäuser parken ihr Geld wieder verstärkt bei der Europäischen Zentralbank, statt es untereinander zu verleihen. Ein klares Indiz für das steigende Misstrauen der Geldhäuser.

Wie überträgt sich die Panik an den Börsen auf die Realwirtschaft? Wie verläuft die Abwärtsspirale - und welche Elemente gehören dazu? Eine Erklärung in Bildern.

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6  Bilder
Erklär-Grafiken: Vom Börsenabsturz in die Rezession

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insgesamt 159 Beiträge
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1. Realwirtschaft - Na klar !
weltbetrachter 26.08.2011
Die Realwirtschaft ist keine Zocker-Bude. Da werden Werte geschaffen, Menschen beschäftigt, Existenzen gesichert. . Mit der Monopoly-Zocker-Gilde, die nur Gelder computergesteuert hin und herschieben hat das nichts zu tun. . In der Realwirtschaft hat das Wort "Verantwortung" noch eine Bedeutung.
2. .........
Hannovergenuss, 26.08.2011
Schlechte Dartstellung! Übersieht sie doch die Tatsache das Aktien nicht nur verkauft werden sondern eben auch gekauft nur zu sinkenden Preisen sonst würde kein Handel stattfinden. An den Anteiligen Abschreibungen ist allerdings etwas dran wobei eigentlich zum Niederstwertprinzip bilanziert wird...
3. schade nur ...
weltbetrachter 26.08.2011
.... das die so verantwortungsvolle Realwirtschaft immer mehr als Rettungsanker für die Börsen-Zocker und Pleite-Staaten mißbraucht wird, sobald die sich mal verspekuliert haben.
4. Ist Quatsch
bvdlinde 26.08.2011
...ich halte den Artikel bzw. die Kernaussagen dessen fuer Quatsch. Es gibt Boersenbewegungen, die ueberhaupt keine Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben. An der Boerse herrscht bisweilen die pure Psychologie. Deutsche Unternehmen suchen haenderingend nach Fachkraeften, der Export boomt. das ist momentan die Situation.
5. ...
jp' 26.08.2011
was denn jetzt? merkt spon noch, das ihr euch lächerlich macht? den einen tag rezession, den nächsten aufschwung, dann gehts wieder runter, gefolgt von nem boom. es ist inzwischen soweit, wenn man unter freunden sagt, man hat im spiegel oder bei spon was gelesen, das man dann nur noch gelächter erntet... sowas muss man auch erstmal schaffen...
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