Minus 18 Prozent Dax verzeichnet erstes Verlustjahr seit 2011

Am letzten Handelstag des Jahres ging es für den Dax etwas aufwärts. Die Jahresbilanz konnte das nicht retten: Zum ersten Mal seit sechs Jahren hat der Leitindex verloren - es waren mehr als 18 Prozent.

Frankfurter Börse (Archivbild)
REUTERS

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Für den Dax ist 2018 das verlustreichste Jahr seit der internationalen Finanzkrise 2008 zu Ende gegangen: Auf das Jahr gerechnet, büßte der Leitindex mehr als 18 Prozent ein.

Im Dax sind die 30 größten Aktiengesellschaften Deutschlands gelistet. Zu den größten Verlierern gehörten die Papiere der Deutschen Bank. Ein teurer Umbau, sinkende Erlöse und unsichere Perspektiven drückten den Kurs auf immer neue Rekordtiefstände. Übers Jahr gerechnet, summierten sich die Verluste auf 56 Prozent. Das Chemieunternehmen Covestro verlor fast 50 Prozent. Den dritten Platz in der Rangliste der Verlierer belegte die Aktien des Autozulieferers Continental (rund 46 Prozent).

Einige wenige Werte konnten jedoch hinzugewinnen: Die Papiere von Wirecard profitierten vom weltweiten Boom des Onlineshoppings und verzeichneten ein Jahresplus von mehr als 40 Prozent. Der Spezialist für elektronischen Zahlungsverkehr war erst im September in den Leitindex aufgerückt. Am letzten Handelstag des Jahres lag die Aktie mit plus 4,32 Prozent erneut an der Dax-Spitze. Auch der Energieversorger RWE gewann durch die Neuordnung seines Geschäfts fast zwölf Prozent. Aktien von Adidas legten um neun Prozent zu.

Aktienkurse litten unter politischen Streits

An diesem Freitag, dem verkürzten letzten Handelstag des Jahres, stieg der Dax noch um 1,71 Prozent auf 10.558,96 Punkte. Damit ging ein turbulentes Börsenjahr zu Ende: Nur einen Tag zuvor hatte der Index wieder einmal einen Tiefstand markiert - den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Damit war er weit entfernt von dem historischen Hoch von 13.596 Punkten, das die Börse Ende Januar ermittelt hatte.

Im Laufe des Jahres litten die traditionell vom Export abhängigen deutschen Unternehmen jedoch stark unter dem aufflammenden Handelsstreit zwischen den USA und China und den Streitigkeiten rund um den Brexit. Auch der Haushaltsstreit der EU-Kommission mit Italien und weltweit wachsende Konjunktursorgen belasteten die Börse.

Auch der etwas weiter gefasste MDax, der die 60 größten deutschen Unternehmen listet, fiel stark: Er büßte in diesem Jahr fast 18 Prozent ein. Im MDax brachen die Aktien der Commerzbank am stärksten ein, sie verloren knapp 54 Prozent. Wegen dieser Verluste hatte das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Geldhaus nach 30 Jahren sogar seinen Platz im Dax verloren. Größter Gewinner waren mit einem Plus von fast 37 Prozent die Papiere des Laborausrüsters Sartorius.

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kko/dpa



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