Kursrally Wie US-Anleger den Dax befeuern

Der Dax steuert auf 12.000 Punkte zu. Das Tempo der Kursrally hat auch damit zu tun, dass US-Anleger auf Aktien aus dem deutschen Leitindex umsteigen - mit gutem Grund.

Börse in New York: Jahrelang ließen US-Anleger Aktien aus Deutschland und Europa links liegen. Das ändert sich jetzt - und treibt den Dax an
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Börse in New York: Jahrelang ließen US-Anleger Aktien aus Deutschland und Europa links liegen. Das ändert sich jetzt - und treibt den Dax an

Von manager-magazin.de-Redakteur Christoph Rottwilm


Und täglich grüßt der Dax-Rekord: Zum Wochenschluss am Freitagnachmittag war es die Marke von 11.895 Punkten, die der deutsche Leitindex erstmals erreicht hat. Damit fehlten dem Dax nur noch wenige Zähler bis zur Marke von 12.000 Punkten.

Es ist der x-te Dax-Höchststand in Folge. Seit neun Wochen befindet sich die Börse inzwischen im Nonstop-Aufwärtstrend. Das Dax-Plus seit Mitte Januar beträgt satte 22 Prozent.

Bemerkenswerter noch als die rasanten Kursgewinne ist aber die Ruhe, mit der die Börsianer die Hausse begleiten. Wer in diesen Tagen mit Investmentexperten spricht, findet kaum jemanden, der dem Aktienmarkt in nächster Zeit nicht mindestens Stabilität oder weiteres Aufwärtspotenzial prognostizieren würde.

Das ist umso erstaunlicher, weil der Aktienhandel an der Wall Street inzwischen deutlich weniger rund läuft. Jede positive Nachricht aus der Wirtschaft, so scheint es, lässt dort die Kurse nachgeben. Denn je besser sich die Konjunktur in den USA entwickelt, so die Sorge der Börsianer, desto näher rückt das Ereignis, dem man in New York derzeit mit der größten Nervosität entgegensieht: der Beginn der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed.

US-Anleger erwarten Zinserhöhung - während die EZB die Geldschleusen öffnet

Zuletzt war dies vergangenes Wochenende zu beobachten, als positive Nachrichten vom US-Job-Markt den Leitindex Dow Jones Chart zeigen um beinahe 300 Punkte einknicken ließen.

Eine solche Abkopplung der hiesigen Börse von den US-Märkten hat es in der Vergangenheit nicht oft gegeben. Erklärt wird sie vor allem mit der unterschiedlichen Positionierung der Notenbanken: Während die Fed kurz davor steht, den Geldhahn allmählich wieder zu schließen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Schleusen gerade erst richtig weit geöffnet.

Wall Street stagniert, Dax legt zu - US-Anleger auf Einkaufstour im Dax

"Die US-Notenbank denkt über eine Zinswende nach, die in der Eurozone noch lange Zeit ausbleiben wird", erläutert Börsenkenner Robert Halver von der Baader Bank. "Damit ist die Liquiditätshausse in der Eurozone auf der Überholspur."

Die Folge dieser Asymmetrie: Einerseits schichten Investoren Gelder in die USA um, um von den dort höheren Zinsen zu profitieren. Das lässt den Dollar Chart zeigen gegenüber dem Euro Chart zeigen seit Wochen rasant im Wert steigen. Andererseits locken die Aktienmärkte der Euro-Zone aber auch große Summen aus dem Ausland an, wie beispielsweise Vermögensverwalter Markus Zschaber aus Köln beobachtet.

"Wir stellen fest, dass US-amerikanische Anleger mit dem sehr starken US-Dollar europäische Aktien, in erster Linie deutsche Aktien kaufen", sagt Zschaber. Diese seien während der Eurokrise in den Portfolios in Übersee "dramatisch untergewichtet" worden.

So wird klar, wie die Geldpolitik der EZB an der Börse die Kurse treibt. Und mehr noch, die ungeheure Menge an Liquidität, die die Zentralbank in den kommenden Monaten in die Märkte geben will, führt auch zu einem anderen Kuriosum: Selbst innerhalb der Eurozone gibt es offenbar kaum noch ein Ereignis, das die gute Stimmung der Aktionäre trüben könnte.

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salkin 14.03.2015
1.
Dieser Artikel zeigt deutlich auf, dass die Politik der EZB nichts weiter bewirken wird als ein weiteres aufpumpen der Finanzmärkte und eine Ausweitung der Staatsschulden in der Eurozone. Es bleiben aber auch Ungereimtheiten. Wieso fällt der Euro wenn doch angeblich viele Investoren aus Amerika nach Europa, speziell in den Dax, umsteigen? Wo bleiben diese Dollar? Ein Fazit nach 10 Jahren Merkel zeigt sich aber schon jetzt deutlich, Reduzierung des Außenwertes des Euro um ca. 25%, Sinken der Renditen für Kapitalanlagen die zur Altersversorgung der Normalbürger geeignet sind von 5% auf 0% und auf der anderen Seite ein massiver Anstieg der Sachwerte die sich überwiegend im Besitz der Vermögensbesitzer befinden. Besser kann man eine Umschichtung von Unten nach Oben nicht organisieren. Nach der letzten ZDF Umfrage, wie denn gewählt würde wenn an diesem Sonntag Wahl wäre, finden das immer mehr Deutsche gut.
Freidenker10 14.03.2015
2. Bonis und Renditen
Die EZB schießt die Billion in den Markt, weil die Wirtschaft damit angekurbelt werden soll und Kredite vergeben werden sollen... Aber wenn das Geld am Ende nur in Aktien investiert wird, wie soll da die Wirtschaft angekurbelt werden? Am Ende Gewinnen nur die üblichen verdächtigen,- Die reichen! Und für die Chefs der Dax Konzerne fallen riesigen Bonis an... Ist das Vermögen nicht schon ungerecht genug verteilt?
malocher77 14.03.2015
3. US Anleger
Investieren in den DAX,weil in Dollar die Aktien günstiger geworden sind,weil der Euro gezielt abgewertet wird.Der Euro hat um 28% abgewertet,die Aktien kosten in Dollar genau das Selbe wie vor halben Jahr.Wenn FED die Zinsen anhebt,dann steigt der Dollar und der DOW Jones wird im Kurs nachgeben,aber nur weil der Dollar aufwertet.Wenn man es aus der Schweiz beobachtet,dann steigen und fallen die Aktien überhaupt nicht im Preis,es sind nur auf und Abwertungen der Währungen,in Franken kostet zb BMW Aktie das Selbe wie vor halben Jahr.
-wanderlust- 14.03.2015
4. Erst kommt der Hochmut...
dann kommt der Fall. Diese Blase wird auch irgendwann zerplatzen, so wie die ganze europäische Illusion. Wenn weiterhin niemand eingreift, fliegen uns Euro und Europa in ein paar Jahren in Fetzen um die Ohren. Eigentlich schade.
matthias.ma 14.03.2015
5. die Flut hebt alle Boote
... und die Ebbe senkt sie alle wieder. Wenn die EZB die Geldflut zurückfährt fallen alle Aktien wieder. Es gibt keine fundamentalen Gründe, warum einzelne Aktien oben bleiben sollten, der Geldfluteffekt kommt immer "on top". Deshalb kann die Geldflut auch nicht gestoppt werden. Die USA haben es ja 2007/2008 probiert. Die Folge: Zusammenbruch von Aktien- und Immobilienmarkt, Bankenkrise, Staatsverschuldungskrise. Das macht niemand mehr. Übrigens: Die Amerikaner kaufen hier auch ein, weil die deutschen Firmen durch den gefallenen Euro/gestiegenen Dollar ein Schnäppchen geworden sind. Heute im Gelddruck-Schlussverkauf 30% billiger. Wir exportieren also zurzeit nicht unsere Produkte sondern unsere Produktionsmittel in die USA und den Rest der Welt. Und das war ja auch das Hauptziel - steigende Kurse an den Finanzmärkten und günstige Kurse für im Ausland in Fremdwährung aufgestellt Hedgefonds und Inverstmentgroups. Wie ein Kabarettist mal (in etwa) sagte: "Wenn Sie denken, das Schiff wäre nicht auf Kurs liegen Sie falsch. Der Kurs ist goldrichtig - es ist nur nicht ihr Schiff." Am Ende werden wir als Euro-Zone (inkl. Deutschland) 10 % mehr exportieren (also ca. 3 % mehr arbeiten) und 70% der Produktionsmittel gehören Finanzinstituten außerhalb der Euro-Zone. Da heute der arbeitende Teil der Produktionsmittel immer weniger bekommt, der Kapitalanteil immer mehr, wird bestimmt alles super!
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