Ludwigshafen - Die
BASF-Tochter Wintershall beteiligt sich am Gasprojekt South Stream des russischen Staatskonzerns Gazprom
zur Versorgung Südeuropas. Wintershall investiere etwa zwei Milliarden Euro, sagte der russische Vizeregierungschef Igor Setschin am Montag.
Gazprom-Chef Alexej Miller und der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht unterzeichneten in Anwesenheit des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in dessen Residenz bei Moskau eine Absichtserklärung.
Wintershall werde 15 Prozent der Anteile an der South Stream AG übernehmen, an der der russische Gaskonzern Gazprom 50 Prozent hält, teilten Wintershall und Gazprom am Montagabend mit. Die Beteiligung der BASF
sei ein "Zeichen der Stabilität" auf dem Energiemarkt, sagte Putin am Montag im russischen Fernsehen.
Die Pipeline soll bis 2015 in Betrieb gehen und bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr unter dem Schwarzen Meer nach Bulgarien und von dort weiter in andere europäische Länder befördern.
South Stream steht in Konkurrenz zu dem von der EU favorisierten Projekt Nabucco, mit dem jährlich bis zu 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus der kaspischen Region, Zentralasien und dem Nahen Osten über die Türkei nach Europa gebracht werden sollen. Mit Nabucco will Westeuropa seine Abhängigkeit von Russland reduzieren, das rund 25 Prozent des jährlich in der EU verbrauchten Erdgases liefert.
Der Deal erweitert das Portfolio der BASF-Gruppe, die erst im Februar glänzende Zahlen präsentiert hatte. Im Jahr 2010 verzeichnete das Unternehmen einen Rekordumsatz, der Erlös stieg um 26 Prozent auf 63,9 Milliarden Euro. Damit machte BASF den Rückgang im Krisenjahr 2009 mehr als wett. Unter dem Strich erzielte der Dax-Konzern 2010 einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro, nach 1,4 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009.
Von Oktober bis Ende Dezember 2010 setzte BASF nach eigenen Angaben 16,4 Milliarden Euro um, 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Euro, nach 455 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des Vorjahres.
In diesem Jahr sollen in Deutschland 800 neue Stellen entstehen, 500 davon am Hauptsitz in Ludwigshafen. Der Konzern wolle die Zahl der Beschäftigten in Deutschland damit auf 51.600 erhöhen.
jok/dapd/Reuters
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